Aufsteiger bietet dem Liga-Primus Paroli

Trotz personeller Sorgen wäre den Olbernhauer Fußballern fast ein Remis gegen den VFC Plauen II gelungen. Für zwei andere Lokalvertreter reichte es in der Landesklasse West jeweils zu einem Dreier.

Marienberg.

Die Spitzen-Mannschaften der Fußball-Landesklasse West haben sich am zehnten Spieltag keine Blöße gegeben. Während der Tabellenführer aus Plauen in Olbernhau knapp die Nase vorn hatte, durfte auch der Verfolger aus Marienberg jubeln. Genau wie der FSV Motor feierte auch der BSV Gelenau einen Heimsieg.

FSV Motor Marienberg gegen ESV Lok Zwickau 2:1 (2:0). Weil neben Eric Richter auch Kevin Werner verletzungsbedingt ausfiel, muste Patrick Schmidt die Motor-Abwehr wieder umbauen. Marcus Neugebauer rückte in die Innenverteidigung und dafür Hendrik Neubert auf die Position des rechten Verteidigers. "Beide haben ihre Sache sehr gut gemacht", lobte der Coach. Generell wirkte Schmidt zufrieden: "Es war ein gutes Spiel von unserer jungen Truppe. Speziell in der ersten Halbzeit haben wir mutig attackiert und läuferisch voll überzeugt." Einer der dadurch provozierten Ballgewinne führte zum 1:0, als Clemens Otto eine Flanke per Kopf verwertete (25.). Keine zehn Minuten später ließ sich Kai Hamann nach einem Steilpass die Chance zum 2:0 nicht entgehen. "Eigentlich hätten wir noch höher führen müssen", fand Schmidt unter anderem in Anbetracht eines Lattentreffers von Julius Wagner. Nach der Pause mussten die Hausherren dem läuferischen Aufwand auf tiefem Boden zwar Tribut zollen, doch boten sich ihnen bei Kontern weitere Chancen. "Allerdings hatten wir in der 55. Minute auch Glück, als ein Zwickauer Schuss am Innenpfosten landete", so Schmidt: "Wenn der reingeht, wird es haarig." Da das Anschlusstor erst in der Schlussminute fiel, hielt sich die Dramatik in Grenzen.

Marienberg: Schleinitz; Neubert, Neubauer (71. Wächtler), Bauer, Schröter, Günther, Gottschalk, Fischer, Otto, Hamann, Wagner; SR: Neugebauer (Dresden); Z: 102; T: 1:0 Otto (25.), 2:0 Hamann (34.), 2:1 Kretschmar (90.).

SV Olbernhau gegen VFC Plauen II 0:1 (0:0). Obwohl Steve Dieske fünf Stammkräfte ersetzen musste, lobte er seine Mannschaft hinterher für eine starke Leistung. "Was das Team abgerufen hat, nötigt höchsten Respekt ab", bilanzierte der Coach des Aufsteigers: "Die Jungs haben einen enormen Aufwand betrieben und sind am Ende nicht belohnt worden. Gegen jeden anderen Gegner wäre dies aber der Fall gewiesen." Nur die Klasse der Oberliga-Reserve aus dem Vogtland, bei der sechs Vertragsspieler in der Startelf standen, verhinderte einen Punktgewinn. Gegen das laut Dieske "mit Abstand beste Team dieser Liga" bekamen die 230 Zuschauer einen tollen Fight zu sehen. Spielerisch war es aufgrund der schwierigen Platzverhältnisse zwar kein Leckerbissen, dafür waren Leidenschaft und Atmosphäre eines Spitzenspiels würdig. Neben packenden Zweikämpfen erlebte das Publikum im ersten Abschnitt jeweils zwei gute Chancen. Die ersten 25 Minuten nach der Pause gehörten den Gästen. "Die Führung hat sich angebahnt, war jedoch irregulär, weil ein Handspiel des Schützen vorausging", so Dieske. Wenig später verfehlte Steffen Schneunpflug das Tor und damit den Ausgleich nur um wenige Zentimeter. In der Schlussphase sorgte nur die schwere Knieverletzung des eingewechselten Rudy Wolf für Trubel, der in einem Krankenwagen abtransportiert wurde.

Olbernhau: Wilde; Patr. Spartmann (57. Wolf/ 81. Beyer), Pasc. Spartmann, Preißler, Fiebig, Meyer, Sensfuß, Flade, Scheunpflug, Schuster, Göhler (77. Kaulfuß); SR: Gläser (Elster-Röder); Z: 228; T: 0:1 Martynets (77.).

BSV Gelenau gegen SV Merkur 06 Oelsnitz 2:1 (0:0). "Im Grunde war es fußballerisch unsere schlechteste Saisonleistung. Schon zu Beginn hatten wir Probleme, unseren Rhythmus zu finden. Wir haben oft die falschen Entscheidungen getroffen und unnötige Ballverluste produziert. Man hat den Jungs die Verunsicherung der beiden Niederlagen angemerkt", monierte BSV-Coach Kay Morgenstern nach dem Spiel. So hatten die Gastgeber gleich zu Beginn bei einem Lattenkopfball der Vogtländer das Glück auf ihrer Seite. Ab der 20. Minute übernahm Gelenau trotz der spielerischen Unzulänglichkeiten das Zepter und kam zu einigen Chancen. Jedoch gelang dem BSV erst nach dem Seitenwechsel die Führung. Dirk Ruttloff setzte sich auf der rechten Seite gut durch und bediente Christopher Kopitzke, der den Ball über die Linie drückte. "Danach waren wir etwas besser in der Partie. Wir konnten mehr Zweikämpfe gewinnen. Der Ball lief besser", so Morgenstern. Einen mustergültigen Konter über drei Stationen schloss Ruttloff zum 2:0 ab. Wie schon zuletzt fingen sich die Gelenauer im Gegenzug nach einem schmeichelhaften Elfmeterpfiff den 1:2-Anschlusstreffer. "Wir haben die Führung aber konsequent verteidigt, auch wenn wir etliche Konterchancen schlecht ausgespielt haben", so Morgenstern. (mit grb)

Gelenau: Voigt; Messig, Walczak, Pröger (63. P. Kolditz), Hartwig, L. Kolditz, Viererbe, Ruttloff (78. Ney), Köhler, Kopitzke, Kutzke; SR: Schulze (Riesa); Z: 52; T: 1:0 Kopitzke (55.), 2:0 Ruttloff (68.), 2:1 Schuch (70./FE).

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