Aus mit Pauken und Trompeten

Die letzte Aktion - ein gehaltener Siebenmeter sechs Sekunden vor Schluss - hätte die Spannung auf den Siedepunkt treiben können. Doch zu dem Zeitpunkt waren die Handballerinnen aus Annaberg längst raus.

Annaberg-Buchholz.

Die Erfahrenen haben draußen gesessen, die Jungen konnten es nicht richten. Durch eine Unmenge an technischen Unzulänglichkeiten und eine hohe Anzahl an Fehlwürfen vergaben die Handballerinnen des HC Annaberg-Buchholz am Sonnabend die Möglichkeit, ins Halbfinale des Bezirkspokals einzuziehen. Dies schien durchaus möglich, denn die HSG Rottluff/Chemnitz produzierte trotz ihres 24:17-Erfolges ebenfalls eine Unzahl an Ballverlusten. Nutzen konnten die Annabergerinnen aber zu wenige.

Das zerfahrene Hin und Her war schon in der Anfangsphase zu erkennen. Schlechte Würfe, Fang- und Zuspielfehler wechselten sich auf beiden Seiten ab. So dauerte es acht Minuten, bevor überhaupt ein Tor fiel - eine Ewigkeit im Handballsport. Schon da zeichnete sich ab, dass den Gastgeberinnen ohne Bartl, Haubold, Koch und Neubert Abgeklärtheit und Übersicht fehlen, um die hektischen Aktionen in ruhigeres Fahrwasser zu lenken. Selbst die Wucht von Lucie Parthova verpuffte, weil sie einerseits schon an der Mittellinie pressgedeckt wurde und es der HCAB andererseits nicht verstand, sie am Kreis oder bei Freiwürfen ordentlich in Szene zu setzen. Und dennoch boten die HCAB-Mädels bis zur Pause weitgehend Paroli, obwohl sie nur einmal in Führung gingen (Escher, 4:3/14.) und lediglich ein echtes Kontertor schafften (Görg, 7:8/22.). Schon das lässt erahnen, woran es bei den Gastgeberinnen im Vergleich mit ihren Gegnerinnen mangelte - an Schnelligkeit im Umschaltverhalten. "Und unsere Mädels sind viel zu zahm", befand bereits zur Pause HCAB-Präsident Felix Schneider.

Trotzdem mühten sie sich auch nach dem 8:11 zur Halbzeit, den Anschluss nicht zu verlieren. Doch dies gelang nicht. Trotz lautstarker Fans, die ihre Mannschaft quasi mit Pauken und Trompeten nach vorn trieben, musste der ebenfalls motivierend agierende Hallensprecher Jörg Ullrich ein ums andere Tor für die HSG Rottluff ansagen. Vor allem von einem Namen werden die Annaberger geträumt haben: Sina Anita Grundmann. Die Außenspielerin der HSG bekamen die Annaberger nie in den Griff, sie war einfach eine Nummer besser als alle anderen auf dem Parkett, schneller, wendiger, sprungkräftiger, treffsicherer. Vier Tore vor der Pause und weitere sechs danach erzielte die Rottlufferin. Schon wegen ihr kam nie das Gefühl auf, dass die Begegnung zugunsten der Gastgeberinnen kippen könnte.

Über die Stationen 10:15/40., 11:18/45. und 14:23/56. ging es dem Schlusspfiff entgegen. Hätte nicht die 52-jährige Alena Parthova im Tor noch mindestens ein Dutzend Bälle abgewehrt, darunter zwei Siebenmeter, wäre es wohl noch einen Zacken schlimmer gekommen. "Wir haben einfach viel zu viele leichte Fehler gemacht", sagte Trainerin Anja Strasdat enttäuscht. Jetzt haben sie und ihre Mädels Pause, bevor es am 1. März gegen den HV Oederan um Bezirksklasse-Punkte geht.

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