Frühes Tor zerstört die Taktik

Statt auf Ballbesitz und Gegenpressing wollten die Marienberger Fußballer im Landespokal gegen Eilenburg auf eine kompakte Defensive und Konter setzen. Dieser Plan ging allerdings nicht auf.

Marienberg.

Als Kai Hamann in der zweiten Minute nach einer Hereingabe von Kevin Werner fast zur Stelle gewesen wäre, lag die Überraschung tatsächlich in der Luft. Der Plan, den Ronny Rother für die Kicker des FSV Motor Marienberg zurechtgelegt hatte, klang zwar simpel, aber vielversprechend. "Wir wollten diesmal aus einer kompakten Defensive über Konter zum Erfolg kommen", sagt der Trainer über die Landespokal-Partie gegen den FCEilenburg. Doch der Oberligist, der das Finale der vorigen Saison nur knapp mit 1:2 gegen den Chemnitzer FC verloren hatte, spielte nicht mit. Denn nach Hamanns vergebener Chance warf der Favorit quasi im Gegenzug die Marienberger Pläne über den Haufen.

Als die Motor-Defensive einen Ball nicht konsequent klären konnte, schob der allein gelassene Alexander Vogel mit der Innenseite überlegt ins kurze Eck ein. "Das war natürlich der Knackpunkt", so Rother. Obwohl sich sein Team auch danach weit zurückzog und im Vergleich zu den meisten Liga-Spielen erst 30 Meter weiter hinten attackierte, stellten die Gäste weiterhin ihre Klasse unter Beweis. Das Kopfballtor von Lucas Danz nach einer Ecke (19.) sowie Tim Bunges trockener Abschluss aus zwölf Metern (23.) sorgten dafür, dass die Partie frühzeitig entschieden war. "Das Positive war aber, dass sich unsere Mannschaft nie hängen lassen hat", betont Ronny Rother.

Vor allem in der zweiten Halbzeit konnten die Gastgeber auch offensiv einige Akzente setzen. In Verbindung mit der Tatsache, dass der Gegner einen Gang herunterschaltete, trugen die Wechsel bei Marienberg Früchte. So boten sich dem von der Bank gekommenen Dirk Ruttloff auf dem rechten Flügel gleich mehrfach ungeahnte Räume, auch wenn der letzte Pass gegen die allesamt schnellen Eilenberger nicht ankam. Fast wäre Kevin Matthes zum Joker geworden. Der per Steilpass geschickte Neuzugang verfehlte jedoch aus spitzem Winkel das Tor, nachdem er den Keeper bereits umkurvt hatte. Dass die 250 Zuschauer dann doch noch das Marienberger Ehrentor erlebten (75.), war Ruttloffs strammen Freistoß von der Strafraumgrenze zu verdanken. Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings bereits 6:0 für den Oberligisten. Adam Fiedler, der zwei Foulelfmeter verwandelt hatte, machte per Abstauber seinen Hattrick perfekt.

"Das war schon ein starker Gegner, der den Ball sehr gut laufen ließ", bilanziert Rother. Er räumte einen Klassenunterschied ein, verwies aber auch auf das Potenzial, das mehrere seiner Schützlinge angedeutet hatten. "Mit so einer Leistung brauchen wir uns in der Landesliga nicht zu verstecken", sagt der Coach, der den Blick bereits aufs zweite Liga-Spiel am Samstag daheim gegen Wilsdruff richtet: "Ab Dienstag bereiten wir uns darauf vor." Bis dahin sei das Pokal-Aus abgehakt.

Grabowski; Neubauer (62. Graubner), Bauer, Richter, Otto, Gottschalk, Fischer, Werner, Schreiter (57. Matthes), Gerlach, Hamann (46. Ruttloff); SR: Schlömann (Brand-Erbisdorf); Z: 248; T: 0:1 Vogel (3.), 0:2 Danz (19.), 0:3 Bunge (23.), 0:4/0:5/0:6 Fiedler (52./FE/72./FE/73.), 1:6 Ruttloff (75.)

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