Gornsdorferin nimmt Anlauf auf den Titel

Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der U-16-Jährigen zählt Hochspringerin Svenja Koban zu den Favoriten. Der Verein nimmt Druck von der 14-Jährigen.

Gornsdorf.

Für die eine ist es komplettes Neuland, für den anderen ewig lange her. "Es muss 1990 gewesen sein, als ich zum letzten Mal bei Deutschen Meisterschaften dabei war", sagt Matthias Pohl.

Das, was an diesem Wochenende ansteht, ist für den Leichtathletik-Abteilungsleiter des TSV Elektronik Gornsdorf deshalb schon so etwas wie eine neue Erfahrung. Mit seiner Sportlerin Svenja Koban fährt er am Samstag zu den Deutschen Meisterschaften der U 16 nach Bremen, wo es für die Hochspringerin am Sonntag ernst wird.

Die Gornsdorferin ist derzeit in bestechender Form. Noch bei den Block-Landesmeisterschaften Anfang Juni in Thum hauchdünn an der Qualifikation vorbeigesprungen, machte sie es eine Woche später besser. Beim in Leuna ausgetragenen Pfingstsportfest der LG Merseburg übersprang sie nicht nur die zur Deutschen Meisterschaft geforderten 1,66 Meter, sondern pulverisierte gleichzeitig ihren eigenen Rekord, der zuvor bei exakt dieser Höhe lag. Mit einem sensationellen dritten Versuch schraubte die 14-Jährige ihre Bestleistung auf 1,72 Meter. Eine Verbesserung um sechs Zentimeter, eine Welt im Hochsprung. Gelingt ihr auf der Sportanlage Obervieland in Bremen erneut ein solcher Satz, dann ist bei den Deutschen Meisterschaften sogar Gold drin. Von ihren Kontrahentinnen am Sonntag meisterte bislang jedenfalls nur eine diese Höhe - Julia Küppers vom TV Angermund. Höher sprang keine. Das Team um Matthias Pohl achtet jedenfalls darauf, dass ihr Schützling frei von der Leber weg und mit möglichst wenig Druck springen kann. Eine Erwartungshaltung formuliert Pohl nach außen nicht. "Sie soll einfach das Beste aus sich herausholen." Im vergangenen Jahr war die damals 13-Jährige für die Einzelwettkämpfe bei Deutschen Meister noch nicht startberechtigt. Für den Blockwettkampf hatte sie sich qualifiziert, doch dort fand sich 2018 kein Ausrichter. Abgesehen von der Gornsdorfer Sportlerin treten zudem vier Starter des LV 90 Erzgebirge am Wochenende zu den Deutschen U-16-Meisterschaften an. Als größte Hoffnungsträgerin gilt dabei Liv Zoe Strohbach, was auf den ersten Blick verwundert. In der Bestenliste der 21 Teilnehmerinnen über 300 Meter ist sie ganz am Ende zu finden - sogar noch hinter Vereinskollegin Paula Mannsfeld. "Aber Liv hat sich in den vergangenen Wochen von Wettkampf zu Wettkampf gesteigert. Mit ihrer persönlichen Bestleistung von 40,26 Sekunden liegt sie nun deutschlandweit an zweiter Stelle", erklärt Trainer Sven Lang. Eine Medaille scheint also möglich. Zumindest unter die besten Fünf will es Jeremy Neubert im Hammerwerfen schaffen. "Auch mit der Kugel hatte er die Norm, aber da gebe es eine Zeitüberschneidung", so Lang. Komplettiert wird das LV-90-Aufgebot durch Helena Zietzsch, die im Dreisprung antritt. (mit anr)

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