Lufthoheit zahlt sich aus

In der Landesliga sind die Fußballer des FSV Motor Marienberg auf Rang 12 geklettert. Ausschlaggebend dafür war der Sieg gegen einen Mitaufsteiger.

Marienberg.

Als der Schlusspfiff ertönte, war das Blut an Nase und Hals von Kenny Schmidt immer noch erkennbar. Doch diese Verletzung, wegen der er mehrfach an der Seitenlinie einen neuen "Stöpsel" benötigte, nahm der Angreifer des FSV Motor Marienberg am Samstag gern in Kauf. Schließlich hatte er sie sich in jener Szene zugezogen, in der er per Kopf den zweiten Saisonsieg seines Teams in der Fußball-Landesliga einleitete. Dieses gewonnene Kopfballduell war symptomatisch für das Duell gegen Mitaufsteiger SGDresden Striesen, denn vor allem dank ihrer Lufthoheit durften die Gastgeber einen 2:1-Sieg feiern.

Im ersten Spielabschnitt war allerdings noch wenig von dieser Stärke des FSV Motor zu sehen, denn vor beiden Toren segelten nur äußerst selten Bälle in den Strafraum. Die größte Chance vor der Pause bot sich einem Dresdner, der nach einem Fehler in der Motor-Abwehr in der 25. Minute allein auf Torhüter Toni Grabowski zulief und sich den Ball dabei zu weit vorlegte. Dass es kaum Chancen gab, fand auch Ronny Rother etwas "eigenartig". "Wir haben versucht zu spielen, sind aber nicht zwingend vors Tor gekommen", sagt der Motor-Trainer, der nach eigenen Angaben dennoch zufrieden war. Schließlich habe sein Team das Spiel bestimmt und bis auf eine Szene nichts Brenzliges zugelassen.

Erst ab der 35. Minute wurden die Hausherren druckvoller. Dass drei Flanken zumindest für etwas Torgefahr sorgten, war richtungsweisend für den weiteren Verlauf dieser Partie. Denn neben dem Kreieren von Überzahlsituationen gab Rother seinem Team in der Kabine mit auf den Weg, mehr über die Flügel zu spielen. Gut zugehört hatte dabei offenbar Kevin Werner, der in der 64. Minute zum spektakulärsten Dribbling der gesamten Partie ansetze. Auf der linken Seite schaltete er nahe der Mittellinie in den Turbogang, ließ drei Gäste-Spieler stehen und fand mit seiner Flanke dann Kenny Schmidt, dessen Kopfball gerade noch so pariert wurde. Der Frust des Angreifers, der schon mehrfach nach dem Seitenwechsel seine Lufthoheit unter Beweis gestellt hatte, währte nur kurz. Denn bei dem anschließenden Eckball stieg er erneut am höchsten und traf (65.).

Eine Viertelstunde später war Schmidt nach einem weiten Flugball wieder als Erster zur Stelle. Diesmal legte er per Kopf geschickt auf den zuvor eingewechselten Julian Schröter ab, der überlegt zum 2:0 vollstreckte. "Ein großes Plus von uns ist, dass wir von der Bank neue Impulse setzen können", sagt Rother, der trotz der Überlegenheit in der Schlussphase zittern musste. Nach einem Freistoß kamen die Gäste überraschend zum Anschlusstor (90.) und boten in der Nachspielzeit fast mehr Offensivaktionen als in den 90 Minuten zuvor. Am Ende durfte Motor trotzdem jubeln.

Marienberg: Grabowski; Otto (81. Hamann), Bauer, Richter, Werner, Fischer, Flade, Gottschalk, Gerlach (60. Schröter), Ruttloff (52. Schreiter), Schmidt; SR: Wadewitz (Lindenau); Z: 99; T: 1:0 Schmidt (65.), 2:0 Schröter (79.), 2:1 Arnold (90.)

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