HSV lädt zum Tag des offenen Tores ein

Die Zwönitzer Sachsenliga-Handballer sind in der zweiten Pokalrunde am Verbandsligisten HSG Rottluff mit 30:35 gescheitert. Ein faustdicke Überraschung, für die der Trainer allerdings eine Erklärung fand.

Zwönitz.

Die Hallensprecherin musste es den Zwönitzern noch einmal genüsslich aufs Brot schmieren. Und es schwang ein gewisser Stolz mit in der Lautsprecherstimme. 25 Mal versenkten die Herren in den blauen gelben Trikots die Kugel gestern Nachmittag im Zwönitzer Tor - in einer Halbzeit wohlgemerkt. Sonst schafft das der Tabellenzweite der Handball-Verbandsliga West mitunter nicht in einem kompletten Spiel.

Aber gestern war alles anders. Die Chemnitzer erwischten in der recht ordentlich gefüllten Sachsenhalle im Heckert-Gebiet einen Sahnetag und warfen die favorisierten, weil höherklassig spielenden, Männer des Zwönitzer HSV aus dem Sachsenpokal. 35:30: So stand es zum Abpfiff auf der elektronischen Anzeigetafel. "Die Zwönitzer haben es im zweiten Durchgang einfach nicht mehr geschafft, den Hebel umzulegen", sagte Thomas Wagner, der Chemnitzer Coach, der in der Halbzeit offenbar die richtigen Worte gefunden hatte. "Ich hatte meiner Mannschaft gesagt, dass wir spielerisch absolut auf Augenhöhe sind und nur das Ergebnis nicht gestimmt hat."

In der Tat hätte zu diesem Zeitpunkt keiner auch nur einen Pfifferling auf die Chemnitzer gewettet. Zu deutlich hatte sich der Sachsenliga-Achte bereits abgesetzt gehabt, mit 16:10 für die Erzgebirger ging es in die Kabine. Die HSV-Männer präsentierten sich im ersten Durchgang vor allem im Abschluss eiskalt. Tommy Löbner überzeugte im Rückraum wie gewohnt, dazu zeigte Tom Anger, der normalerweise im zweiten Team spielt, eine formidable Leistung und traf viermal. Dass der Pausenstand so deutlich ausfiel, hatten die Gäste aber auch ihrem Torhüter Dominik Treuter zu verdanken, der gleich reihenweise beste Chancen der Chemnitzer zunichte machte.

Nach Wiederanpfiff war der Faden aus Zwönitzer Sicht jedoch wie abgeschnitten. Von der ersten Minute an lief nichts mehr zusammen. "Teilweise haben wir den Ball nicht mehr über drei Meter zum Mitspieler bekommen", beklagte sich HSV-Trainer Frank Riedel. Mitte des Durchgangs starteten die Gastgeber einen Siebentorelauf - die Wende. Führten die Zwönitzer zuvor mit 25:22 stand es binnen weniger Minuten plötzlich 25:29. Danach bäumten sich die Erzgebirger noch einmal kurz auf, doch spätestens mit dem 30:32 war die Gegenwehr erloschen. Die letzten Treffer für die Chemnitz fielen wie reife Früchte, die Gäste zeigten in der Abwehr Auflösungserscheinungen. "Die letzten drei Minuten konnten man eigentlich nicht mehr ernst nehmen", so Riedel, der aber durchaus Erklärungen für das Desaster parat hatte. So hätten seinem Team unter anderem mit Bill Hofmann und dem gesperrten Toni Schlömer wichtige Spieler gefehlt. Zudem verletzte sich Nico Langer böse am Knöchel. "Letztlich war es wohl vor allem eine Kopfsache", so Riedel. Das fand auch Linksaußen Reyk Lieberei, der auch noch mit dem Glück haderte. "Im zweiten Durchgang haben wir viermal hintereinander den Pfosten getroffen".

Was bleibt nun? Wunden lecken, Handball-WM schauen, Köpfe frei kriegen. In die Sachsenliga-Rückrunde starten die Zwönitzer erst am 3. Februar und damit eine Woche später als die Konkurrenz. Grund: der Rückzug des Auftaktgegners und Schlusslichts Kamenz. "Dann spielt das Pokal-Aus, so ärgerlich es auch ist, keine Rolle mehr. Die Liga hat für uns Priorität", so Riedel, dessen Team mitten im Abstiegskampf steckt.

Statistik Zwönitz: Kerner, Treuter; Brecko (8), Anger (4), Fritsch (2), Hartenstein, Langer, Becher, Kotesovec (2), Treitschke, Löbner (10), Lieberei (4); 2min: Zwönitz: 9/1 Disq., Rottluff: 6; 7m: Zwönitz: 4/4, Rottluff: 4/1

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