Letzte Kontrolle vor den Ferien

Ein 3000-Meter-Lauf, ein Athletiktest und ein Verfolger auf Rollen: Bevor Sachsens Skilangläufer in ihre wohlverdiente Pause gegangen sind, waren sie am Fichtelberg dieser Tage erneut voll gefordert.

Oberwiesenthal.

Noch mal straffen und alles geben vor der Pause: Unter diesem Motto ist für die Skilangläufer die zentrale Sommerleistungskontrolle des Deutschen Skiverbands über die Bühne gegangen. Allerdings war wegen Corona alles anders als sonst. Eigentlich werden zu dem Test alle Sportler ab der Altersklasse 16 aufwärts an einem Ort vereint. Diesmal organisierten die Landesverbände ihre Wettbewerbe jeweils für sich - aber nicht ganz ohne Verbindung zueinander. Das galt speziell für den 3000-Meter-Lauf, der den Auftakt bildete und in Sachsen auf dem Kurt-Löser-Sportplatz in Annaberg ausgetragen wurde.

"Alle Ergebnisse sind medial erfasst worden. So war sehr schnell ein Vergleich drin", sagte Michael Hoffmann, verantwortlicher Disziplintrainer am Fichtelberg. Mit den Leistungen seiner Schützlinge zeigte er sich zufrieden. Die bundesweite Bestzeit lag bei 8:56 Minuten. Flottester Sachse war Richard Leupold (Herren) mit glatt 9 Minuten, gefolgt von Junior Niklas Müller (9:01) und Maxim Cervinka (Herren/9:11). Erwartet stark schnitt in der AK U 18 Luca Petzold ab, der mit 9:07 Minuten bei den Männern Bronze geholt hätte. Gute Zeiten schafften auch die Damen und Mädchen: Schnellste war Julia Preußger (10:11/Damen) vor den U-18-Starterinnen Alina- Celine Rippin (10:26) und Charlotte Böhme (10:51). Anschließend waren die 25 Teilnehmer beim Athletiktest am Bundesstützpunkt in Oberwiesenthal gefragt, ehe es einen Tag später auf die Rollerbahn ging.

Dabei trumpfte bei den Herren Valentin Mättig auf. Der Oberwiesenthaler siegte klar vor Niklas Müller und Philipp Unger. Im weiblichen Bereich setzte sich Preußger vor Juniorin Linda Schumacher und Jessica Löschke (Damen) durch, die zeitgleich je Zweite wurden. In der U18 waren Alina-Celine Rippin, Selina Franz, Jasmin Richter und Cora Löschke zügig unterwegs. Wegen der unterschiedlichen Topografie an allen Austragungsorten gab es in dieser Disziplin keinen bundesweiten Vergleich. "Es ist komisch und ungewohnt, wenn die direkte Konkurrenz fehlt. Das hat man den Sportlern angemerkt", so Hoffmann, der die Leistungskontrolle dennoch als Erfolg wertete. "Kurz nachdem alle im Ziel waren, goss es wie aus Kannen." Eine Punktlandung also.

Richard Leupold (22) vom SC Dresden lobte den reibungslosen Ablauf. "Es war ein harter, aber auch guter Abschluss", so der schnellste Sachse über 3000 Meter. Valentin Mättig vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal freute sich schon auf den Familienurlaub, den der 30-Jährige mit Frau und Kind in Klingenthal verbringt. "Der Test war der Abschluss des Trainingsblocks, der Anfang Mai begonnen hat." Das sei immer spannend. Denn eine solche Leistungskontrolle zeige, wo sich das Training auszahlt und wo Nachholbedarf besteht. "Bei mir fehlt noch technische Stabilität." Mättig bedauerte, dass der Wettstreit diesmal nur sachsenweit stattfand. "Da fehlt der direkte Vergleich zu den anderen Sportlern schon sehr."

Linda Schumacher vom SSV Geyer sah es ähnlich. Zumal ein Fern-Vergleich beim Wettbewerb auf Rollen wenig sinnvoll sei. "Jedes Bundesland hat eine andere Strecke. Unsere in der Skiarena ist anspruchsvoll. Allein wegen des langen Bergs", fand die 19-Jährige, die gerade ihr Abitur gemacht hat. Sie habe sich zum Schluss noch einmal richtig angestrengt - sowohl in der Testwoche in Oberhof als auch bei der Leistungskontrolle am Fichtelberg. "Es lief prima und motiviert mich sehr", sagte die Sportlerin, die ihren Trainingsrückstand nach einer Knie-OP gut aufholen konnte.

Magdalena Waller vom SV Neudorf haderte dagegen mit ihren Leistungen: "Es lief erst ganz gut, dann echt mies." Die 17-Jährige freute sich deshalb - wie sicher alle anderen - auf rund zwei Wochen Pause. Schon am 10. August ist am Fichtelberg wieder Trainingsbeginn. (mit klin)

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