Königsprüfung adelt Kurort

Auf dem Bad Schlemaer Rundkurs der Rallye Erzgebirge will auch Sepp Wiegand möglichst flott unterwegs sein. Mit Blick auf die Wahl des Autos wagt sich der Grünhainer auf völliges Neuland.

Grünhain/Bad Schlema.

Es wird ein heißer Ritt, soviel steht fest. "Aber wir freuen uns darauf, in der Heimat vor hiesigen Fans noch mal richtig aufzudrehen", sagt Sepp Wiegand mit Blick auf die Rallye Erzgebirge als Lauf zur deutschen Meisterschaft. Der Pilot, der 2014 Vize-Europameister war, startet am Freitag und Sonnabend erneut fürs Rallye-Team Sachsen (RTS). Dabei lenkt er ein Auto über die 134 Wertungskilometer, das er nicht kennt.

"Mir bleibt nur der kurze Shakedown am Donnerstag, um mich an den Ford Fiesta R2T zu gewöhnen", so der Grünhainer. Unter der Haube steckt eine Ein-Liter-Maschine mit drei Zylindern und Turboantrieb. "Die Leistung soll R2-Modellen mit Saugmotor und 1600 Kubik ähneln", sagt der 28-Jährige, der aufs neue Gefährt vertraut. Im Opel Adam R 2 hatten das Team bittere Technikausfälle ereilt, die dazu führten, dass in der DRM-Wertung der zweiradgetriebenen Autos - kurz 2WD - der Zug rasch abgefahren war. Das sei abgehakt. Nun bilde die "Erze" als Heimspiel das Saisonfinale. "Nach den Rückschlägen wird es für alle ein hoffentlich schöner Abschluss, der Lust auf nächstes Jahr macht. An den Planungen arbeiten wir", so Wiegand, der auf Co-Pilot Christoph Gerlich aus Niederwiesa vertraut.

Aufs Abenteuer Ford Fiesta R2T freut sich Wiegand. "Die Autos fahren immerhin in der Junioren-WM." Zudem baut er auf das österreichische Team, von dem der Ford stammt. Es handelt sich um Waldherr-Motorsport um Junior Luca. "An seinem Vater Andreas orientierte ich mich einst mit meinem Vater, als wir mit dem Lupo ins Rallyegeschehen einstiegen." Die Waldherrs setzten damals auf den Polo S 2000 - also auch ein vergleichsweise kleines Modell. Bis der Senior bei einem Arbeitsunfall tödlich verunglückte. Seither setzt sein Sohn Luca die motorsportliche Familientradition fort und war 2018 Staatsmeister in der 2WD-Wertung. "Wir sind glücklich, diese Unterstützung zu haben."

Am Donnerstag geht es für Wiegand darum, schnell die Balance im Auto zu finden. "Wir peilen den Sieg in der 2WD an. Und ich schiele nach Platz 5 im Vorjahr auf die Gesamtwertung. Wir wollen sehen, wie weit es für uns nach vorne geht." Volle Pulle lautet das Motto daher auch auf der Königsetappe. Dieses Prädikat hat der Rundkurs in Bad Schlema mit zwei Schleifen und langer Ausfahrt verdient. Start auf die 22 Kilometer ist an der Feuerwehr. Weiter geht es gen Niederschlema und nach links steil bergan Richtung Golfplatz, da auf die Pflasterstraße durchs Silberbachtal und über den Kurpark wieder zur Feuerwehr. Die Ausfahrt führt nach dem zweiten Umlauf im Silberbachtal rechts gen Schneeberger Gewerbegebiet und durch Wildbach bis kurz vor den Ortseingang Langenbach. Wobei auch die anderen Prüfungen - etwa in Gelenau und Jahnsdorf - den Teams aus zehn Nationen alles abverlangen. Start und Ziel befinden sich im Herzen von Stollberg.


Zeitplan Rallye Erzgebirge

Eine erste Testprüfung für die Teams, der Shakedown, steigt am Donnerstag ab 14 Uhr in Jahnsdorf auf einer 3,5 Kilometer langen Strecke. Der Serviceplatz befindet sich an der Fabrikstraße in Pfaffenhain.

Nach dem Ehrenstart 19.10 Uhr auf dem Stollberger Markt folgt am Freitag mit Jahnsdorf (19.25 Uhr) die erste Prüfung, ehe es nach Stollberg (20.13 Uhr) und wieder gen Jahnsdorf (21.33 Uhr) geht. Der Sonnabend beginnt mit Gelenau (8.41 Uhr). Es folgen Wiesa, Gelenau, Wiesa, Oberdorf, Bad Schlema (14.52 Uhr), Oberdorf und erneut Bad Schlema (18.09 Uhr). Gegen 19.14 Uhr trifft das erste Fahrzeug im Ziel auf dem Stollberger Markt ein.

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