Für höhere Aufgaben empfohlen

Drei Tage lang haben Orientierungsläufer aus ganz Deutschland in Annaberg-Buchholz sowie im Bornwald ihr Können gezeigt. Für die Gastgeber gab es viel Lob.

Annaberg-Buchholz.

Als am Montagnachmittag die letzten der rund 750 Sportler an der Gaststätte "Waldhof" in Börnichen die Ziellinie überquerten, waren allen die Strapazen ins Gesicht geschrieben. Schließlich lagen drei intensive Tage hinter den Orientierungsläufern. "Wenn wir so einen Wettkampf auf die Beine stellen, dann aber richtig", hatte Sektionsleiter Jörg Hänsel vom gastgebenden SV Lengefeld im Vorfeld erklärt. Rund um die Deutsche Sprint-Meisterschaft, die am Sonntag in der Annaberger Innenstadt über die Bühne ging, trugen er und seine Mitstreiter noch zwei Bundesranglisten-Läufe aus. Der eine führte am Samstag durch den Buchholzer Stadtwald, der andere am Montag durch den Bornwald, wo am Ende auch Jörg Hänsel völlig ermüdet vor den Ergebnislisten stand.

Trotz aller Neugier, welche Platzierung denn nun konkret für sie herausgesprungen war, vergaßen viele der Sportler beim Blick auf die zwei großen Monitore nicht, dem SV Lengefeld zu danken. "Hut ab, dass ein so kleiner Verein so etwas auf die Beine stellen kann", sagte beispielsweise Myrea Richter vom Post SV Dresden. Und auch deren Stadtrivale vom USV TU Dresden, Heiko Gossel, zollte den Lengefeldern Respekt: "In unserem riesigen Verein können wir die Aufgaben verteilen, aber hier ruht die Last auf wenigen Schultern." Speziell bei einem Stadtlauf so wie in Annaberg sei der Aufwand immens, und doch habe alles reibungslos geklappt. "Wir kommende gern wieder" - so lautete der Tenor vieler Sportler. Der Verein habe sich für höhere Aufgaben empfohlen. "Solche Schulterklopfer tun gut", sagt Jörg Hänsel, der in den drei Tagen kaum ein Auge zugemacht hatte. Vor allem die Deutsche Sprint-Meisterschaft hatte es in sich, denn diese bestand aus Quali-Lauf, Finale und dem abendlichen Staffelwettbewerb. Schon 5 Uhr morgens klingelte für die meisten der 65 Helfer der Wecker. Schließlich mussten noch die Posten aufgebaut und anschließend bewacht werden. "Es handelt sich ja um ein öffentliches Gelände", betont Jörg Hänsel. Da könne schnell mal aus Versehen etwas verschwinden. Mit solchen Problemen hatten die Aktiven auf den Gassen rund um die St. Annenkirche nicht zu kämpfen. Vielmehr stellten für sie die Anstiege eine große Herausforderung dar. "Die Sprint-Meisterschaften werden ja oft in Städten und Parkanlagen ausgetragen, aber so steil ist es selten", fand Heiko Gossel, der aus Dresden zumeist ebene Wege gewöhnt ist.

Für Hannah Hänsel stellten die Anstiege keine Schwierigkeit dar, dafür aber die Nervosität. "Weil ich so hektisch losgelaufen bin, habe ich an allen drei Tagen bei den ersten Posten viel Zeit verloren", sagt die 19-Jährige vom SV Lengefeld, die um einen Startplatz bei der Junioren-Weltmeisterschaft Anfang Juli im dänischen Silkeborg kämpfte - und sich als zweitbeste W-20-Starterin, Sprintbeste ihrer Altersklasse und Siegerin des Bundesranglistenlaufs berechtigte Hoffnungen machen darf.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...