Im Optimalfall winken drei DM-Medaillen

Für einige Nachwuchs-Leichtathleten des LV 90 haben die Sommerferien nicht wirklich eine Zeit der Entspannung dargestellt. Schließlich wollen sie zur Deutschen U-16-Meisterschaft in Bestform sein.

Gelenau.

Obwohl die Ferienzeit gerade zu Ende gegangen ist, treten Trainer Jens Hoyer vom LV 90 Erzgebirge und fünf seiner Schützlinge heute eine lange Reise an. Ziel der Fahrt ist kein Urlaubsparadies, sondern das Lohrheidestadion im Bochumer Ortsteil Wattenscheid. Wo Anfang der 1990er-Jahre die Fußballer der SG Wattenscheid 09 in der 1.Bundesliga für Furore sorgten, werden an diesem Wochenende die Deutschen U-16-Meisterschaften in der Leichtathletik ausgetragen. Ein Wettkampf, für den sich die Erzgebirger viel vorgenommen haben.

"Wenn alles optimal läuft, sind für uns drei Medaillen drin", blickt Hoyer den Titelkämpfen optimistisch entgegen. Zuversicht weckt der Blick auf die nationalen Bestenlisten, in denen drei LV-90-Vertreter weit vorn zu finden sind. So auch Nela Herzog, die sich in der Sandgrube pudelwohl fühlt. Nicht nur im Weitsprung hat sie sich für den Saisonhöhepunkt im Ruhrgebiet qualifiziert, sondern auch im Dreisprung. Letztere ist mittlerweile sogar die Schokoladendisziplin der 15-jährigen Dittmannsdorferin: 11,64 Meter stehen als Bestwert für sie zu Buche - bundesweit ist sie damit die aktuelle Nummer 2. Und das, obwohl sich das Training im Vergleich mit der Konkurrenz in Grenzen hält.

"Während die meisten anderen Spitzensportler in diesem Altersbereich Sportschulen besuchen, trainiert Nela nur auf Vereinsebene", erklärt Jens Hoyer. Statt eines täglichen Pensums stehen für das Sprung-Talent oft nur zwei Übungseinheiten pro Woche an. Dennoch sprang sie so weit, dass ihr Trainer anfangs dachte, "die Kampfrichter haben falsch gemessen". Doch es war kein Fehler der Jury, der Nela Herzog zu einer DM-Medaillenkandidatin machte, sondern ihr Talent. "Und mit täglichem, strukturiertem Training, das speziell auf den Sprung ausgelegt ist, wäre noch viel mehr möglich", sagt Hoyer, der der U-16-Athletin den Sprung in den Bundeskader zutraut.

Bereits an die Chemnitzer Sportschule gewechselt sind die anderen Hoffnungsträger des LV 90. Während sich die Stollbergerin Larissa Stiehler nach auskurierten Knieproblemen mit dem Diskus viel vorgenommen hat, gehört Steven Richter aus Gelenau im Kugelstoßring zum Favoritenkreis. Nur zwei andere Athleten konnten seine Bestweite (18,07 m) übertreffen. Mit dabei ist in Wattenscheid auch Axel Sven Gerlach, der über 300 Meter die LV-90-Farben vertreten wird. Außerdem werden Paul Heymann sowie ein Sportler aus Schwarzenberg die Viermal-100-Meter-Staffel aus dem Erzgebirge komplettieren.

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