Lößnitzer freuen sich auf Spiel des Jahres

Die Landesliga-Fußballer des FCL haben zwei hohe Hürden vor sich. Hinter sich haben sie ein 2:2 beim FSV Neusalza-Spremberg.

Aue/Lößnitz.

Der Reformationstag hat für die Fußballfans in der hie- sigen Region diesmal einen echten Höhepunkt zu bieten. Morgen ab 13.30 Uhr treffen im Achtelfinale des Sachsenpokal-Wettstreits Landesligist FC Lößnitz und Regional- ligist Chemnitzer FC aufeinander. Spätestens seit der Verlegung der Partie ins Auer Erzgebirgsstadion hat dieses Duell David gegen Go- liath einen besonderen Schub in der öffentlichen Wahrnehmung erfahren. Schließlich läuft dadurch der ungeliebte himmelblaue "Nachbar" im Wohnzimmer der Veilchen auf.

Wie klar die Ausgangslage von der Papierform her ist, zeigt ein Blick aufs vorige Wochenende. Während der CFC am Sonntag als Drittliga-Absteiger mit 4:0 über den FC Oberlausitz Neugersdorf im 14. Regionalliga-Spiel der Saison den 14. Sieg feierte und mit 13 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze steht, muss- te sich der FCL bei Landesliga-Aufsteiger FSV Neusalza-Spremberg mit einem 2:2 begnügen und fiel vom 3. auf den 4. Rang zurück.

"Das Unentschieden geht in Ordnung. Neusalza-Spremberg besaß im zweiten Durchgang die Chance zum 3:1, aber hinten raus hatte ich das Gefühl, wir sind dem Sieg näher als die Gastgeber. Am Ende bin ich mit dem Punkt zufrieden", sagt der Lößnitzer Trainer René Klingbeil, dessen Elf nach ein paar Problemen das Geschehen in Ostsachsen unter Kontrolle bekam. Statt der Führung für den FCL fiel jedoch das 1:0 für die Gastgeber. Tony Thiam verursachte einen Foulstrafstoß. Der ging an die Latte, und im Nachsetzen köpfte Radoslaw Sarelo zum 1:0 ein (36.). Nur drei Minuten später wurde im Anschluss an einen Freistoß Thiam im 16-Meter-Raum des FSV umgerissen, und Karsten Werneke verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:1. "Ansonsten neutralisierten sich beide Teams bis zur Pause weitgehend", berichtet Klingbeil.

In Hälfte zwei waren gerade sieben Minuten vorbei, da lagen die Lößnitzer nach einem Tempogegenstoß des Aufsteigers und einem Tor von Lukas Bouska erneut hinten. "Mir hat gefallen, dass die Jungs immer an sich geglaubt haben. Auch nach dem zweiten Rückstand ließen sie die Köpfe nicht hängen." Schon deshalb sei das 2:2 (82.) absolut verdient gewesen. Der eingewechselte Cedric Graf flankte, und Werneke war per Flugkopfball zur Stelle.

Nächsten Sonnabend erwartet der FCL (16 Punkte) den SV Einheit Kamenz (22), der jetzt vor dem FC Grimma (20) und dem Großenhainer FV (17) die Sachsenliga anführt. "Dann können wir wieder verkürzen", sagt Klingbeil und fügt an: "Zuvor haben wir ja aber noch das Spiel des Jahres." Damit meint er natürlich den Sachsenpokal-Kracher morgen gegen den Chemnitzer FC im Auer Erzgebirgsstadion.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich mal als Trainer in dieses Stadion zurückkehre", gibt der frühere Kapitän des FC Erzgebirge Aue zu. Er habe ja nie eine große Trainerlaufbahn angestrebt. "Auch das mit dem FC Lößnitz ergab sich eher zufällig." So wie nun diese Partie im Lößnitztal, in dem sich Klingbeil - wenngleich noch in der alten Arena - von 2008 bis 2015 für alle Zeiten den Respekt der Veilchenfans verdiente. "Wir alle freuen uns riesig darauf. Solche Geschichten schreibt halt der Fußball. Da ziehen wir dieses Los, und dann wird die Begegnung ins Erzgebirgsstadion verlegt. Die Jungs sollen das einfach aufsaugen und genießen."

Sicher seien die Chemnitzer ein übermächtiger Gegner. "Die hauen in der Regionalliga ja bislang alles weg. Aber meine Jungs werden alles geben, auch wenn sie bestimmt aufgeregt sind, selbst die erfahrenen Spieler. Schließlich wird die Atmosphäre eine ganz spezielle sein", sagt der 37-Jährige. Besonders vorbereiten wollen sich die Lößnitzer nicht. "So etwas gehört zum Fußball dazu, ist ja auch das Schöne daran. Da heißt es: Augen zu und durch. Mir ging es früher auch nicht anders." Klingbeil wünscht sich, dass ganz viele Zuschauer kommen und dass bei seinem Team hinten möglichst lange die Null steht. "Da ist jede Minute Gold wert. Dafür müssen wir natürlich ganz besonders auf die defensive Ordnung achten. Aber wir sind eine Mannschaft, die Fußball spielen will, also werden wir nicht nur Beton anrühren. Und im Pokal soll doch alles möglich sein."

Service: Der städtische Parkplatz an der Tankstelle ist morgen ab11.30 Uhrgeöffnet, das Stadion ab 12 Uhr. Tickets gibt es an der Tageskasse. Aus Chemnitz werden nach An-gaben von FCL-Teammanager René Zimmermann zirka 1800 Fans erwartet.

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