Flashmob in der Halbzeitpause

Die Veilchen-Fußballer haben ihre erste Trainingswoche beendet. In Geyer überbrückten mehr als 2000 Fans nicht nur die Saure-Gurken-Zeit, sondern sie bekamen ihre Idole zum Anfassen.

Geyer.

Aues Torwart und Kapitän Martin Männel war nach dem Abpfiff in Geyer innerhalb weniger Sekunden von Fans umringt. Fix war die Traube um ihn so groß, dass die Nummer 1 des FC Erzgebirge kaum noch zu sehen war. Männel lächelte in die eine, dann in die andere Kamera, unterschrieb auf T-Shirts, Armen und Eintrittskarten. Genau das macht ein Testspiel auf dem "Dorf" aus. Der Kapitän liebt diese Fannähe und findet, dass sein Kumpelverein auf diese Weise zeigen kann, wovon man übers Jahr immer wieder redet. Es geht um das Wir-Gefühl im Erzgebirge und um die Verbundenheit mit dem Zweitligisten. Daher verwunderte es nicht, dass der Kick in Geyer bereits das dritte Testspiel in der Vorbereitung der Fußball-Profis war, obwohl diese erst vergangenen Montag begonnen hatte.

2178 Zuschauer erlebten in der Bingestadt ein 22:0 des Topfavoriten. In der ersten Hälfte erzielten Pascal Testroet und Philipp Zulechner je drei Tore. Hikmet Ciftci traf zweimal, Robert Herrmann und Probespieler Eroll Zejnullahu je einmal. Nach dem Pausentee war Probespieler Jannik Mause mit fünf Treffern erfolgreichster Schütze. Drei Treffer gingen auf das Konto von Florian Krüger, zwei erzielte Calogero Rizzuto, je einen steuerten Erik Majetschak und Njegos Kupusovic bei.

In der Halbzeitpause hatte Kornelia Walther ihren großen Auftritt. Die Zumba-Trainerin animierte das Publikum aufs Spielfeld zu kommen und eine Tanzeinheit mitzumachen: "Das war schon etwas Besonderes. Ein richtiger Flashmob, wie man ihn normalerweise aus dem Fernsehen oder aus dem Radio kennt", frohlockte sie und war nur ein bisschen enttäuscht, dass sich kein Spieler dem Treiben anschloss. Dabei hatte sie sogar schon eine Übungseinheit mit dem TSV Geyer gemacht. Bernd Stoll aus Geyer war ins Stadion gekommen, um möglichst viele Tore zu sehen. "Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen", sagte er und ergänzte: "Es war zwar ziemlich einseitig, aber das war ja zu erwarten." Seine Frau Silvia mag solche Spiele: "Sie ziehen die Leute endlich auf den Fußballplatz, Sport verbindet", sagte sie. Dass Pascal Testroet trotz einiger Abwerbeversuche beim FCE geblieben ist, freut Dauerkartenbesitzerin und Vereinsmitglied Stefie Haberland: "Ich gehe fest davon aus, dass das verbindlich ist und nichts mehr passiert." Über die Neuverpflichtungen wollte sie sich kein Urteil erlauben. "Da muss man erst einmal die ersten Pflichtspiele abwarten." Die Sehnsucht nach den Veilchen wollten Thomas Tautenhahn und Martin Sebastian stillen: "So lässt sich die Saure-Gurken-Zeit überbrücken", sagte Sebastian. Die beiden waren sich einig, dass vor allem Hikmet Ciftci einen sehr guten Eindruck hinterließ.

"Wir sind große Aue-Fans und da haben wir die Chance genutzt, dass die Veilchen ganz in unserer Nähe spielen", sagte Nicole Schöffler aus Gelenau. Ihr Mann Jens Schöffler hofft, dass sich die Neuen schnell und gut integrieren.

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