Auf der Suche nach einem Punkt

Beim KFC Leipzig soll es nicht sein. Da legen die Gelenauer Ringer sogar einen Weltmeister aufs Kreuz - und fahren trotzdem als Verlierer heim.

Gelenau.

15:16! Auch diesmal haben die Ringer des RSK Gelenau den Auswärtsfluch beim KFC Leipzig nicht beenden können. Sie schließen die Vorrunde in der Regionalliga Mitteldeutschland zwar auf einem respektablen 4. Platz ab, doch seit 1999 können sie bei den Messestädtern einfach nicht gewinnen. Dabei war in der Turnhalle zu Großlehna zumindest ein Unentschieden möglich, doch das eine Pünktchen wollte nicht aufs Konto des RSK.

"Im Nachhinein kann ich den fehlenden Punkt bei vier von unseren Männern finden. Doch wäre es anders gelaufen, hätten die Leipziger taktisch ebenfalls anders reagiert", konstatierte RSK-Trainer Björn Lehnert nach dem bitteren Ausgang. Besonders ärgerte ihn, dass eine sich unerwartete Chance nahezu kläglich vergeben wurde. Der noch sehr junge Felix Franke, dem niemand gegen Dominik Sikora etwas zugetraut hatte, begann stark. Der 16-Jährige ließ in der ersten Runde nur wenig zu, um in der zweiten dann durch eine dumme und überflüssige Aktion völlig die Linie zu verlieren und innerhalb weniger Sekunden vom 0:5 zum 0:15 und damit zur Abbruchniederlage unterzugehen. "Schade, zur Pause dieses Kampfes hatten wir noch einmal Hoffnung, doch dann wanderte die Maximalpunktzahl aufs Konto der Gastgeber", so Lehnert. Den fehlenden Zähler zum Unentschieden hatte auch Felix' Vater Daniel bereits in der Tasche. Doch im Bestreben, in einem frühen Stadium des Mannschaftsvergleichs das Beste für seine Gelenauer herauszuholen, brach der 40-Jährige am Ende konditionell etwas ein und musste bei seinem Erfolg nach dem 12:1 noch ein 12:6 zulassen. "Hätte ich gewusst, wie die weiteren Duelle laufen, wäre mir das nicht passiert", so der Kapitän und Dauerbrenner des RSK, für den Kamil Wojchiechowski mit seinem Schultersieg das Maximale erreicht hatte - und das gegen einen aktuellen Weltmeister. Denn sein Gegner René Kirsten war vor wenigen Tagen in Marrakesch Titelträger der 30- bis 34-Jährigen im Judo geworden und kämpft für den JC Leipzig in der Bundesliga. Gegen den Ringkampffreistilspezialisten in den Reihen des RSK Gelenau konnte er jedoch wenig ausrichten. Ähnliches hatte sich der RSK von Fabian Jänicke erhofft. Doch der quälte sich gegen den passiv eingestellten Kontrahenten "nur" zu einem 11:0 - auch, weil der Kampfleiter den Leipziger zu selten ermahnte und bestrafte. Deshalb musste Rico Richter letztlich deutlich siegen, um für den RSK noch ein Gesamtunentschieden zu retten. Doch "safety first" hieß es auch bei dessen Kontrahenten, sodass es der Gelenauer zwar bis zum 6:0 schaffte, aber im finalen Alles-oder-Nichts-Angriff nicht mehr genügend Energie aufbringen konnte. Der abschließende Überlegenheitssieg von Tomas Sobecky ging deshalb im Jubel der Gastgeber unter.

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