Kraftsportler misst sich mit den Weltbesten

Bei der Weltmeisterschaft im Bankdrücken vertritt Thomas Goldhahn seine Heimatstadt und seinen Verein. Die Reise führt den Lauterer nach Tokio.

Lauter-Bernsbach.

Der Nationalkaderstatus ist das Ticket nach Tokio: Thomas Goldhahn vom Verein Kraftsport Lauter fliegt am jetzigen Donnerstag nach Japan, um sich bei der Weltmeisterschaft im Bankdrücken mit internationaler Konkurrenz zu messen. "Es ist ganz schön aufregend", gesteht der 40-jährige Familienvater.

Die Reise nach Fernost erkämpfte sich Thomas Goldhahn mit viel Trainingsfleiß und -schweiß. Platz 2 bei der deutschen Meisterschaft im vorigen Jahr bescherte ihm einen Platz im Nationalkader - und die Nominierung für Tokio. 2018 war für den Lauterer aus sportlicher Sicht ein fast perfektes Jahr. In Einzel- und Teamwettkämpfen rief er konstant beachtliche Leistungen ab. Dabei bekommt er es in der Altersklasse 1 und der Gewichtsklasse bis 93 Kilogramm regelmäßig mit starker Konkurrenz zu tun. Zahlreiche Podestplätze zeugen von großem Ehrgeiz, nachdem er sich nach einer Schulterverletzung vor zwei Jahren zurückkämpfte. Dass er auf der Bühne der Weltbesten mitspielen darf, ist ein lang ersehnter Traum. "Das habe ich mir sehr gewünscht", sagt Goldhahn, der beruflich im Verkauf arbeitet. Seit 25 Jahren sei der Kraftsport sein körperlicher und mentaler Ausgleich. Den Trip nach Tokio finanziert er selbst und durch die Hilfe von bisher drei Sponsoren. "Es wäre natürlich prima, wenn noch welche dazu kommen." Denn allein 2500 Euro kosten Flug und Unterkunft.

Auf die Reise geht er nicht allein. "Ich habe mich dem SV Rotation Langenbach angeschlossen." Dieser Verein schickt in Tokio drei Athleten an die Hantel - im Classic-Wettstreit ohne unterstützendes Hemd. Letzteres wird Goldhahn indes tragen und peilt seinen Bestwert bei der Sachsenmeisterschaft an, als er 217,5 Kilogramm drückte. Ob das auch im ostasiatischen Staat mit insgesamt 6852 Inseln gelingt, lässt sich nur schwer sagen. "Aber ich habe den Vorteil, dass ich spät dran bin." Knapp eine Woche Aufenthalt bleiben Goldhahn, um sich an ein völlig neues Klima, die Menschen, die Atmosphäre sowie die Zeitumstellung von acht Stunden nach vorn zu gewöhnen. Das Flugzeug heimwärts hebt am 23. Mai ab. Einen Tag vorher geht es für ihn im Feld von 16 Konkurrenten um alles. 16.30 Uhr ist er das erste Mal dran - für Familie, Vereinskollegen und Freunde heißt dies, dass sie bereits ab 8.30 Uhr Ortszeit Lauter fest die Daumen drücken müssen. "Ich mache mir nicht zu viel Druck. Aber ich strebe schon eine Bestleistung an. Umsonst will ich nicht so weit geflogen sein", sagt Goldhahn und schmunzelt. Er fühle sich fit, hat zuletzt fünfmal pro Woche trainiert. "Da will ich mich und mein Umfeld möglichst nicht enttäuschen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...