Auer tüten erste Zähler ein

Nach einer 210-tägigen Punktspielpause haben die Zweitliga-Handballer des EHV einen Saisonstart nach Maß gefeiert. Am Sonnabend bezwangen sie vor 600 Zuschauern die Gäste aus Rimpar bei Würzburg mit 24:21 (12:8).

Lößnitz.

Mit Beginn der 60. Minute hat sich die Erzgebirgshalle in Lößnitz fast voll besetzt angefühlt. "Sieg! Sieg!", schallte es im rhythmischen Sprechgesang lautstark von den Rängen. Dazu hatten sich alle 600 Zuschauer von ihren Plätzen erhoben - ein Gänsehautmoment, den sich Handball-Zweitligist EHV Aue verdient hatte. Mit 24:21 (12:8) gewannen die Männer um Chefcoach Stephan Swat am Sonnabend gegen DJK Rimpar aus Würzburg und sackten in dieser so besonderen Saison die ersten zwei Zähler ein.

Volle Ausbeute zum Auftakt nach 210 Tagen Punktspielpause: Das war ganz nach dem Geschmack der Fans - und von Trainer Stephan Swat. Denn kein einziges Mal geriet sein Team in Rückstand. Maximal unentschieden stand es zwischenzeitlich. "Wir sind von Beginn an konzentriert aufgetreten und haben eine sehr gute Abwehr gestellt - mit einem ganz starken Bubi dahinter", so Swat. In der Tat erwies sich Rückkehrer Sveinbjörn Petursson, Spitzname Bubi, als entscheidender Rückhalt im Tor. Der Isländer hielt den EHV auch in wackeligen Phasen im Spiel und parierte teils glänzend. "Er gab der Abwehr die nötige Sicherheit", bescheinigte ihm Swat und hielt sich angesichts des Heimsiegs mit Kritik zurück. "Wir sind einfach unheimlich froh, wieder vor Fans spielen zu können und genießen diesen Erfolg in vollen Zügen."

Nach dem 3:1 (5.) durch Kevin Roch kamen die Gäste bis auf 3:3 (8.) heran, ehe Aue den Abstand wieder erhöhte - bis auf 7:4 (14.) durch Neuzugang Arnar Birkir Halfdansson. Dieses Bild zog sich durch die gesamte Partie. Starke Phasen der Gastgeber wechselten mit schusseligen Szenen, die die Gäste nutzten, um wieder gefährlich aufzuschließen. Die Führung indes sollte ihnen nie gelingen, auch dank der starken Neuzugänge auf EHV-Seite. So trug sich allein der Portugiese Goncalo Ribeiro viermal in die Torschützenliste ein. Ebenso wie der Isländer Halfdansson. Die meisten Treffer gelangen allerdings einmal mehr Bengt Bornhorn, der neunmal jubeln durfte - davon dreimal vom Siebenmeterpunkt. Mit 12:8 ging es für die Auer in die Pause. Verdient.

Danach genoss insbesondere Ribeiro eine Sonderbewachung per Manndeckung. In dieser Phase waren es unter anderem Adrian Kammlodt und Neu-Außen Maximilian Lux mit je zwei Toren sowie der Glückstreffer von Sebastian Paraschiv, die das Polster nie zu weit schmelzen ließen, als dass die Partie noch hätte kippen können. Selbst Gäste-Coach Ceven Klatt bescheinigte den Auern einen verdienten Sieg, "obwohl wir mit offener Manndeckung alles versucht haben".

Für Hallenwart Thomas Böttger kam der Erfolg nicht überraschend. "Die Mannschaft hat mich schon in den Testspielen überzeugt", so der Lößnitzer, der seit einem Jahr im Amt ist - und mit seinen Kollegen und dem Verein im Vorfeld viel Aufwand betrieb. "Aber ich denke, es ist alles gut gelaufen." Die zugelassenen 800 Zuschauer wären dank eines ausgeklügelten Hygienekonzepts auch kein Problem. Dass noch mehr Fans den Weg in die Halle finden - zuhause geht es am 16. Oktober gegen Hamburg weiter - wünschen sich auch Swat und EHV-Manager Rüdiger Jurke. "Die Zuschauer haben uns richtig geholfen", sagte der Trainer.

Das bestätigte Neuzugang Maximilian Lux. "Die Leute haben echt Radau gemacht." Das Auer Spiel habe von einer stabilen Abwehr gelebt. "Die Basis für den Erfolg." Mahnende Worte fand Kevin Roch. "Wir haben gewonnen, aber es fühlte sich zeitweise eigenartig an", so der Kapitän. Die Partie empfand er als Superleistung insbesondere mit Blick auf Petursson im Tor. "Auf allen anderen Positionen, da nehme ich auch mich nicht aus, geht sicher noch mehr." Wenngleich vor allem die zwei Punkte zählen. "Ein guter Start", sagte Roch. Weiter geht es diesen Sonnabend in Ferndorf.

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