Im Gelände auf Anhieb im Bilde

Mit Dressur und Springen wollten sich vier junge Reiterinnen des Lauterbacher Vereins nicht zufrieden geben. Für sie stellt die Vielseitigkeit eine neue Herausforderung dar, die sie mit Bravour meistern.

Lauterbach.

Üblicherweise werden Erzgebirgsmeister auch im Erzgebirge ermittelt. Im Vielseitigkeitsreiten ist das anders. Es gibt kaum Vereine in der Region, die über die notwendigen Voraussetzungen verfügen. Schließlich muss neben dem Springreiten und der Dressur auch eine kilometerlange Runde durchs Gelände absolviert werden. Vier junge Reiterinnen vom Erzgebirgischen Reit- und Fahrverein Lauterbach konnte das nicht davon abhalten, sich der Herausforderung zu stellen. Auf Anregung ihres Trainers Sven Ullmann betraten sie zu Beginn der Saison sportliches Neuland und feierten am Ende einen Dreifacherfolg bei der Kreismeisterschaft, die übrigens im mittelsächsischen Langenstriegis ausgetragen wurde.

"Der Trainer hat sie gefragt, weil sie mutig waren", blickt Frank Morgenstern zurück. Er ist der Vater von Leonie Morgenstern, die sich auf ihrem Pferd Wiesenguts Schoko den Titel sicherte. An solche Erfolge war im Frühjahr noch nicht zu denken. "Als wir im April nahe der polnischen Grenze das erste Turnier absolvierten, sind sie nicht einmal durchgekommen", erinnert sich der Vater. Weil der Anspruch im Gelände deutlich höher ist, verweigerten die Vierbeiner mitunter den Gehorsam. "Es geht ja nicht nur bergauf und bergab. Die Hindernisse sind auch andere als auf dem Reitplatz, sie geben nicht nach", erklärt Frank Morgenstern. Mit solchen Baumstämmen, Büschen, Mauern und Wassergräben hatte nicht nur seine Tochter auf Schoko zu kämpfen. Auch Clara Aurich, Emma Bielawny und Cecile Rother mussten sich und ihre Vierbeiner erst einmal an die neuen Anforderungen gewöhnen - an Kondition, Mut und Geschick.

Zu bremsen war die Euphorie der 14-jährigen Mädchen allerdings nie. Sie fuhren sogar nach Pappendorf, um sich dort Tipps von einer ehemaligen Europameisterin zu holen. Bei den Turnieren, die das Quartett durch ganz Sachsen führten, waren die Fortschritte erkennbar. Neben Sven Ullmann hatte auch die Lauterbacher Trainerin Ina Seeger ihren Anteil daran, dass die Chemie zwischen Sportler und Pferd immer besser passte. Nicht umsonst wird dreimal pro Woche daheim trainiert. In Langenstriegis zahlte sich der immense Aufwand aus. Während Cecile Rother schweren Herzens wegen einer Verletzung zuschauen musste, schnappte sich Leonie Morgenstern Platz 1 - gefolgt von Clara Aurich und Emma Bielawny. Am Freitag geht die Saison mit dem siebenten Vielseitigkeitsturnier in Krostitz zu Ende. Aufs nächste Jahr freuen sich die jungen Damen bereits, auch wenn das etwas komplizierter wird. Aus der Klasse E (Einsteiger) wechseln sie in die A (Anfänger), wo die Runden etwas länger und die Hindernisse etwas schwieriger sind.

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