Dame setzt die Herren matt

21 Schachspieler aus der Region haben beim Gornsdorfer Waldparkfest Europas Beste im Schnell-Schach herausgefordert. Nicht immer behielt die Favoritin die Oberhand.

Gornsdorf.

Eine Chance sich gegen einen hochklassigen Gegner am schwarz-weißen Brett zu beweisen ergibt sich nicht alle Tage. Daher haben 21 Schachspieler der Region, darunter auch einige Kinder und Jugendliche, die Gelegenheit genutzt, die sich jüngst beim Waldparkfest am Volkshaus in Gornsdorf bot. Dort konnte mit Elisabeth Pähtz eine deutsche Spitzenspielerin und die derzeit Elfte der Frauen-Weltrangliste zu Partien im Simultan-Schach herausgefordert werden.

"Sie ist Europas beste Schnell-Schachspielerin in der Saison 2017/18", stellte Steffen Drechsel, Schachabteilungsleiter beim TSV Elektronik Gornsdorf, die Dame im Blumenkleid vor. Pähtz gelang eine Bronzemedaille hinter zwei Chinesinnen bei der Frauen-WM im Rapid-Schach, also 30 Minuten Bedenkzeit, im saudi-arabischen Riad. Der Vize-Europameistertitel im Blitz-Schach, wo es fünf Minuten Bedenkzeit gibt, und der Gewinn der Europameisterschaft im Rapid-Schach im georgischen Tiflis krönten ihre erfolgreiche Saison. "Außerdem spielte sie in diversen Klubmannschaften Europas und wurde mit einigen Landesmeister", so Drechsel. Über den Turniertag in Gornsdorf zeigt er sich begeistert: "Bei dem schönen Sommerwetter hat das Schachspielen im Schatten der großen Buchen des Waldparks besonders Spaß gemacht." Auch die Musik bei der Festveranstaltung oder die Lautsprecherdurchsagen des parallel laufenden Fußballturnier der Gornsdorfer Betriebsmannschaften habe die Konzentration kaum gestört. Steffen Drechsel: "Selbst Petrus hat wohl ein Herz für Schachspieler gehabt und wartete mit seinem Regenguss bis wir fertig waren." Am Ende verbuchte Gunnar Fischer von der SG Neukirchen nach einer clever gespielten Partie einen Sieg. In den Vorjahren gelang es Pähtz oft noch, einen schlechten Zwischenstand zu korrigieren. Auch der Gornsdorfer Enrico Pfau konnte eine zweite Partie gegen die Frauen-Großmeisterin gewinnen, nachdem er im ersten Spiel ganz schnell die Segel streichen musste und als Mitorganisator eine zweite Chance bekam. Ein Remis erspielten sich die Gornsdorfer André Dost und Steffen Drechsel, der Lugauer Andreas Kaltschmidt vom SC Weiden 07 und Nachwuchsspieler John Heinrich vom SV Lengefeld. "Lukas, Colin, Cailan und Franz aus unserer TSV-Kinder-Trainingsgruppe hatten auch ihre Freude am Spiel und schlugen sich tapfer", sagt Drechsel.

Simultanspielerin Pähtz verbuchte 16 Siege auf ihrem Konto - in einer Spielzeit von drei Stunden. Im Schnitt waren das nur acht Minuten pro Partie zum Berechnen ihrer Züge. Ihre Gegner hatten eine durchschnittliche Bedenkzeit von zwei Stunden zur Verfügung.

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