Erfolgsserie reißt in letzter Sekunde

Obwohl die Mitteldorfer Fußballerinnen unter freiem Himmel nicht am Spielbetrieb teilnehmen, hatten sie in der Halle den Titel quasi abonniert. Diesmal kam es anders.

Annaberg-Buchholz.

Während im Männerbereich immer weniger Fußballmannschaften am Erzgebirgshallencup teilnehmen, ist es bei den Damen genau umgekehrt. Zu den neun Erzgebirgsligisten gesellten sich noch einige weitere Teams, die sonst nicht am Spielbetrieb teilnehmen, um nach der Krone unterm Hallendach zu greifen. Und zwei von ihnen schafften es bei der Endrunde in der Annaberger Silberlandhalle sogar bis ins Finale. Vom FSV 1990 Mitteldorf war das durchaus zu erwarten gewesen, handelte es sich doch um den Titelverteidiger. Mit der SV Olbernhau schaffte es aber auch ein Überraschungsteam ins alles entscheidende Spiel, dem letztlich sogar der ganz große Wurf gelang.

Lange sahen die Mitteldorferinnen wie der erneute Gewinner aus. Nach Siegen in der Gruppenphase gegen Olbernhau (2:0) und Motor Zschopau (3:0) sowie einem ungefährdeten 5:2 im Halbfinale gegen Affalter hatte der FSV auch im Finale zunächst die Nase vorn. Kristin Hertel mit einem seltenen Kopfballtor und Sandra Schult mit einer feinen Einzelleistung gaben passende Antworten auf den Rückstand. 2:1 stand es somit für den Seriensieger, der den Vorsprung nur noch über die Zeit bringen musste. "Ich glaube, wir hatten den Titel unterm Hallendach zuletzt fünfmal in Folge gewonnen", sagt Trainerin Christin Schilling, die mit herunter tickender Uhr das Unheil aber fast kommen sah. Im Spiel um Platz 3 kurz zuvor, als Affalter wenige Sekunden vor Schluss das 3:2-Siegtor gegen Gornau schoss, habe man mitbekommen, wie es laufen kann. Ähnlich kam es im Endspiel: Nicht einmal eine Minute war noch zu spielen, als Olbernhau zum 2:2 traf.

"Sicherlich war auch etwas Pech dabei, weil wir vorher den Pfosten getroffen hatten", sagt Christin Schilling. Unverdient sei der Ausgleich der zumeist jungen SVO-Mädels gegen die FSV-Routiniers aber nicht gefallen: "Es war ein ausgeglichenes Duell gegen einen starken Gegner." Der Vorteil der Erfahrung nützte den Mitteldorferinnen dann im Elfmeterschießen nichts. Weil zwei Spielerinnen den Futsalball nicht ins Netz brachten, stand es am Ende 4:3 für Olbernhau.

Obwohl es sich bei den Mitteldorfer Damen inzwischen nur noch um eine Freizeitmannschaft ahndelt, die nie in fester Besetzung trainiert, war der Frust spürbar. "Wir sind ja nicht zum Spaß hier", betonte die Trainerin: "Wenn wir mitmachen, wollen wir auch gewinnen." Doch dafür fehlten wenige Sekunden gegen eine Mannschaft, die in Zukunft öfter für Furore sorgen will. Denn während beim FSV der Kader im kleiner wird, steigt in Olbernhau die Zahl der Spielerinnen. "Unser Aufruf im Internet hat sich gelohnt. Im kommenden Sommer wollen wir auch in der Liga antreten", sagte Trainer Sascha Spartmann, der den Titelgewinn nicht erwartet hatte.

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