"Leckeres Menü" ohne Sahnehäubchen

Ein stark besetztes Feld in fast allen Disziplinen hat das 4. Erzgebirgsmeeting in Gelenau geboten. Viele Leichtathleten haderten jedoch mit dem Wetter.

Gelenau.

Blauer Himmel, nur ab und zu eine Wolke: Auf den ersten Blick hätte das Wetter am Samstag im Gelenauer Sportareal "Erzgebirgsblick" kaum besser sein können. Wer genau hinschaute, entdeckte aber unter den mehr als 300 Leichtathleten auch einige, die sich sogar Kapuzen übergestreift hatten. Grund dafür war der frische Wind, der den Veranstaltern des 4. Erzgebirgsmeetings einen kleinen Strich durch die Rechnung machte. "Leider kam er von der falschen Seite. Die Sprinter und Springer hatten mit Gegenwind zu kämpfen, die Diskuswerfer dagegen mit dem Rückenwind", berichtet Trainer Sven Lang vom gastgebenden LV 90 Erzgebirge.

Völlig unzufrieden schauten Lang und seine Helfer aber nicht drein. Schließlich konnten sie einen Teilnehmerrekord vermelden. Vom SC Neubrandenburg bis zur LG München waren 45 Vereine aus acht Bundesländern in Gelenau vertreten. "Dazu kamen auch noch einige tschechische Athleten", ergänzt Lang, der sich zudem über die Unterstützung vieler Eltern freute, die als Kampfrichter aushalfen. Die Weiten und Zeiten, zu deren Messung sie beitrugen, entsprachen zwar nicht ganz den Erwartungen. "Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass an diesem Tag eine Vielzahl von Normen für Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften erfüllt wurde", gibt Sven Lang zu bedenken.

Selbst die 18,74 Meter von Christina Schwanitz wollte der Trainer nicht unterbewertet wissen: "Aus dem vollen Training heraus hat sie damit zum zweiten Mal die WM-Norm erfüllt." Das intensive Training war auch Viktoria Dönicke anzumerken, die Sprinterin hatte sogar direkt vor dem Wettkampf noch eine Schicht eingelegt. Dass sie sich über 100 Meter mit 12,27 Sekunden begnügen musste, lag laut Lang aber vor allem am Wind. Nicht immer blies dieser auf der Tartanbahn extrem heftig, wie zwei Ergebnisse in der U 16 beweisen. Dort steigerte Liv Zoe Strohbach ihre 300-Meter-Bestzeit auf 41,54 Sekunden und knackte damit die DM-Norm. Auch Christopher Arnold (2:10,84 min) war über 800 Meter schneller als zuvor.

Insgesamt brachten es der LV 90 auf 18 Gold-, 11 Silber- und 15 Bronzemedaillen. Mit jeweils fünf Podestplätzen waren Richard Müller und Leonie Schürer (beide U 14) die erfolgreichsten Teilnehmer. Auch Dreisprung-Siegerin Lissy Rodehacke (11,88 m) und Larissa Stiehler, die mit 39,66 Metern das U-18-Diskuswerfen gewann, setzten Achtungszeichen. Für absolute Top-Ergebnisse konnten aber auch sie nicht sorgen, sodass das Meeting für Lang ein "leckeres Menü" war, dem lediglich das Sahnehäubchen fehlte.

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