"Jede Aufgabe hat ihren Reiz"

Fußball, Erzgebirgsliga: Steffen Ziffert übernimmt Traineramt beim FV Krokusblüte Drebach/Falkenbach

Drebach.

Trainer Uwe Schmidt und Fußball-Erzgebirgsligist Drebach/Falkenbach haben ihre Zusammenarbeit in gegenseitigem Einvernehmen beendet. Das Problem der Nachfolge wurde mit Steffen Ziffert schnell und zudem noch prominent gelöst. Wie es dazu kam, verrät der 54-Jährige im Gespräch mit Andreas Bauer.

Freie Presse: Als Spieler, Nachwuchskoordinator und Sportdirektor waren Sie in hohen Ligen tätig. Wieso jetzt der Schritt in die Kreisoberliga?

Steffen Ziffert: Das hat überhaupt nichts mit Spielklassen zu tun. Auch in unteren Bereichen kann man sich Ziele setzen und dafür kämpfen. Jede Aufgabe hat ihren Reiz. Außerdem gehe ich auch nach meinem Gefühl und den Menschen, die dahinter stehen. Im Fall von Drebach/ Falkenbach passt das alles.

Wie kam der Kontakt zustande?

Meine Entscheidung hat viel mit Jens Haustein zu tun, der im Drebacher Fußball bekanntlich eine wichtige Rolle spielt. Wir sind eng befreundet, seit wir 1987 zusammen beim FC Karl-Marx-Stadt gespielt haben. Hier in Drebach war ich auch zweimal als A-Jugend-Trainer beim Sparkassen-Cup dabei. Als mich Jens dann anrief und fragte, hab' ich mir das Ganze noch einmal angeschaut und dann zugesagt.

Den 8:0-Testspielsieg der Krokusse gegen Einsiedel haben Sie vor Ort mitverfolgt. Wie fällt Ihr erster Eindruck aus?

Ich war positiv überrascht, denn ich habe viele Spieler gesehen, die mit dem Ball richtig gut umgehen können. Es war mehr als ein Klassenunterschied erkennbar. Und das, obwohl auf Hartplatz gespielt wurde. Ich wusste gar nicht, dass es diese Plätze überhaupt noch gibt. Hut ab auch dafür, dass von niemanden darüber gemeckert wurde.

Solche Bedingungen erwarten Sie jetzt regelmäßig ...

Wie gesagt, jede Aufgabe hat ihren Reiz. Wir wollen unter den gegebenen Bedingungen das Beste herausholen. Für mich ist das in gewisser Weise auch eine Rückkehr zu den Wurzeln, denn ich schätze das Einfache und ehrliche Arbeit - vom Fußballer bis hin zum Busfahrer und der Waschfrau. Jeder hängt sich einfach rein und gibt sein Bestes. Deshalb fühle ich mich auch meinem Heimatverein in Bad Lausick noch so eng verbunden, wo übrigens mein großer Sohn spielt.

Aber werden Sie die großen Stadien mit Tausenden von Zuschauern nicht vermissen?

Der Profi-Fußball ist nicht mehr meine Welt. Solch eine Gemeinschaft, wie sie hier in Drebach und vielen anderen kleinen Vereinen zu erleben ist, findet man bei den Profis heutzutage nicht. Ich will nicht mehr mit Beratern sprechen, denen es nur ums Geld geht. Stattdessen freue ich mich auf Jungs, die einfach nur Fußball spielen wollen.

In Drebach sind tatsächlich viele junge Spieler dabei. Das dürfte ganz gut passen, oder?

Es ist schon so, dass ich mich als Trainer häufig um Nachwuchs-Mannschaften gekümmert und auch viele Fußball-Camps geleitet habe. Aber auch im Männerbereich konnte ich viele Erfahrungen sammeln - und zwar nicht nur als Sportdirektor. Das ging schon 2002 los, als ich Spielertrainer beim SV Grimma wurde. 2014/15 war ich ja auch Co-Trainer beim FC Erzgebirge Aue, ehe ich Sportdirektor wurde.

Danach folgte noch das Engagement beim Chemnitzer FC. Wie sieht Ihr Berufsleben heute aus?

Ich habe eine neue Herausforderung gesucht, wollte weg vom Fußball und habe die Agentur Sport Supper Chemnitz gegründet, die sich mit jungen Leistungssportlern und deren Unterstützung beschäftigt. Da kommt es nicht auf die Sportart an. Aber natürlich spielt der Fußball für mich nach wie vor eine wichtige Rolle. Zum Beispiel unterstütze ich in beratender Funktion den Nachwuchs von Germania Mittweida.


Zur Person

Aufgewachsen ist Steffen Ziffert in Bad Lausick, wo er auch seine ersten Spiele als Fußballer absolvierte. Über die Leipziger Kinder- und Jugendsportschule schaffte er es zum 1. FC Lokomotive Leipzig, wo er sich jedoch nicht durchsetzen konnte und zur BSG Aktivist Espenhain wechselte.

Seine erfolgreiche Zeit begann 1984 bei Zweitligist TSG Markkleeberg, ehe er drei Jahre später zum FC Karl-Marx-Stadt wechselte. In fünf Spielzeiten für den FCK und später den CFC brachte es der Defensiv-Spezialist auf 72 Oberliga-Spiele mit sechs Toren und acht Partien im Uefa-Pokal, in denen er einmal traf.

Als Trainer fungierte Ziffert erstmals 2003 beim SV Grimma. Mit der B-Lizenz war er bis 2008 am DFB-Stützpunkt in Grimma tätig. Danach leitete er die Nachwuchszentren des FC Energie Cottbus (bis 2012) und des FC Erzgebirge Aue (bis 2014).

Verantwortung übernahm Ziffert auch als Sportdirektor in Aue und beim CFC. Beide Engagements währten jedoch nur ein Jahr. Heute betreibt er eine Sportagentur sowie eine Ball- und Bewegungsschule. Schon 1999 hatt er die Fußballschule Ziffert gegründet, die es bis 2008 gab. (anr)

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