Auer sacken die meisten Socken ein

Ein Ringerturnier auf hohem Niveau hat der RSK Gelenau mit dem 7.Erzgebirgscup ausgerichtet. Mit dem Pokalgewinn hatten die Gastgeber nichts zu tun, dafür setzten sie andere Maßstäbe.

Gelenau.

Andreas Hofmann hatte in den vergangenen Tagen wieder Sonderschichten einzulegen. Der letzte aktive Strumpfwirker von Gelenau strickte 132 Paar Socken, denn die gibt es anstelle der sonst üblichen Medaillen für die Erst- bis Drittplatzierten jeder Gewichtsklasse nach Ende dieses Turniers im griechisch-römischen Ringen. Die meisten davon stopften die Auer Zweikämpfer in ihre Taschen oder zogen sie gleich über. "Wir hatten zwar nicht ganz so viele Starter wie der Wrestlingclub aus Chomutov, dafür konnten wir aber bisher alle Kämpfe gegen die Tschechen für uns entscheiden. Es sieht gut aus", sagte der Trainer des FC Erzgebirge Aue, Björn Schöniger, bereits vor den Finalduellen. Am Ende waren seine Athleten mit den lila-weiß eingefärbten Trikots mit acht Klassensiegen und dem Gewinn des 7. Erzgebirgspokals mit Abstand die erfolgreichsten.

Die 18 Jungs, verteilt auf die Altersklassen der Jugend A, B, C und D, hatten 16 Punkte Vorsprung in der Teamwertung vor den 21 Aktiven, die Petr Bielesz aus Chomutov auf die Matten schickte. "Ein tolles Turnier, super Organisation und für uns eine kurze Anreise. Perfekt", so der Veteranenweltmeister, der mehr als zehn Jahre lang für die Thalheimer in der Bundesliga rang. Aus Sicht der Gelenauer Gastgeber war das sportliche Resultat durchwachsen. Unter den 118 Ringern aus 13 Vereinen landeten sie im Mittelfeld auf Platz 5 der Pokalwertung. Vor allem die Jüngeren mussten einiges an Lehrgeld zahlen, obgleich Max Dathe wegen fehlender Konkurrenz den einzigen Klassensieg für den RSK "Jugendkraft 1898" Gelenau holen konnte. Die Älteren hingegen mischten ganz ordentlich mit. In der A-Jugend schafften es Felix Franke, Johnny Uhlig und Felix Piskol als Zweite sowie Eric Hofmann als Dritter jeweils auf Podest. Uhlig, der zwei seiner drei Vergleiche gewann, musste sich dem Medaillengewinner der deutschen Meisterschaft, Paul Tschersich aus Plauen, beugen. Franke lag zur Pause des Finals noch 4:2 in Führung, hielt der stärkeren Physis des Auers Jakob Barth dann aber nicht stand. Hofmann wiederum sicherte nach seiner Niederlage gegen Rustem Begiev aus Plauen im kleinen Finale Bronze. "Insgesamt ein Auftritt unserer Jungs mit Licht und Schatten", so die Einschätzung von RSK-Trainer Daniel Franke.

Dies sah auch Landestrainer Carsten Einhorn so. Einerseits war er erfreut, dass durch die Ringer aus Tschechien das Niveau im Ringen um das "Arzgebirgsmannl" angehoben wurde, andererseits bemängelte er ein gleichzeitig in Weißwasser angesetztes Turnier. "Da nehmen wir uns in Sachsen gegenseitig die Kämpfer weg und sorgen dafür, dass dann beide Ausrichter über zu wenige Teilnehmer klagen. Da müssen wir ergründen, weshalb das so gelaufen ist", betonte Einhorn.

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