EHV Aue fällt Wölfen zum Opfer

Für die Zweitliga-Handballer aus Aue heißt es Wunden lecken. Vor allem der Angriff schwächelte beim 20:22 in Würzburg.

Aue.

Es hätte alles so schön sein können. Es war Nikolaustag und Zweitliga-Handball stand im Programm. Der EHV Aue konnte mit breiter Brust zum DJK Wölfe Rimpar nach Würzburg reisen, schließlich hatten die Schützlinge von Trainer Stephan Swat eine Woche zuvor Tabellenführer TuSem Essen mit 34:28 bezwungen. Doch am Ende fuhren die Erzgebirger mit einer 20:22-Niederlage (9:8) wieder nach Hause.

Nach sechs Minuten führte der EHV mit 3:0 und alles schien gut. Überhaupt hatten die Sachsen fast die gesamte Begegnung über die Nase vorn. Und doch ärgerte sich Trainer Stephan Swat über die Leistung: "Wir haben einfach ein schlechtes Spiel gemacht. Die Unkonzentriertheit und die vielen, teils unnötigen Zwei-Minuten-Strafen - das alles hat zu dieser Niederlage geführt", resümierte der Coach. Sein Team sei nie richtig ins Spiel gekommen. Dabei war der Gegner keine Übermannschaft, schwächelte an diesem Tag ebenfalls, was sich auch in den wenigen Toren widerspiegelte. "Wir hätten das Spiel einfach gewinnen können, wenn wir unsere Leistung gebracht hätten." Deshalb interessierte es den Coach auch weniger, dass sein Team in den Schlussminuten selbst noch die Punkteteilung verpasste. Der Sack hätte aus seiner Sicht viel früher zugebunden werden müssen. Das eigentliche Problem der Begegnung war der Angriff des EHV.

"Wir haben dort einiges vermissen lassen, was gegen Essen noch sehr gut war", so Linksaußen Kevin Roch. Die Rückraumwürfe, so analysiert er kritisch, haben komplett gefehlt: "Schnelles Spiel und Pässe in die Tiefe ebenfalls", so der 30-Jährige. Positiv sei nur, dass die Abwehr - gemeinsam mit den Torhütern - gut stand. Doch wer auswärts nur zwanzig Tore schieße, der könne einfach nicht gewinnen. Auch über die letzten Minuten ärgert sich Roch enorm. Die Schlussphase sei richtig schlecht gewesen: "Das 21:20, ein Wurf aus dem Rückraum, war viel zu einfach." Patrick Schmidt von den Gastgebern kam ohne Bedrängnis zum Abschluss. Auf der Gegenseite ging nichts mehr: "Vorne haben wir in zwei Angriffen nicht einmal aufs Tor geworfen. Das war das Schlimmste, weil wir alle unkonzentriert und kopflos in dieser Situation waren", so Roch. Er ergänzt: "Da haben wir als Mannschaft versagt."

Der Ärger im Bauch sei auch auf der Rückfahrt noch spürbar gewesen. "Ein bisschen hat mich das an die erste Halbzeit in Bad Schwartau erinnert. Dort konnten wir das ganze aber noch retten. Diesmal nicht." Roch geht aber davon aus, dass diese Niederlage zur richtigen Zeit kam. Man sei wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. "Wir müssen uns immer von der ersten bis zur letzten Sekunde reinhängen. Wir sind keine Mannschaft, die einfach mal so zwei Punkte holt. Wir müssen als Kollektiv funktionieren", sagt der Linksaußen.

Am nächsten Sonntag ist der EHV beim TV Emsdetten gefragt, hat somit ein weitere Auswärtspartie, diesmal im Münsterland, vor sich. "Für den Kopf wäre eine Heimspiel sicher einfacher. Aber wir müssen Emsdetten, die deutlich hinter uns liegen, einfach auf Distanz halten, und das muss auch auswärts funktionieren", sagt Roch.

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