"Hoffen wir alle zusammen mal auf das nächste Jahr"

Carsten Mohe und Alexander Hirsch sind beim einzigen Rallye-Einsatz des Corona-Jahres knapp am Podest vorbei geprescht. Immerhin, denn daheim hatte es gerumst.

Crottendorf/Tannenberg.

Allen widrigen Umständen zum Trotz ist die 23. Internationale ADMV-Lausitz-Rallye Mitte November in und um Boxberg durchgezogen worden. Dass sie stattfinden konnte, war dem angemeldeten Prädikat zu verdanken: Als Endlauf um die Fia-European-Rally-Trophy genoss sie den Status einer Profi-Sportveranstaltung und nahm damit die letzten der sich immer weiter auftürmenden Hürden. Mit dabei: Carsten Mohe und Alexander Hirsch.

Sie nutzten die Gelegenheit, in einem ihnen weniger vertrauten Auto Gas zu geben. Und die Erzgebirger verfehlten in Boxberg das Podium nur knapp. "Wir wollten mit unserem Start auch unseren Heimclub ein bisschen unterstützen. Neben dem AMC Annaberg-Buchholz bin ich seit 20 Jahren auch Mitglied im Rallye-Renn- & Wassersport-Club Lausitz. Das ist eine lange Freundschaft zu den rührigen Organisatoren dieser in Deutschland einzigartigen Rallye", so Carsten Mohe. "Ich weiß, welcher Aufwand betrieben werden musste, um die diesjährige Austragung stemmen zu können. Das kann man nur in den höchsten Tönen loben", sprach der Crottendorfer allen aus der Seele.

Er selbst hatte 2020 eigentlich wieder die komplette Deutsche Rallye-Meisterschaft (DRM) mit seinem Renault Megane Maxi geplant. Mit diesem war er im Oktober 2019 bei seiner Heimrallye im Erzgebirge schwer verunfallt und musste einige Zeit das Krankenbett hüten. Zudem hatte der bei Fans auf Grund seines Sounds extrem beliebte Maxi einiges abbekommen. Auf Grund von Teileknappheit gab es vom vergangenen Winter bis ins Frühjahr beim Wiederaufbau zwar ein paar Verzögerungen, doch bis zum ursprünglichen Saisonstart im April, wiederum bei der "Erze", wäre er sicher fertig geworden. Dann kam Corona und warf alles über den Haufen. "Rallyemäßig lief so gut wie gar nichts. Oberste Priorität hatte aber ohnehin, unsere Firma gut durch die erste Corona-Zeit zu bringen", so Mohe. Das ist uns recht gut gelungen, doch jetzt stehen wir vor der nächsten ähnlich gearteten Herausforderung. Diese Zeiten sind auch für Autohäuser richtig schwierig."

Da die Lausitz die Schotter-Rallye schlechthin in Deutschland darstellt, schonte Mohe seinen frontgetriebenen Renault und mietete einen allradgetriebenen Skoda Fabia Rally2 evo an. Es war seine dritte Ausfahrt in so einem bärenstarken R5-Auto - und sie hätte beinahe auf dem Podest geendet. Nach einem deutlich höheren Nennungsergebnis nahmen letztlich 57 Paare die Lausitz-Rallye 2020 in Angriff, darunter etliche ähnlich "bewaffnete" tschechische, polnische und litauische Sportfreunde. Nach einem spannenden Kampf um den 3. Platz und mehreren Positionswechseln mussten sich der Crottendorfer und sein Tannenberger Co-Pilot Alexander Hirsch hinter den Siegern Matthias Kahle/Christian Doerr, Julius Tannert aus Lichtentanne und Co. Helmar Hinneberg sowie den Tschechen Jan Cerny/Petr Cernohorysky mit dem 4. Rang abfinden. Das sah Carsten Mohe allerdings nicht so. Er sagte im Ziel: "Der Kampf um Platz 3 hat extrem viel Spaß gemacht. Ich bin vor allem zufrieden, wie wir uns während des Wettkampfs mit dem uns wenig vertrauten Auto gesteigert haben." Sollte es wieder zu so einem Einsatz kommen, gehe es sicherlich von Beginn an deutlich schneller. "Aber das war ein Highlight in meiner Karriere. Es macht extrem Spaß, mit diesem Auto auf Schotter zu fahren", so Mohe, der 80Prozent seiner Rennen mit Fronttrieblern und trotzdem immer sehr gern auf Schotter gefahren ist. "Das jetzt mit so einem reinrassigen Rallye-Auto zu erleben, ist wie ein Geschenk für mich."

Gern hätte er andere an seinem Erlebnis teilhaben gelassen, doch fand die Veranstaltung hinter verschlossenen Toren und Zufahrtswegen der Lausitzer Tagebaue statt. "Für die Zuschauer tut es mir extrem leid. Umgekehrt brauchen wir die Fans an der Strecke oder am Serviceplatz. Davon lebt der Sport schließlich", zieht Carsten Mohe sein Resümee. "Hoffen wir alle zusammen aufs nächste Jahr." (mit mas)

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