Derby in Form eines Fernduells

Handball: Freiberg gegen Aue als Corona-Edition

Aue.

Seilspringen, Basketball, Kistenstemmen und Büchsenwerfen: Ein Sachsenderby der besonderen Art haben Handballer aus Freiberg und Aue zelebriert. So stand am vergangenen Sonnabend eigentlich das Oberligaspiel der HSG-Dachse gegen die Reserve des Zweitligisten EHV Aue auf dem Spielplan. Diesmal aber gab es die Corona-Edition - als mediales Fernduell zwischen zwei Spielern, übertragen via Facebook im weltweiten Netz.

Für Aue ging mit Adrian Kammlodt ein Bundesliga-Profi an den Start. Aufgrund der seit Wochen andauernden Zwangspause kann auch bei ihm von Spielpraxis keine Rede sein - also durfte er gegen seinen Heimatverein ran und traf auf einen seiner besten Kumpel: HSG-Keeper Christoph Renzing stellte sich dem spaßbetonten Duell, das vom Freiberger Hallensprecher keck moderiert wurde und mit 3:3 ein faires Ende fand. "Ich kenne Christoph schon sehr lange, deshalb habe ich den Spaß dieses virtuellen Spieltags gern mitgemacht", sagt Kammlodt. In der E-Jugend der HSG hatte seine handballerische Laufbahn begonnen. "Da war ich neun Jahre alt." Er durchlief im Freiberger Verein die komplette Jugend und spielte noch zwei Jahre im Männerteam, ehe er zu Zweitligist HC Elbflorenz Dresden wechselte. In der Landeshauptstadt aber kam der 1,95 Meter große Rückraumakteur kaum zum Zug. Nach drei Jahren entschloss er sich zum Wechsel nach Aue - für mehr Einsatzzeiten, die er prompt bekam. "Ich bin gut angekommen beim EHV und fühle mich wohl. Ich wusste, dass es ein sympathischer Verein ist." Das habe sich bestätigt.

Zwar brauchte er eine gewisse Anlaufphase. "Es lief mehr oder weniger wie erhofft", sagt der 24-Jährige, der sich rasch in den Stammkader spielte und zuletzt auf eine steigende Formkurve blickte. "Dieses Jahr lief es wirklich sehr gut." Umso bitterer sei es, dass der Virus ausgerechnet jetzt für eine Zwangspause sorge. "Das bremst mich und andere hart aus", so der angehende Heilpraktiker, der in Aue wohnt und in Dresden studiert. Den Pflichtteil seiner Ausbildung hat Kammlodt gemeistert, den Rest erledigt er nun von zuhause aus - wie das tägliche Training. "Der Handball und die Mannschaft fehlen aber hinten und vorne", gesteht er. Wie alle hofft der schlanke Schwarzschopf, dass es bald weiter geht. Wenngleich die Saison wohl Geschichte ist. "Es macht keinen Sinn, sie nochmal anzupfeifen. Alle haben gefühlt ewig nicht gespielt." Er wünsche sich jedoch nichts sehnlicher, als in die Halle zurückzukehren. "Und mal wieder aufs Tor werfen zu können."


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.