Gastgeber verdienen sich für drei Wettkampftage Bestnoten

Als sichere Bank gilt der WSV Johanngeorgenstadt für den Schülercup im Skispringen und in der Nordischen Kombination. Auf die Talente warteten einmal mehr optimale Bedingungen.

Johanngeorgenstadt.

Auf ganzer Linie überzeugt haben die Mitglieder des WSV Johanngeorgenstadt als Gastgeber für den deutschen Schülercup im Skispringen und in der Nordischen Kombination. Von besten Wettkampfbedingungen sowie sonnigem Kaiserwetter als Bonus profitierten von Freitag bis Sonntag 90 Talente der Altersklassen 12 und 13 aus ganz Deutschland.

50 Helfer des WSV präparierten Schanze und Loipen für einen reibungslosen Ablauf. "Es gibt nichts zu kritisieren. Das Team funktioniert - vom Würstchengriller bis zum Weitenmesser", so Timo Drebs, Sportwart im Deutschen Skiverband. Er geriet fast ins Schwärmen. "So wird nur in Johanngeorgenstadt der Schülercup zelebriert. Das gibt es nirgendwo: Startnummern mit eigenem Namen, Feuerwerk, Lasershow und Einlaufzeremonie - das gefällt unseren Sportlern."

Johann Unger aus Klingenthal bestätigte das mit Blick aufs Feuerwerk am Sonnabend. Allerdings haderte der 13-Jährige mit der Jugendschanze. "Der Aufsprunghang ist komisch. Erst kommt man hoch hinaus, dann fällt man plötzlich runter." Schmerzlichhafte Erfahrungen machte Julina Kreibich aus Eilenburg. Sie stürzte und verletzte sich am Kinn. "Ich war zu langsam in der Anlaufspur." Später beim Kombinationslauf machte ihr die Sonne zu schaffen. "Durch die Wärme war der Schnee sehr weich", sagte das Mädchen. "Die kurze Strecke war hingegen nicht sehr anspruchsvoll."

Wermutstropfen: Kaum Starter aus der hiesigen Region standen in den Startlisten. "In diesen Altersklassen klafft eine Lücke", so Kampfrichter Olaf Beyer. WSV-Eigengewächs Georg Neubert startet mittlerweile im Großen Schülercup. In den anderen erzgebirgischen Vereinen sehe es in der AK 12/13 ähnlich mau aus. "Es ist schwer, Kinder für den Sport zu begeistern", sagte Steffen Bias, Regionaltrainer Nordische Kombination Westerzgebirge/Vogtland. Die Eltern seien der Gradmesser: Ziehen sie mit, bleiben die Kinder dran. Der Schülercup sei nicht zuletzt Werbung für den Sport. "Manchmal schaut ein Kind zu und kriegt selbst Lust, bei uns einzusteigen", so Bias.

Obwohl derzeit kein eigener Starter über den Bakken und durch die Loipe geht, sei der Ausstieg aus dem Cup-Zirkus für Johanngeorgenstadt kein Thema. "Fahren auch noch wir unser Engagement zurück, würden wir dem Sport einen Bärendienst erweisen", so Olaf Beyer. Timo Drebs vom DSV sieht das ähnlich. "Es gibt viele Vereine, die Weltcups ausrichten wollen, aber keine Nachwuchsarbeit leisten." Das berge die Gefahr, dass irgendwann keine Talente mehr nachkommen. "Insofern sind Vereine wie der WSV wichtig, dessen Mitglieder mit Herzblut für solche Aufgaben aufgehen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...