Hitze macht Läufern zu schaffen

Beim 13. Oelsnitzer Lauftag hatten die Teilnehmer mit den äußeren Bedingungen zu kämpfen. Der Veranstalter freute sich über Lob für die Strecke, war aber trotzdem nicht ganz zufrieden.

Oelsnitz.

Es gibt Tage, da rinnt der Schweiß schon beim bloßen Aufenthalt in der Sonne von der Stirn. Unvorstellbar, dann auch noch die Laufschuhe zu schnüren?

Von wegen! 80 Sportbegeisterte haben das am Sonntag in Oelsnitz bei Temperaturen von 27 Grad Celsius trotzdem getan. Als sich der Uhrzeiger der Mittagsstunde näherte, füllte sich der Start- und Zielbereich im Bürgerpark immer mehr mit verschwitzten, aber glücklichen Gesichtern. Der erste Weg - er führte für die meisten zum Getränkestand. Während einige Läufer ihr Wasser tranken, schütteten sich andere das kühle Nass über den Kopf.

Rouven Richter tat das schon während des Rennens. "Dadurch wurde es einigermaßen erträglich", sagte der 17-Jährige, der den Lauf über fünf Kilometer gewann. Für den LV Limbach am Start hatte er sich das Rennen gut eingeteilt. "Am Anfang waren noch ein paar kleinere Jungs vor mir, aber die habe ich dann schnell eingeholt", so Richter, der mit seiner Zeit von 18:50 Minuten zufrieden war. "Ich wollte unter 19 Minuten bleiben."

Einige Minuten später überquerte Anna Bräunlich als erste Frau die Ziellinie. Die Oelsnitzerin war trotz ihres Sieges nicht ganz zufrieden. "Ich war schon schneller", sagte die 20-Jährige, die nicht für einen Verein, dafür aber mit ihrem kleinen Bruder Finn an den Start ging, der den Kinderlauf absolvierte. Zum Laufsport sei sie in den USA gekommen, wo sie im Bundesstaat Georgia als Au Pair arbeitete. "Mein Gastbruder ist gelaufen und ich dachte: Was der kann, kann ich auch." Als Nächstes wolle sie am Dresdner Nachtlauf Mitte August teilnehmen - vermutlich ebenfalls auf der 5-Kilometer-Strecke.

Über die zehn Kilometer hatten derweil die Gastgeber vom Laufclub Oelsnitz die Nase vorn, die sich allesamt auf die Doppelrunde durch den Park verlegt hatten. So wurde Maik Bock bei den Männern seiner Favoritenrolle gerecht. Schon nach der ersten Schleife lag er klar in Führung, die er bis zum Einlauf verteidigte - als Einziger blieb er unter 40 Minuten. "Das waren von den Temperaturen her keine optimalen Bedingungen. Deshalb bin ich ein bisschen langsamer losgelaufen als normalerweise", sagte er. Sein Fokus in dieser Saison liege wie in den vergangenen Jahren auf dem Sachsencup, den er zuletzt viermal in Serie gewinnen konnte. Der fünfte Triumph sei jetzt das große Ziel. Nach sechs Läufen liegt er auf Platz 2, das nächste Meisterschaftsrennen ist der Sachsenlauf Ende dieses Monats in Coswig.

Seine Vereinskollegin Tina Hübschmann legte über die Doppelrunde ebenfalls einen Start-Ziel-Sieg hin, was ihr einige zuvor nicht geahnte Probleme bereitete. "Ich bin es nicht gewohnt, von vorn zu laufen. Es ist seltsam, wenn man niemanden vor sich hat, an dem man sich orientieren kann", sagte die gebürtige Lausitzerin, die in Zwönitz wohnt. Dreimal sei sie unterwegs falsch abgebogen, berichtete die 42-Jährige. Mit der Hitze hatte sie zwar auch ihre liebe Mühe und Not. "Aber lieber so als im strömenden Regen wie vor zwei Jahren", so Hübschmann. Die Strecke durch das ehemalige Landesgartenschaugelände sei schön, aber auch anstrengend gewesen. "Vor allem die Treppenpassagen."

In der Tat hatten die Verantwortlichen des Laufclubs um Vereinschef Jens Bock zwei Treppen so in den Kurs integriert, dass diese nach oben gerannt werden mussten. "Gegenüber dem Vorjahr waren wir noch mehr um Abwechslung bemüht", sagte Bock. So mussten die Teilnehmer neben Asphalt auch über Sand, Schotter, Wiese und eben über Treppen laufen. Mit der Teilnehmerzahl zeigte sich der Vereinsvorsitzende hingegen nicht so richtig zufrieden. Auch wenn zusätzlich zu den Läufern noch 50 Kinder und Nordic Walker am Start waren - im Vorjahr ist das Feld größer gewesen. "Da kamen wohl einige Faktoren zusammen. Die Hitze, das Himmelfahrtswochenende und die große Zahl an Parallelveranstaltungen", so Bock.

Auf eine Truppe war allerdings wieder Verlass: Der SK Chodov aus der Oelsnitzer Partnerstadt in Tschechien rückte mit sechs Leuten an, darunter Bürgermeister Patrik Pizinger. "Wir sind zum dritten Mal dabei. Im Gegenzug nehmen die Oelsnitzer regelmäßig an unserem Lauf teil", sagte der 44-Jährige. Pizinger wurde über die zehn Kilometer 20., mit Jiri Folvareik rannte einer seiner Vereinskollegen über dieselbe Distanz sogar auf Platz 2.

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