EHV ordnet für Spieler vorerst Kurzarbeit an

Weil der Liga-Betrieb bis Mitte April ruht, bleibt Handball-Zweitligist Aue keine andere Wahl. Vorerst herrscht komplett Pause.

Aue.

Die Sponsoren halten zur Stange. Das ist die gute Nachricht für Handball-Zweitligist EHV Aue. Trotzdem gehen die Spieler zunächst einmal in Kurzarbeit. Denn bis mindestens 22. April ruht in allen Ligen der Spielbetrieb.

Am vergangenen Freitag gab es in der Lößnitzer Erzgebirgshalle das vorerst letzte Training. Danach trat EHV-Manager Rüdiger Jurke vor die Mannschaft und informierte über die unvermeidlichen Einschnitte. Eine Woche herrscht komplett Pause. "Die Jungs bekommen erst mal frei. Sie sollen den Kopf frei kriegen und die Situation mit dem Verein klären", sagt Cheftrainer Stephan Swat. Das Training werde voraussichtlich am 23. März wieder aufgenommen. "Wir müssen uns fit halten, werden aber nicht so intensiv trainieren wie zuletzt. Das macht ja keinen Sinn", so Jurke, der seit mehr als 20 Jahren das Steuer beim EHV in den Händen hält. So etwas wie jetzt habe er in dieser Zeit noch nie erlebt. "Aber man lernt immer dazu. Nicht nur im Sport, auch in der ganzen Gesellschaft."

Für die Spieler, die in Kurzarbeit müssen, bedeutet das finanzielle Einbußen. "Das schaffen sie schon." Die Verunsicherung ist bei allen sehr groß, sagt Kapitän Kevin Roch. "Keiner weiß, wie es weitergeht. Schaffen das die Vereine? Schafft das die Liga? Wie geht es mit unser aller Gesundheit weiter? Die Ungewissheit ist das Schlimme", so Roch, der erst vor Kurzem Vater wurde und im Hausbau steckt. Kämpferisch zeigt sich Swat. Gemeinsam mit dem Manager wolle er versuchen, die Situation zu meistern. Zunächst müsse er die Trainingsinhalte anpassen. "Wir sind immer noch Leistungssportler. Sollte es am 23. April sportlich weitergehen, will sich der EHV Aue nicht abhängen lassen, sondern den Klassenerhalt schaffen.

Abseits des Sports wünscht sich Jurke ein bisschen mehr Gelassenheit. Er habe weder Nudeln noch Klopapier gehortet. Einige Äußerungen, auch von offizieller Seite, die etwa die Zahl der Infektionen betreffen, hält er für unklug. Wenn davon die Rede sei, dass 60 bis 70 Prozent aller Menschen krank werden, dann verunsichere das zusätzlich. Ein paar Regeln hält aber auch Jurke ein. Händeschütteln ist passé. "Ich habe jedoch keine Angst, schränke mich auch nicht großartig ein."


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