Aufholjagd trotz Unterzahl

In letzter Minute hat Kapitän Julian Schröter die Marienberger Kicker ausflippen lassen. Jedoch war das Landesklasse-Derby gegen Gelenau ein hartes Stück Arbeit.

Marienberg.

Als Julian Schröter gestern ungefähr zehn Minuten vor 17 Uhr zu seinem Jubellauf ansetzte, gab es kein Halten mehr. Mit hoch gerissenen Armen rannte der Kapitän des FSV Motor Marienberg übers ganze Feld, bis er in den Armen von Torhüter Toni Grabowski dann doch hängen blieb. Diese Szene zeugte von der Euphorie, die sein Team mit dem fünften Sieg im sechsten Saisonspiel auf Platz 2 der Landesklasse West klettern ließ. Gleichzeitig verdeutlichte die Szene aber auch die Erleichterung, denn der von Schröter in letzter Minute perfekt gemachte 3:2-Sieg gegen den BSV Gelenau war hart erkämpft.

In der ersten Halbzeit war nicht zu erkennen gewesen, dass Marienberg um den Staffelsieg und Gelenau gegen den Abstieg spielt. Torraumszenen blieben auf beiden Seiten Mangelware. "Wir sind schlecht reingekommen", gesteht Motor-Trainer Ronny Rother, für dessen Elf es ein böses Erwachen gab. Dem ersten Gegentor, das Toni Barth nach einer offenbar einstudierten Freistoßvariante erzielte (19.), folgte sogar das 0:2 - wieder durch eine Standardsituation. Diesmal hämmerte Dominik Messig aus 40 Metern Entfernung fast vom Seitenaus direkt ins kurze obere Eck (31.). Und damit immer noch nicht genug: Nur vier Minuten später musste der Marienberger Norman Fischer, der zuvor gemeckert hatte, nach einem Foul mit Gelb-rot vom Platz.

Irgendwie wurde der Platzverweis zum Wendepunkt in dieser Partie. "Danach haben wir mehr investiert. Jedem wurde klar, dass es nur so gehen kann", sagt Rother, dessen Team unmittelbar vor dem Pausenpfiff per Foulelfmeter zum Anschlusstor kam. Kai Hamann verwandelte - und traf die Gäste mitten ins Herz. "Trotz der Führung saßen die Jungs in der Halbzeit da, als lägen sie 0:3 hinten", berichtet BSV-Coach Thomas Kersten. Selbst die beiden eigenen Treffer konnten seinen Schützlingen nicht das Selbstvertrauen geben, das es braucht, um den Ball mit Ruhe durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. So schlugen die Gelenauer weiterhin fast nur lange Pässe und brachten den FSV Motor immer wieder in Ballbesitz.

Obwohl auch die Hausherren mit dem Wind im Rücken auf weite Diagonalbälle setzten, wussten sie mit dem Ball mehr anzufangen. Julius Wagner, der zuvor gescheitert war, traf mit einem Schuss an die Unterkante der Latte zum 2:2. Wenn jemand gefährlich wurde, dann nur die Marienberger. Hamann schob einen Abpraller jedoch am leeren Tor vorbei (72.). Während Kersten die Alternativen auf der Bank fehlten, glaubte Rother bis zuletzt an den Sieg. Zurecht, da Schröter aus halblinker Position die Ruhe bewahrte.

Marienberg: Grabowski; Lehmberg, Bauer, Richter, Werner, Neubert (58. Meyer), Fischer (35. Gelb-rote Karte), Simon (90.+2 Wächtler), Schröter, Wagner (90.+1 Reichel), Hamann; Gelenau: Kaiser; Kopitzke, Messig, Barth, Viererbe, Singer, Desczyk, Blohm (90.+1 Apfelstädt), P. Kolditz (83. Szauties), Loos, Hatit; SR: M. Ullmann (Bockau); Z: 95; T: 0:1 Barth (19.), 0:2 Messig (31.), 1:2 Hamann (45./FE), 2:2 Wagner (62.), 3:2 Schröter (90.)

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