Europaspiele als Höhepunkt

Linda Schumacher darf in Bosnien-Herzegowina in die Loipe. Die Sportlerin vom SSV Geyer ist damit die Einzige vom Stützpunkt Oberwiesenthal.

Geyer.

Der frischgebackenen Deutschen Meisterin Linda Schumacher steht der bislang bedeutsamste Wettkampf ihrer noch jungen Laufbahn bevor. Am Freitag ist sie von München aus nach Sarajewo geflogen, um an den Europäischen Olympischen Jugendspielen teilzunehmen. Sie ist die einzige Sportlerin des Stützpunkts Oberwiesenthal, die in der deutschen Auswahl vertreten ist. Am heutigen Dienstag geht die 17-Jährige in Slowenien erstmals in die Spur.

"Natürlich ist das für mich bislang der Karrierehöhepunkt. Besonders aufgeregt bin ich aber nicht", sagt die junge Dame, die für ihren SSV Geyer startet. Dort hat sie bei Marcel Klaus mit dem Skilaufen begonnen. Nun darf sie dort starten, wo die DDR vor 35 Jahren die Nationenwertung der Olympischen Winterspiele gewann und wo die Oberwiesenthaler durch Rodlerin Steffi Martin und Skispringer Jens Weißflog zwei der neun Goldmedaillen beisteuerten. In Sarajewo - früher Jugoslawien, heute Bosnien-Herzegowina - tritt Deutschland mit 38Aktiven an, um sich mit weiteren rund 1560 Athleten aus 45 europäischen Nationen zu messen.

Linda Schumacher macht sich die größten Hoffnungen über 5 Kilometer Freistil, die für sie gleich zum Auftakt anstehen. Danach wird sie am Donnerstag den Sprint und am Freitag die Mixed-Staffel laufen. "Im Team bin ich immer besonders motiviert", sagt die mehrfache nationale Titelträgerin. Ohnehin sieht sie eine ihrer Stärken im Fleiß und im Biss. "Ich kann mich irgendwie quälen, im Wettkampf, aber auch sonst", sagt die Langläuferin, die in Oberwiesenthal bei Lars Hänel zehn bis zwölf Trainingseinheiten pro Woche abspult. Lieblingsdistanzen hat sie dabei nicht, wenngleich es derzeit im Freistil etwas besser läuft. "Ansonsten mag ich Sprint- genauso gern wie Distanz- und Massenstartrennen", fügt sie an.

In Sarajewo wird sie von ihrem Papa René begleitet, der seine Tochter unterstützt. Linda ist schließlich selten genug in Geyer, wo die anderen der Patchworkfamilie wohnen und sich teils im SSV Geyer engagieren. Die Zwölftklässlerin weiß deshalb, wo ihre sportlichen Wurzeln liegen und von wo aus sie 2011 ins Sportinternat an den Fichtelberg gezogen ist und bereits zahlreiche Erfolge erlaufen hat. Unter anderem hat sie 2016/2017 die Gesamtwertung des Deutschlandpokals gewonnen und war 2017 im Erzgebirgskreis zum "Talent des Jahres" gewählt worden.

Nächstes Jahr will Linda Schumacher ihr Abitur ablegen und hofft danach auf eine Förderstelle bei Bundeswehr, Polizei oder Zoll. Sollte dies wider Erwarten nicht klappen, wird sie dennoch nicht stolpern. Dafür sorgt schon die schumachersche Schuhmachertradition. "Der Uropa hat sie begründet, die Firma Sehm", sagt die Sportlerin. "In unserem Familienunternehmen wird später sicher auch für mich ein Platz sein." Zunächst möchte sie aber in Sarajewo auftrumpfen - und nächstes Jahr zur Juniorenweltmeisterschaft in Oberwiesenthal. "Ein ganz großes Ziel und Motivation zugleich", blickt die 17-Jährige voraus. Etwas Erfahrung hat sie mit Welttitelkämpfen aber immerhin: Vor drei Jahren war Linda Schumacher mit ihren Trainingskolleginnen aus der Eliteschule Oberwiesenthal Weltmeisterin der Schülerinnen.

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