"Das Ziel kann nur Nichtabstieg heißen"

Neun Abgänge gilt es in den Landesklasse-Reihen des BSV Gelenau zu kompensieren. Nicht wenige sehen das Team als Absteiger. Verhindern wollen dies die Neuen, zu denen auch der Trainer gehört.

Gelenau.

Anders als bei Mitkonkurrent VfB Annaberg sieht es im Lager der Landesklasse-Fußballer des BSV Gelenau aus. Denn der hat nicht nur eine weitgehend umgekrempelte Mannschaft, sondern auch einen neuen Trainer. So richtig weiß deshalb niemand im Gelenauer Lager, wo die Reise hingehen wird. "Die Abgänge sind sehr schwer zu kompensieren", sagt Vereinschef Robby Schmidt salomonisch.

Ähnlich drückt es Thomas Kersten aus. Der Neue an der Seitenlinie, der nach Kay Morgenstern und Interimscoach Ken Müller nun die Gelenauer betreuen soll, sieht bereits in der Quantität ein Problem. "Mit einem Stamm von 13, 14 Leuten wird es eng. Aber jetzt noch Zugänge zu akquirieren, ist nahezu unmöglich", sagt Kersten. Der einstige Trainer des FSV Zschopau/Krumhermersdorf hat sich auf das Abenteuer eingelassen, obwohl er wusste, dass mit Voigt, Wetzel, Ney, Meyer, Fritzsche, Köhler, Hopp, Hartwig und nun auch noch Ruttloff neun Stammkräfte den BSV verlassen haben.

Auf Letzteren hatten die Gelenauer noch gehofft, doch im Gespräch mit "Freie Presse" erteilte der 33-Jährige diesen Hoffnungen eine Abfuhr. "Ich spiele nicht mehr Fußball. Und falls doch, dann sicher nicht für Gelenau", sagt "Rudi" leicht frustriert, ohne ins Detail zu gehen. All diese spieltragenden Leute gleichwertig zu ersetzen, wird auch qualitativ nicht möglich sein. "Wir müssen andere Tugenden ins Feld führen. Deshalb macht mir Mut, dass in der Vorbereitung alle mitziehen, heiß und hungrig im Training auftreten", betont Kersten.

Natürlich baut der 32-Jährige dabei auf die Erfahrung der verbliebenen Leistungsträger wie Lars und Patrick Kolditz sowie in der Defensive auf Marcel Walczak, Dirk Viererbe und Dominik Messig. Doch da - allerdings nicht nur da - haperte es am Sonntag im Test gegen Drebach/ Falkenbach gewaltig. Kerstens Resümee - "Drebach hätte auch 10:3 gewinnen können" - sagt viel über die noch nicht vorhandene Stabilität des neuen BSV aus. Wenigstens ein Luxusproblem hat er: "Nachdem wir anfangs gar keinen hatten, kann ich jetzt unter drei Torhütern wählen."

"Das Ziel für die Saison kann nur Nichtabstieg heißen. Überstehen wir die ersten Wochen, kann das was werden", so der neue Mann am Steuerpult. Die leistungsmäßige Lücke zwischen der aus der 1. Kreisklasse abgestiegenen zweiten Mannschaft und der in der Landesklasse sei aber zu groß, um Nachrücker nahtlos einbauen zu können. Dennoch will es Kersten mit Kevin Martin und Fabian Berger versuchen. Paul Morgenstern wiederum hat länger als ein Jahr nicht gespielt, Maximilian Desczyk und Toni Barth müssen wieder in der höheren Liga Fuß fassen. Und mit Tarek Hatit und Niklas Szauties stehen zwei Jungs im Aufgebot, die erst noch 18 werden müssen, vorher dürfen sie nicht eingesetzt werden. Viele Baustellen also, die der aus Frankfurt/Oder stammende Thomas Kersten abzuarbeiten hat. "Für uns ist deshalb ein guter Start besonders wichtig. Wir müssen aus den ersten vier Spielen so etwa sieben Punkte holen", gibt er die Marschroute vor. Sollte dies nicht klappen, dann dürfte ihm eine Aussage des Vorstandes Ruhe geben: "Der hat versprochen, dass ich nicht gleich entlassen werde."

Zum Auftakt geht es für den BSV am 26. August zu Aufsteiger Meeraner SV, eine Woche später kommt Mitfavorit Handwerk Rabenstein ins Sportareal. Es folgen Ifa Chemnitz, der FSV Treuen und Aufsteiger VfB Annaberg. Zuvor aber können sich die Gelenauer am kommenden Sonntag ab 15 Uhr im Pokalwettbewerb Selbstvertrauen holen. Im heimischen Stadion heißt der Gegner dann Roßweiner SV, er kommt aus der Landesklasse Nord.


BSV Gelenau

Tor: Michael Kaiser (Geburtsjahr 1988), Kevin Martin (1996), Vincent Roscher (1993)

Abwehr: Dominik Messig (1986), Dirk Viererbe (1986), Paul Morgenstern (1989), Kevin Singer (1996), Christopher Kopitzke (1991), Toni Barth (1990)

Mittelfeld: Tarek Hatit (1999), Niklas Szauties (1999), Marcel Walczak (1984), Niklas Blohm (1999), Maximilian Desczyk (1992), Maximilian Loos (1999)

Angriff: Patrick Kolditz (1984),Lars Kolditz (1980), Michael Apfelstädt (1999), Fabian Berger (1992), Justin Micklitz (1999)

Zugänge: Desczyk, Barth (beide FSV Zschopau/Krumhermersdorf), Morgenstern (Fortuna Chemnitz), Kaiser (SV Adorf), Roscher (Geyer), Hatit, Blohm (beide eig. Nachwuchs)

Abgänge: Jens Voigt (Fortuna), Jonas Hartwig, Christian Köhler, Marc Meyer (alle Rapid), Christopher Ney (Germania), Nikolai Hopp (Hartmannsdorf), Daniel Wetzel (Thalheim), Mirko Fritzsche (Amtsberg), Dirk Ruttloff (unbekannt)

Trainer: Thomas Kersten

Mannschaftsleiter: Lars Reichel

Abteilungsleiter: Kay Zaffrahn

Vorsitzender: Robby Schmidt

Spielstätten: Rasenplatz im Sportareal Erzgebirgsblick, Kunstrasenplatz am Volkshaus

Spielkleidung: schwarz-weiß oder blau-weiß

Trikotpartner: Autohaus Fleischer

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