Dicker Brocken rollt auf EHV zu

In ihrem dritten Saisonspiel wollen die Auer Zweitliga-Handballer ihren dritten Erfolg einfahren. Gegner Hamburg reist mit der Empfehlung eines ebenfalls gelungenen Auftakts an, allerdings auch mit einigen Sorgenfalten.

Lößnitz/Aue.

Mit 4:0 Punkten aus zwei Spielen haben die Handballer des EHV Aue einen guten Start in die neue Zweitliga-Saison hingelegt. Das sieht auch Manager Rüdiger Jurke so, der schmunzelnd anfügt: "Somit brauchen wir nur noch 28 für den Klassenerhalt."

Beim Heimspiel am Freitag, 19Uhr, gegen den HSV Hamburg bietet sich den Erzgebirgern die Gelegenheit, das Punktekonto weiter zu füllen. Doch ein Spaziergang wird diese Partie in der Erzgebirgshalle in Lößnitz nicht, trotz des Heimvorteils. "Fakt ist: Da kommt ein echter Brocken auf uns zu, den wir analysieren und auf den wir uns konzentriert vorbereiten", betont EHV-Trainer Stephan Swat. Ihre erste Partie gewannen die Norddeutschen vor Wochenfrist mit 32:23 gegen die HSG Konstanz.

Dennoch gibt es Unwägbarkeiten, die, wie sollte es in Zeiten wie diesen anders sein, mit dem Coronavirus zu tun haben. So durchlebten die Hamburger eine schwierige Saisonvorbereitung, nachdem im Team fünf Corona-Fälle aufgetreten waren. Der Ligaauftakt gegen den TuS N-Lübbecke aus Nordrhein-Westfalen fiel für den HSV jedenfalls aus. Und in Aue ist nun mehr denn je unklar, wer bei den Elbestädtern auflaufen kann und wer nicht.

Doch vor der eigenen Haustür sieht es kaum besser aus. Der Erzgebirgskreis hat aufgrund hoher Infektionszahlen am Montag eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Demnach dürfen Großveranstaltungen nur noch mit maximal 500 Personen stattfinden - das betrifft auch Sportereignisse. Zudem wären mit dem HSV Hamburg am Freitag auch gegnerische Fans angereist. Mit dem Fanclub Störtebeker pflegen die EHV-Fans eine enge Freundschaft. Und dazu gehören wechselseitige Besuche, wenn die Mannschaften aufeinandertreffen. Doch diesmal ist eben alles anders. "Beide Fanlager sind beim Sport das Salz in der Suppe. Davon lebt die Stimmung und die ganze Veranstaltung", sagt Jörg Meinhardt, der Fanbeauftragte des EHV Aue: "Das, was gerade passiert, tut schon weh. Nach dem Nackenschlag zu Ostern, als wir vier Fan-Busse absagen mussten, die zum Spiel nach Hamburg fahren wollten, dachten wir, das ist der negative Höhepunkt. Aber dass nun keine gegnerischen Fans dabei dürfen, toppt alles." Das werde man in der Halle auf jeden Fall spüren. "Die Stimmung wird nicht annähernd so sein, wie sie sein müsste und wie wir sie kennen", fügt er an. Auch wenn es schwer falle, müsse man aber damit leben. Infolge der Situation wolle man sich bei der Übertragung der Partie diesmal besondere Mühe geben, betont Meinhardt, der auch zum TV-Team des EHV Aue gehört.

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