Derby steckt voller Leidenschaft

Auf Handballkost vom Feinsten dürfen sich Fans von Zweitligist EHV Aue an diesem Sonnabend in der Erzgebirgshalle freuen. Zur berüchtigten "Hölle" soll sie für die Gäste aus Dresden werden.

Lößnitz.

Stand Donnerstagvormittag: Nur noch 172 Sitzplätze sind zu haben für das große Sachsenderby in der 2. Handball-Bundesliga zwischen Aue und Dresden. "Irre. Das zeugt von der Qualität unserer Fans. Und kann uns nur helfen", sagt Stephan Swat. Der Trainer des EHV hofft, dass die Lößnitzer Erzgebirgshalle für die Gäste vom HC Elbflorenz damit zur berüchtigten "Erzgebirgshölle" wird. Anwurf: 17 Uhr.

"Was eine Halle kann, haben unsere Gäste zuletzt selbst bei sich daheim erlebt." Elbflorenz hatte es tatsächlich geschafft, gegen Emsdetten einen Acht-Tore-Rückstand (40.) zu drehen und in letzter Sekunde sogar das 29:28 zu erzielen. "Da spielte die aufgepeitschte Stimmung eine große Rolle", glaubt Swat und fordert von seinen Spielern im Derby Herzblut, Leidenschaft und Kampfgeist. "Ansonsten gehen wir gegen dieses kampfstarke und variabel agierende Team unter."

Wobei Dresden in Aue zuletzt zweimal das Nachsehen hatte. 2017 endete das Derby 28:27. Voriges Jahr stand es nach Abpfiff 25:23. Damals kämpfte sich Kevin Roch mit einer Fußverletzung durch die Partie. Und wird auch am Sonnabend beißen müssen. Er kuriert eine Bauchmuskelzerrung aus. "Es schmerzt noch, aber fürs Derby muss es wieder werden. Das Adrenalin wird sein Übriges tun", so der Linksaußen, der mit Ladiskav Brykner und Benas Petreikis das Kapitäns-Trio des EHV bildet. Gegen Dresden fordert der Abwehrspezialist von allen im Auer Team eine komplett andere Einstellung als zuletzt. "Das sind wir unseren Fans schuldig, vor allem nach der Niederlage in Konstanz. Das kratzt an der Ehre", so der frischgebackene Papa. Er stelle sich auf einen Kracher ein. "Nicht vergleichbar mit den Derbys zuletzt." Allein personell ist Zündstoff geboten. Mit Mindaugas Dumcius, Marc Pechstein und Philip Jungemann stehen bei den Gästen ehemalige Auer im Aufgebot. Die Gastgeber indes bieten mit Adrian Kammlodt und Gabriel De Santis Ex-Dresdner auf, die im Rückraum zumindest individuell stark auftreten. Taktisch mache sein Team auch nicht viel falsch, so Roch. Doch es fehle ein festes Mannschaftsgefüge wie noch vorige Saison. "Das hatte sich über Jahre eingespielt. Nun müssen wir rasch besser zueinander finden. Und vor allem im Angriff an Härte zulegen."

Auch Swat weiß, dass die "Erzgebirgshölle" als Rückendeckung von den Rängen allein nicht reicht. "Gegen Dresden war es immer knapp. Aber diesmal gilt es, wirklich alles in die Waagschale zu werfen", so der Auer Trainer. Torhüter Erik Töpfer, der zuletzt in Konstanz fehlte und an diesem Freitag 23. Geburtstag feiert, hat wieder mit trainiert. Das gibt Zuversicht, denn im jüngsten Heimspiel des EHV gegen Elbflorenz spielte er eine entscheidende Rolle. Er hielt seine Mannschaft mit Paraden im Spiel, verhinderte kurz vor Schluss beim Stand von 24:23 das Remis und ebnete damit endgültig den Weg zum 25:23-Sieg, den Roch in letzter Sekunde besiegelte. Dramatik, beste Handballkost und Leidenschaft - an Würze fehlt es dem Derby sicher auch diesmal nicht.

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