Fanreaktion: "Sehr schade, aber Vernunft siegt"

Handball, 2. Bundesliga: Auswärtsfahrten des EHV gehen retour

Aue.

Schon Mitte März war es Gewissheit: Die gemeinsame Osterreise in vier ausverkauften Bussen zum Zweitliga-Spiel des EHV Aue in Hamburg fällt ins Wasser. Bedingt durch das Coronavirus. Schon Tage zuvor berieten sich der EHV-Fanbeauftragte Jörg Meinhardt und Petra Bärtl vom Reisebüro in Aue ständig. "Schlussendlich blieb uns nichts anderes übrig als die Reise abzusagen."

Alles zurück auf Null - das hat Jörg Meinhardt in vielen Jahren als Fanbeauftragter noch nie erlebt. "Aber zum Glück spielten alle Partner mit. Es gab keinerlei Probleme, sodass jeder sein Geld zurückerhält", sagt er. Zwischen 600 und 700 Fans hätte er für die nächsten drei Auswärtsspiele mobil gemacht. "Für den Handball in der Zweiten Liga wäre das eine große Nummer gewesen."

Geplant waren nicht nur der mehrtägige Oster-Trip in die Hafenmetropole mit 250 Handballenthusiasten, sondern auch Fahrten zu den Partien in Dresden mit 250 Fans und in Eisenach mit 150 bis 200 Anhängern. Sicher unvergessliche Erlebnisse - wie schon die Ostern-Hamburg-Premiere 2019, als zahlreiche Fans im hohen Norden drei Tage Sport, Kultur und Freizeit genossen. Jetzt haben alle ganz andere Sorgen. "Selbst beim Tüv gibt es jetzt das Thema Kurzarbeit, um die Leute zu halten", so Meinhardt. "Ich hätte nach 30 Jahren in dem Job nie gedacht, dass es mal so weit kommt." Er appelliert an die Vernunft aller, sich an die Vorgaben zu halten, soziale Kontakte zu meiden. "Im Erzgebirge ist die Lage noch nicht ganz so prekär." Es gelte, alles daran zu setzen, damit das so bleibt. "Und wir müssen positiv denken. Trotz allem." Mit der großen Abrechnung rechnet Meinhardt erst, wenn die akute Lage vorüber ist. "Dann zeigen sich die wirtschaftlichen und sportlichen Auswirkungen - und wie groß der Zusammenhalt wirklich ist." Bisher halten laut dem Fanbeauftragten alle zur Stange, von Spielern bis zu Sponsoren. "Ein gutes Signal." Mit einem regulären Saisonbetrieb rechnet er nicht mehr. "Wir können nur hoffen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen. Und dass es schnell verheilt."

Die Fans zeigen durchweg Einsicht. Zu den Absagen der Auswärtsfahrten schreibt Bianca auf Facebook: "Schade, aber total verständlich." Sicherheit geht vor, betont Katharina und fügt hinzu: "Lieber so, als wenn danach der eine oder andere das Virus nach Hause schleppt." Uwe bringt es so auf den Punkt: "Sehr schade, aber Vernunft siegt."


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