Bergkönig kommt aus Neudorf

Die 22. Vier-Hübel-Tour ist Geschichte. 662 Radsportler aus ganz Deutschland wollten den Titel - doch der blieb hier.

Oberwiesenthal.

662 Mountainbiker aus ganz Deutschland haben am Sonntag die 22. Vier-Hübel-Tour in Angriff genommen. Nach 90 Kilo- und 2300 Höhenmetern vom Fichtelberg über den Bärenstein, den Pöhlberg, den Scheibenberg und zurück zur Zeitmessung an der Wetterwarte blieben 40 Teilnehmer unter der magischen Vier-Stunden-Marke. Beste waren die Chemnitzerin Christiane Wolf und der Neudorfer David Seidel.

Aus organisatorischen Gründen waren erstmals in der Geschichte der Tour Start und Ziel an die Talstation der Fichtelberg-Schwebebahn gelegt worden. Doch bevor richtig in die Pedale getreten wurde, überreichte Danilo Klaus aus Marienberg 3125 Euro als Spendensumme aus den freiwillig gezahlten Startgeldern an den Elternverein Krebskranker Kinder aus Chemnitz. Er legte mit weiteren 500 Euro, die der Aktion "Kids aufs Bike" zu Gute kommen, noch eins drauf.

Einer, der an beiden Tagen aktiv war, heißt Michael Schubert. Der Annaberg-Buchholzer hatte am Samstag zunächst die Hillclimb-Premiere gewonnen, bevor er am Sonntag in die Vier-Hübel-Runde einstieg. "Ich glaube, letztes Jahr war ich unter den Top 25. Dieses Jahr setzte ich mir zum Ziel, unter vier Stunden zu bleiben - ohne Panne und Verletzung. Das ist das Wichtigste", so Schubert. Dass die Zeitmessung auf dem Gipfel blieb, fand er sehr wichtig: "Da hat man immer einen Vergleich zu den Zeiten der vergangenen Jahre. Das haben die Organisatoren hervorragend gelöst - und nach dem Kraftakt kann jeder einfach ins Ziel an der Talstation rollen. Die Zeitmessung sollte oben bleiben", sagte der junge Mann, der auch als Telemarker bekannt ist. Er kam als 22. ins Ziel, benötigte 3:46:06 Stunden. "Die Strecke war richtig gut, alles war fahrbar. Es gab gute Verpflegung, viele Zuschauer, schöne Landschaften. Alles super."

Bergkönig des Jahres 2018 ist David Seidel geworden. Er meisterte den Mountainbike-Marathon in 3 Stunden und 19 Minuten und zeigte sich ebenfalls zufrieden. "Es lief für mich ganz gut. Ab Bärenstein sind wir zu viert gefahren, das war eine ganz ordentliche Gruppe. Wir kamen richtig gut vorwärts", betonte der Neudorfer. Später war einer nicht mehr in der Lage, das Tempo der anderen mitzugehen. "Am Schlussanstieg waren wir dann nur noch zu zweit, und da gelang es mir, wegzufahren", so der Sieger.

Christiane Wolf aus Chemnitz kam das kältere Wetter entgegen. "Das liegt mir. Ich war froh, dass es nicht mehr so schwül wie zuvor gewesen ist", betonte die Bergkönigin. Sie war kurzfristig für eine Freundin eingesprungen. "Deren Mann ist vor einigen Tagen schwer gestürzt, liegt im Krankenhaus. Und da er nicht starten konnte, wollte sie auch nicht. Bei mir stieg dadurch die Motivation, mich noch mehr anzustrengen. Und ich werde wiederkommen, das ist sicher", betonte die 35-jährige Gewinnerin.

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