Drittligist erzeugt zu wenig Druck

Im personellen Umbruch befindet sich gerade die erste Männermannschaft des Volleyball-Clubs Zschopau. Dass dieser Prozess Zeit erfordert, wurde auch am zweiten Spieltag gegen einen Liga-Neuling aus München deutlich.

Zschopau.

Mit drei Siegen aus drei Spielen grüßt der VC Zschopau fast von der Tabellenspitze. Diese Aussage bezieht sich allerdings auf die Damen des Volleyball-Clubs, die nach ihrem Traumstart in der Regionalliga Ost nur aufgrund des Satzverhältnisses den L.E. Volleys den Vortritt lassen müssen. In der Dritten Liga Ost der Männer läuft es aus Zschopauer Sicht dagegen alles andere als optimal. Dort stehen für den VC nach zwei Spieltagen zwei Niederlagen zu Buche. Trotz Heimvorteils - am Sonntag waren zu ungewohnter Zeit immerhin gut 100 Zuschauer in der Halle - setzte es auch gegen den VC DJK München-Ost/Herrsching II eine Niederlage.

Statt nach Ausreden zu suchen und die Niederlage auf etwaige Talente des Herrschinger Bundesligisten zurückzuführen, nahm Zschopaus Trainer Andreas Richter im Anschluss kein Blatt vor den Mund. "Wir haben uns zu viele Eigenfehler geleistet und gerade gegen Ende der Sätze Punkte einfach weggeschenkt", sagt der Coach, der die Ursache für die Niederlage gegen den Aufsteiger aus Bayern ausschließlich in den eigenen Reihen suchte: "Diese Mannschaft sehe ich im hinteren Drittel der Tabelle. Eine Leistung wie im ersten Spiel gegen Niederviehbach hätte sicherlich zum Sieg gereicht." Doch anders als zum Auftakt, als der VC beim 2:3 zumindest einen Punkt holen konnte, waren die starken Phasen der Gastgeber diesmal deutlich zu kurz.

Dabei erwischten die Erzgebirger durchaus einen guten Start. Als ein 9:4 auf der Anzeigetafel leuchtete, wuchs bei so manchem Fan die Hoffnung, den ersten Saisonsieg bejubeln zu können. Doch dann schmolz der Vorsprung. Die Gäste übernahmen mehr und mehr das Kommando und sicherten sich den ersten Satz mit 25:22. Als Knackpunkt erwies sich der Aufschlag der beiden Teams. Während die Hausherren laut Richter damit zu wenig Druck erzeugten, hatten sie mit dem ersten Ball der Münchener fast immer ihre Probleme.

"Bis Mitte des dritten Satzes war unsere Annahme zu instabil", analysiert der Zschopauer Trainer. Folge war, dass auch die Außen- und Diagonalangreifer nur schwer in Szene gesetzt werden konnten. Mit einigen Schmetterbällen sorgte Kay Trautvetter zwar hin und wieder für Beifall. Am Ende durfte sich der 34-Jährige sogar über die Wahl zum wertvollsten Spieler auf Zschopauer Seite freuen. "Aber der Block der Gäste hat sich irgendwann auf ihn eingestellt", nennt Richter einen Grund, warum auch der zweite Satz mit 25:23 an den Gegner ging.

Trotz Steigerung blieb die Wende im dritten Durchgang aus. Statt beim Stand von 24:24 die große Chance zu nutzen, wurde mit zwei eigenen Fehlern die Niederlage besiegelt, was für Ernüchterung sorgte. "Natürlich hatten wir uns den Saisonstart ganz anders vorgestellt", gesteht Richter. Dass gegen zwei schlagbare Gegner letztlich nur ein Punkt zu Buche steht, sei ärgerlich. "So etwas ist aber auch Bestandteil eines personellen Umbruchs, so wie wir ihn gerade vollziehen", ergänzt der Coach. Noch fehle dem Team nach dem Abgang von drei Routiniers die Konstanz. Doch der Coach hofft auf Fortschritte, zumal die verletzten Rico Knöbel und Marcus Benthien bald wieder fit sind.

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