Das Fundament für die Zukunft am Netz

Bekannt ist der Volleyball- Club Zschopau vor allem für seine Erfolge in der Dritten Liga der Männer und der Regionalliga der Damen. Im Schatten der Aushängeschilder liefert aber auch der Nachwuchs starke Leistungen ab.

Zschopau.

Trotz der Chance, in die Regionalliga aufzusteigen, werden die Volleyballer des VC Zschopau II auch in der kommenden Saison in der Sachsenliga auf Punktejagd gehen. "Wir haben uns lange und intensiv damit beschäftigt", sagt Trainer Mathias Ellwart über die Möglichkeit, als Ersatz für den SV Bad Düben nachzurücken. Der Sachsenmeister hatte auf den Aufstieg verzichtet, was nun auch Zschopau als Tabellenzweiter tut. "Zu viele Faktoren sprechen dagegen", sagt Ellwart und verweist beispielsweise auf die Schiedsrichter-Auflagen sowie auf die elf Heimspieltage, die der Verein zusätzlich zu organisieren hätte.

Ein wichtiger Grund für die Entscheidung war aber auch der sportliche Aspekt. "Wären wir souverän Meister geworden, hätten wir eine neue Herausforderung suchen müssen", so der Coach. Da sein Team aber nicht dominierte und keineswegs unterfordert war, ist die Sachsenliga optimal geeignet für die Zschopauer Reserve. Junge Perspektivspieler sollen sich dort optimal entwickeln und Selbstvertrauen sammeln, um im Optimalfall eines Tages die erste Mannschaft in der Dritten Liga zu verstärken. Einige Akteure rücken womöglich schon diesen Sommer nach oben.

Talente behutsam aufzubauen, ist die Philosophie des Volleyball-Clubs Zschopau. Weil der Verein nicht auf teure Neuzugänge mit Erfahrung bauen kann, ist die Nachwuchsförderung extrem wichtig. Als Sprungbrett dient die zweite Mannschaft, die Ende vergangener Woche ein Sichtungstraining für bereits aktive Spieler durchgeführt hat. Ebenso wichtig ist jedoch die Arbeit in den unteren Altersklassen. Dort wird das Fundament für die Zukunft am Netz gelegt.

Als hauptamtlicher Trainer wurde 2017 Stefan Timm verpflichtet, um die Nachwuchsarbeit anzukurbeln. Inzwischen arbeitet der Zuspieler der ersten Mannschaft jedoch als Lehrer, was ihn nicht davon abhält, seine Freizeit weiterhin für seine Trainertätigkeit zu opfern. "Weil ich das selbst in jungen Jahren miterlebt habe, weiß ich, dass engagierte Leute hinter solch einem Projekt stehen müssen", beschreibt der 31-Jährige seine Motivation. Obwohl ihn mit Sylvia Hausotte-Haase und Laura Entian zwei Spielerinnen aus der Damen-Mannschaft unterstützen, könnte die Nachwuchsabteilung noch mehr Übungsleiter gebrauchen. Dank des Engagements von Stefan Timm ist die Betreuung aber auch so abgesichert. An zahlreichen Wochenenden war er erst mit den Drittliga-Herren und tags darauf mit den Jugend-Teams des VC unterwegs. Ein Aufwand, der sich lohnte.

"Wir können stolz auf unseren Nachwuchs sein", sagt Timm. Von den 20 Kindern, die im Verein trainieren, ist rund die Hälfte im Spielbetrieb aktiv - einige auch in mehreren Altersklassen. So gingen elfjährige Akteure nicht nur für die U-12-, sondern auch für die U-14-Mannschaft ans Netz. Letztere feierte den größten Erfolg, als sie bei der Landesmeisterschaft Platz 5 belegte. Qualifiziert hatte sich das Team als Vizebezirksmeister. Diese Platzierung wäre nach Timms Ansicht auch für die U-14-Mädels drin gewesen. Weil diese jedoch Lospech hatten und bereits im Halbfinale auf den späteren Bezirksmeister trafen, verpassten sie das Endspiel und damit die Qualifikation für die Landesebene. Auf der dürfen sich dafür die U-12-Jungen beweisen. Am kommenden Sonntag genießen sie in der Nexö-Turnhalle Heimrecht. Diese 10 Uhr beginnende Sachsenmeisterschaft ist eins von fünf Nachwuchs-Turnieren die der VC diese Saison ausrichtet. "Auch das ist wichtig, um sich einen Namen zu machen", betont Timm. Schließlich hat es ein kleiner Verein wie Zschopau schwer. "Wir haben nicht so viel Potenzial in der Hinterhand wie Klubs in Großstädten", erläutert er die Herausforderung.

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