Derby-Fieber und andere Krankheiten

Die Absagen im Fußball-Kreisverband häufen sich. In der Erzgebirgsliga rechnen die Crottendorfer mit einem heißen Tanz gegen den VfB Annaberg.

Annaberg-Buchholz.

Aufgrund eines Quarantäne-Falls bei den Fußballern des BSV Gelenau ist deren Erzgebirgsliga-Partie in Bermsgrün abgesetzt worden. "Stand jetzt fallen damit am kommenden Wochenende drei Partien im Männerbereich aus", sagte Thomas Roscher am Donnerstagmittag. Seine Erfahrung aus den vergangenen Wochen lässt den Spielausschussleiter vom Kreisverband allerdings zur Einschätzung kommen, dass es "wahrscheinlich weitere Absagen" geben wird.

Im Vorfeld der vergangenen Spieltage wurden oft noch kurzfristig Corona-Verdachtsfälle gemeldet, die Absetzungen nach sich zogen. "Inklusive Damen- und Nachwuchs waren davon in der bisherigen Saison schon 70 Spiele betroffen", so Roscher. Ob die Saison in geplanter Form noch über die Bühne zu bringen ist, sei mehr als fraglich. Vor allem im Jugendbereich sind die Sorgen groß, da es sich dort häufig nicht um Einzelfälle handelt. Stattdessen wirken sich die Quarantäne-Maßnahmen an Schulen extrem auf den Fußball aus. Der Kreisverband gab daher am Donnerstag die Entscheidung bekannt, "aufgrund der aktuell bestehenden Infektionslage im Erzgebirgskreis" alle Nachwuchs-Partien bis zum 25. Oktober abzusetzen.

Eine solche Vorsichtsmaßnahme gibt es im Erwachsenenbereich nicht. "Solange es geht, werden wir die Saison durchziehen", sagt Roscher und fügt an: "Jedes Spiel, das durchgeführt wird, ist ein Segen." Viel komme auch darauf an, "was weiter oben" auf sächsischer Ebene entschieden wird.

Entschieden wird am Sonntag, 15Uhr, auf dem Platz in Crottendorf über bis zu drei Tabellenzähler. Der Gastgeber bekommt es mit Absteiger VfB Annaberg zu tun. Crottendorfs Spielertrainer Marcus Süß gibt sich kämpferisch und sagt: "Natürlich wollen wir mit dem Heimpublikum im Rücken die drei Punkt holen. Alles andere wäre Käse. Zuhause müssen wir Siege einfahren - besonders im Derby." Da Süß in Mittelfeld und Sturm auf vier Stammkräfte verzichten muss, seien die Vorzeichen nicht ideal, aber gegen den VfB habe sein Team meist ganz gut ausgesehen. Der Crottendorfer Coach sagt mit einem Schmunzeln: "Spieler aus unserer zweiten Mannschaft müssen gegen Annaberg mit in die Bresche springen. Viele Spieler sind noch so jung, die wissen gar nicht, was richtige Derby-Atmosphäre auf dem Platz bedeutet." (anr/eli)

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