Favorit aus dem Oberhaus bestraft Auer Fehler gnadenlos

In der Erzgebirgshalle in Lößnitz haben am Wochenende vier Teams um den Einzug in das DHB-Pokal-Achtelfinale im Handball gekämpft. Das Ticket löste Wetzlar.

Lößnitz.

Die Hürde HSG Wetzlar ist für den EHV Aue eindeutig zu hoch gewesen. Der Handball-Zweitligist hat durch eine 18:28-Nieder- lage (9:15) gegen den Erstligisten gestern Abend in der Lößnitzer Erzgebirgshalle einmal mehr den Einzug in das Achtelfinale des DHB- Pokalwettbewerbs verpasst.

Am Sonnabend nach dem knappen 23:21-Heimsieg (12:10) über die HSG Rodgau Nieder-Roden, mit dem sich die Auer den Weg ins Finale des Viererturniers und damit ins Duell mit dem großen Favoriten aus Wetzlar ebneten, hatte EHV-Manager Rüdiger Jurke noch augenzwinkernd erklärt: "Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss - wobei einiges bei uns eher an Esel erinnert hat." Jurke zielte damit auf die Chancenverwertung der Gastgeber ab, die phasenweise unterirdisch war. Sie stiegen mit drei Fehlwürfen ein und bauten Rodgaus starken Torhüter Marco Rhein weiter auf. Daher liefen die Auer, bei denen die angeschlagenen Jan Faith und Austris Tuminskis doch mitwirken konnten, trotz ansprechender Abwehrleistung nach einer 3:1-Führung sogar lange einem Rückstand hinterher. Zur Pause lag der EHV zwar wieder mit zwei Toren vorn und baute den Vorsprung - nicht zuletzt dank der Paraden von Radek Musil - im zweiten Durchgang auf bis zu vier Treffer aus. Eine wirklich souveräne Sache wurde es wegen der miesen Quote im Abschluss sowie der tapfer und bissig kämpfenden Südhessen bis zum Endstand von 23:21 aber nie.

"Wir hätten den Kahn deutlich früher in sicheres Fahrwasser bringen müssen. Die Abwehr hat eigentlich über weite Strecken richtig gut gearbeitet, auch in kritischen Phasen in Unterzahl. Aber die Chancenverwertung ging gar nicht", sagte EHV-Trainer Stephan Swat nach der Partie vor nur 250 Zuschauern. Er habe gewarnt, dass es kein Selbstläufer wird, und so sei es gekommen. "Zum Glück hatten wir die etwas bessere Deckung und mit Radek einen gleichwertigen Torhüter."

Die HSG Wetzlar löste im Anschluss ihre Pflichtaufgabe gegen Zweitliga-Aufsteiger TV Großwallstadt sicher mit 30:24 (16:11). Und allen im EHV-Lager war klar, dass eine deutliche Steigerung her muss, um tags darauf gegen den Favoriten überhaupt eine Chance zu haben.

Mit 375 Zuschauern war die Kulisse dann am Sonntag erneut eher zum Heulen. Aber was die Auer gegen das Team aus dem Oberhaus zunächst ablieferten, weckte unter den Fans Hoffnungen, es könnte tatsächlich eine Pokalüberraschung möglich sein. Nach sieben Minuten führten die Erzgebirger 4:3, und bis zum 6:6 (17.) war es eine völlig offene Partie. Ein frei vergebener Wurf, ein Lattentreffer, vor allem jedoch völlig unnötige Ballverluste durch Fehlpässe sorgten dann dafür, dass das Geschehen dem EHV entglitt. "Vielleicht waren wir da etwas zu euphorisch. Wir müssen in solchen Situationen einfach mehr mit Köpfchen spielen, um diese Fehler zu vermeiden", blickte Trainer Stephan Swat auf jene knapp sieben Minuten zurück, als sein Team mit fünf Toren in Rückstand geriet. Denn Wetzlar bestrafte die Aussetzer gnadenlos und war damit auf Siegkurs. Beim Seitenwechsel stand es trotz des wieder gut aufgelegten Radek Musil im Auer Kasten 15:9 für den Erstligisten.

Sollte trotzdem noch bei irgendeinem ein kleiner Hoffnungsfunken geglimmt haben, so löschte der EHV diesen sofort nach Wiederbeginn mit zwei weiteren Ballverlusten, die zu Gegentreffern führten, und einem verworfenen Siebenmeter. Von da an trug das Duell eher Testspielcharakter. "Bitter für uns, dass es am Ende zehn Tore Unterschied sind, weil ich denke, das war unnötig", ärgerte sich Swat und fügte an: "Wir haben phasenweise gut mitgehalten, aber dann blitzte die Klasse des Erstligisten halt wieder auf." Die wie schon am Sonnabend schlechte Chancenverwertung und der generell zu geringe Druck aus dem Rückraum haben es der HSG aber auch zu leicht gemacht, so der Coach. "Daran müssen wir arbeiten."

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