"Die Strecke hat es in sich"

Die Vier-Hübel-Tour hat Mountainbike-Freunde aus ganz Deutschland ins Erzgebirge gezogen. Der Schnellste kam von weit her, ist aber ein Sachse.

Oberwiesenthal.

Von 510 Mountainbikern aus ganz Deutschland ist Benjamin Michael aus Schweinfurt der beste gewesen. Der gebürtige Sachse meisterte die 90-Kilometer-Tour über den Pöhlberg, den Bärenstein und den Scheibenberg hinauf auf das Fichtelberg-Plateau in 3:18:52 Stunden, obwohl die Veranstaltung über die 2300 Höhenmeter und die vier Gipfel nicht als Rennen deklariert ist. Etwa eine Stunde länger brauchte Christiane Wolf vom RSV Erzgebirge als schnellste Frau.

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte der 23 Vier-Hübel-Touren waren Start und Ziel an der Talstation der Fichtelberg-Schwebebahn zu finden. Der Weg auf den Gipfel des höchsten ostdeutschen Berges blieb den Akteuren aber nicht erspart. Die Zeitmessung erfolgte auf dem Plateau, von wo aus die Akteure ins Ziel rollen konnten. Der 32 Jahre alte Michael - 2018 Dritter - schaffte es, die Vorjahresbestzeit um wenige Minuten zu unterbieten. Er ist damit der neue Bergkönig. Und das, obwohl er noch in der Vorwoche mit gesundheitlichen Problemen gekämpft habe. "Nach dem Start ging es relativ schnell zur Sache. Einer fuhr vorweg. Ich habe mir gedacht, das Tempo kann er nicht durchhalten. So stellte es sich dann auch heraus. Am Oberbecken haben wir ihn eingeholt, und ich konnt mich am letzten Anstieg absetzen, ohne ans Limit gehen zu müssen", schildert der gebürtige Zwickauer seine Eindrücke. "Aber ich gestehe: Die Strecke hat es in sich. Man muss sich das Rennen richtig einteilen und zum Schluss agieren. Diesmal war es außerdem brutal heiß, doch ich komme gut mit der Hitze klar", so der Gewinner. "Etwa 1000 Stunden bin ich pro Jahr auf meinem Mountainbike unterwegs, habe einen Tag vor der Hübel-Tour im Harz noch ein 45-Kilometer-Rennen bestritten. Doch da war ich am Ende total im Eimer", fügt Benjamin Michael an.

Als Jüngster im Feld verdiente sich der 15-jährige Raphael Weißflog aus Lauter-Bernsbach den Respekt. Er kam mit einer Zeit von 4:02:56 Stunden auf Platz 32 ins Ziel. "Es lief ganz gut bei mir. Lediglich die letzten Kilometer hinauf zum Fichtelberg waren ganz schön hart, aber sonst hat alles gepasst", sagte der junge Erzgebirger. Er war damit rund eine Viertelstunde vor der alten und neuen Bergkönigin an der Zeitnahme. Trotzdem braucht sich die Chemnitzerin Christiane Wolf, die für den RSV Erzgebirge startet, nicht zu schämen: "Ich fand es anstrengender als letztes Jahr, weil es zu warm war. Ich hatte dadurch Magenprobleme, doch ansonsten hat es wieder Spaß gemacht. Ich denke, ich bin drei Minuten langsamer gewesen als 2018, aber trotzdem zufrieden", betonte die 36-Jährige.

Grundsätzlich war auch Organisator Erik Schulze vom Oberwiesenthaler SV zufrieden: "Der Sonntagmorgen begann gleich mit einem Highlight. Wir hatten mit Eric Frenzel, Jens Weißflog, Erik Lesser und René Sommerfeldt 15 Olympiamedaillen auf der Bühne", betonte der 40-Jährige. Vor allem Kombinationsolympiasieger Frenzel zollte er größtes Lob: "Kurz vor seinem Sprungwettkampf beim Sommer-Grand-Prix war er noch hier."

Die Tour lief nach Schulzes Ansicht weitgehend problemlos. "Überhaupt war das Wochenende ein Erfolg. Die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten lief hervorragend, hat bestens geklappt", sagte der Chef der Hübel-Tour. "Ich bin total glücklich und danke den 160 Helfern, darunter den Feuer- und Bergwachtleuten sowie unserem Arzt Dirk Stengel, die herausragende gearbeitet haben. Sie hatten zum Glück bis auf ein paar Kratzer und eine schwerere Blessur aber auch wenig zu tun. " (mit mas)

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