Drei Neue führen nun Regie

Ein Trio aus dem Altkreis startet am Wochenende in die Fußball-Erzgebirgsliga. Geht es einigermaßen normal zu, sollten sie nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen.

Annaberg-Buchholz/Crottendorf/Gelenau.

Es ist so weit, die Spielzeit 2019/20 beginnt. Während der SV Crottendorf bereits am Samstag im Auftaktspiel gefordert ist, haben der VfB Annaberg und der BSV Gelenau einen Tag länger Zeit. Angepfiffen werden aber alle Begegnungen 15 Uhr. Wie es in den Vereinen aussieht, darüber hat "Freie Presse" mit den Trainern der Mannschaften gesprochen. In allen drei Fällen sind diese neu - und doch wiederum nicht.

VfB Annaberg: Mit der Heimpartie gegen Aufsteiger FSV Sosa ist die Ausgangslage für den Landesklasseabsteiger klar: Favorit. Daran lässt auch Daniel Mannsfeld keinen Zweifel. Der Neue am Ruder des VfB, zuvor vier Jahre in Crottendorf an der Linie, kennt sich aus in der Liga. Deshalb ist ihm auch nicht bange, die nach wie vor junge Truppe ins Getümmel zu werfen. "Alle sind ehrgeizig, wollen in die Startelf", sagt der Trainer, der Platz 1 bis 3 als Saisonziel nennt. "Wenn alle im Kopf frei sind, können wir jeden Gegner bezwingen", ist sich der 39-Jährige sicher. Vor allem freut er sich, dass er eine starke zweite Mannschaft und eine gute A-Jugend im Rücken hat. Auch deshalb wird der VfB von vielen als Aufstiegskandidat Nr. 1 gehandelt. Diesbezüglich aber bremst Mannsfeld: Das junge Gemüse müsse reifen. Und innerhalb der VfB-Reihen gab es aus den Männerteams neun Abgänge, und keineswegs nur "Mitläufer". Insofern könnte es schon zu Engpässen kommen, wenngleich das Aufgebot weiterhin für Qualität bürgt, selbst wenn es für die Landesklasse eben nicht zum Klassenerhalt gereicht hat. Zum Auftakt fehlen Mannsfeld aber mit Christoph Meyer und Sebastian Halm zwei Säulen aus der Abwehr. Vielleicht eine Chance für die Neulinge, die mit 24 Punkten Vorsprung überlegen Staffelsieger der Kreisliga West geworden sind und mit dem 43-mal erfolgreichen Philipp Unger den überragenden Torschützen in ihren Reihen hatten.

BSV Gelenau: Durchaus Qualität, aber auf ein Dutzend Leute beschränkt, sieht Kay Zaffrahn bei seinem BSV. Trotz der katastrophalen Abstiegssaison in der Landesklasse, die er als sportlicher Leiter erlebte, und des Verlusts von sieben Stammkräften gewinnt der Trainer der Situation Positives ab: "Jetzt sind wieder alle Spieler von uns, kennen sich. Das motiviert", hat der 31-Jährige festgestellt. Entsprechend gut laufe das Training. "Aber nach der schwierigen Saison, die abgehakt ist, müssen wir beißen. Zu den Favoriten zähle ich uns nicht. Uns genügt es, wenn wir nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen", so Zaffrahn. Dies werde schon wegen der starken Aufsteiger nicht einfach. Der BSV-Coach hofft auf einen guten Auftakt, wohlwissend, dass dieser bei Drebach/Falkenbach nicht ansatzweise zum Selbstläufer wird. "Drebach ist für mich klarer Favorit, zumal bei uns Marcel Walczak und Ricardo Köhler fehlen", so der BSV-Coach.

SV Crottendorf: Einen Bekannten, der bereits mit Daniel Mannsfeld den SV führte, haben die Crottendorfer reaktiviert: René Lüttcher. Der 46-Jährige hat wieder etwas mehr Zeit, nachdem seine Tochter nicht mehr beim CFC spielt. "Erst wollte ich nur übergangsweise helfen, aber nun habe ich zugesagt", fügt er an. Wenngleich die Abgänge der Häßler-Brüder sowie von Volte und Brand schwer zu kompensieren sind, sieht er nicht schwarz. "Die Fitness ist okay, aus unserem kleinen Kader dürfen aber nicht viele ausfallen", so Lüttcher, der zudem das jüngste Erzgebirgsligateam betreut. "Ich denke aber, es wird für uns eine schwierige Serie, wir werden wohl um den Klassenerhalt kämpfen müssen." Um die erfahrenen Männer Marcus Süß, Benjamin Walde und Simon Smid will er die Jungen einpflanzen, wenngleich dies schon zum Auftakt in Thalheim nicht klappt: Smid sitzt noch eine Sperre ab, zudem fehlt Keeper Sommerfeld. Also muss der 18-jährige Leon Glänzel in den Kasten, obwohl ihm Erfahrung in der Herrenklasse fehlt. Doch Angst gehört nicht zu den Merkmalen der Crottendorfer, die in der Erzgebirgsliga bleiben wollen. Aus gutem Grund: Nächstes Jahr feiern sie ihr 100. Jubiläum.

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