Jede Menge Spaß trotz blöden Verbremsers

Ein gutes Ergebnis zur Niedersachsen-Rallye war für Carsten Mohe schnell Geschichte. Aufgeben kam aber nicht in die Tüte. Nun will es der Crottendorfer beim Heimrennen im Erzgebirge allen zeigen.

Osterode.

Der Kampf um eine Topplatzierung beim sechsten von acht Läufen zur Deutschen Rallye Masters war für Carsten Mohe und seinen Beifahrer Alexander Hirsch bereits auf der ersten Wertungsprüfung beendet: Verbremser. "Das ist schlecht gelaufen - wir hatten beim Erstellen des Aufschriebs eine Kalkspur falsch eingeschätzt und sind in einen Graben gerutscht, in dem das Auto mit dem Ölwannenschutz aufgesetzt hat", schildert der Pilot seine Sicht der Dinge. "Dabei war ich mit dem Bremsen schon fertig, hatte eingelenkt, aber zwei Meter haben uns gefehlt. Der Mégane Maxi war nur minimal beschädigt, doch die Bergung dauerte länger als der Zeitverlust, den wir durch die Rally2-Regelung hinnehmen mussten", erklärte der amtierende deutsche Rallye-Meister für frontgetriebene Autos. Die Rally2-Regel besagt, dass Ausgefallene am Folgetag wieder mitmischen dürfen. Für jede ausgelassene Prüfung bekommen diese Teams jedoch die Bestzeit der jeweiligen Fahrzeugklasse plus fünf Strafminuten zugeteilt.

Aufgeben kam für das Duo aus dem Erzgebirge jedoch nicht in Frage. Zu sehen bekamen dadurch die zahlreichen Zuschauer entlang der 13 Wertungsprüfungen rund um Osterode im Harz jenen Renault Mégane Maxi, der sich durch seinen Klang bereits deutlich von anderen Fahrzeugen unterscheidet. "Wir wollen im aktuellen Turbo-Feld für Abwechslung sorgen, viele Fans sind extra wegen unseres spektakulären Mégane Maxis angereist. Wir sahen deshalb auch überhaupt keinen Grund, anschließend langsam zu fahren."

Tatsächlich drehte der Fronttrieblerspezialist aus Sachsen ab der vierten Prüfung wieder voll auf. Auf dem ersten Wertungsabschnitt am Samstagmorgen kamen die Pneus nicht richtig auf Temperatur, dafür war es wohl noch zu kalt. "Als es dann wärmer wurde, passte die Reifenwahl dafür umso besser. Wir konnten richtig angreifen", so der Pilot. Im Ergebnis erzielte er auf allen neun verbliebenen Wertungsprüfungen Top-5-Zeiten, den Abschnitt am "Mühlenberg" beendete der schnelle Mann aus dem Erzgebirge sogar als Drittschnellster. Der 45-Jährige fühlt sich am Steuer des gut 20 Jahre alten, mit 285 PS aber durchaus leistungsstarken Franzosen ausgesprochen wohl. "Dabei liegen uns die Strecken der Rallye Niedersachsen mit ihren vielen Abzweigen eigentlich nur bedingt, auch wenn wir in den schnellen Passagen immer wieder den siebten Gang ausdrehen konnten", erläuterte Mohe. Die Abstimmung sei ein schwieriger Kompromiss aus präzisem Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten und genügend Traktion in den engen Ecken gewesen.

Nun richten sich die Blicke auf die Heimat. Schon in drei Wochen geht es für das Team Mohe weiter, wenn am 28. und 29. September mit der Rallye Erzgebirge das Rennen vor der Haustür ausgetragen wird. Der vorletzte Saisonlauf steht dann im Kalender - mit rund 130 Wertungskilometern auf 10 Prüfungen. "Dann befinden wir uns natürlich am Start - motiviert wie immer", versichert Mohe.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...