Luxus-Cross erlebt Debüt im Erzgebirge

Durch Matsch und Schlamm und über Hindernisse hinweg: Schneeberg ist im Juni 2020 Gastgeber für einen Lauf, bei dem die Starter nicht zimperlich sein dürfen. Vielmehr verlangt ihnen die Strecke alles ab.

Schneeberg.

Ein Cross De Luxe, also ein Geländelauf vom Allerfeinsten erwartet Jung und Alt im Juni 2020 in Schneeberg. Wobei Luxus ja durchaus eine Frage der Definition ist. Beim Cross De Luxe bekommen die Teilnehmer die volle Packung - von Wassergräben über Schlammkuhlen bis zu Hindernissen zum Kriechen, Klettern und Hangeln. "Unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt", macht Henrik Wahlstadt neugierig auf das Querfeldein-Spektakel mit natürlichen und künstlich angelegten Hürden.

"Kein Cross De Luxe ist wie der andere", schickt der Geschäftsführer von "Time for Sports" als Gastgeber hinterher. Hindernisse mit Titeln wie Höllenrausch, Piranha-Becken und "Brett vorm Kopf" lassen keine Zweifel, dass es knüppelhart werden könnte. "Es wird kein Zuckerschlecken", so Wahlstadt, der mit seinem Team schon Vorarbeit leistete. Denn ohne lokale Unterstützung funktioniere es nicht. Mit den Stadtwerken Schneeberg sei der passende Partner gefunden. So befindet sich der Start für den Crosslauf in der Erlebniswelt "Fundora" am Filzteich. Da sowohl Kletterparadies als auch das Strandbad zum Energieversorger gehören, ergeben sich laut Wahlstadt optimale Bedingungen - etwa mit Blick auf Parkplätze, Duschen und Umkleiden. "Das Fundora ist toll für die Familienteams." Sie bilden aber nur eine mögliche Kategorie. Auch Firmen und Einzelkämpfer können sich ab sofort anmelden. Vor allen liegt am 7. Juni 2020 eine neun Kilometer lange Strecke vom Neustädtler Filzteich bis zum Forstteich in Lindenau. Diese absolvieren sie je nach Kategorie ein- oder zweimal.

Ausdauer und Kraft sind gefragt, da unterwegs gut 20 Hindernisse zu bewältigen sind, die Henrik Wahlstadts Team auf- und nach dem Lauf wieder abbaut. "Man wird gar nicht merken, dass wir da waren", so der Organisator, der regelmäßig solche Sport-Spektakel organisiert. Den ersten Cross De Luxe nach englischem Vorbild startete er 2010 in Markkleeberg. "Bei strömendem Regen mit 350 Leuten." Die Idee zündete, inzwischen sind es jedes Jahr um die 5000 Teilnehmer. Seit 2018 gibt es auch in Freital einen solchen Hindernislauf mit zunächst 1000 Mutigen. "Dieses Jahr waren es 1600", so Wahlstadt, der sich fürs Erzgebirge aufgrund der reizvollen Landschaft als dritte Station entschied - und weil er auf offene Ohren stieß. "Etwa bei der Zusammenarbeit mit Grundstücksbesitzern und Naturschützern." Mit Blick auf die Teilnehmerzahl hält er das 1000er-Limit zum Debüt für schaffbar. Die Grenze sei bewusst gesetzt. "Wir müssen sehen, wie es läuft. Danach lässt sich das problemlos aufstocken."

Eine Eintagsfliege soll der Cross De Luxe in Schneeberg nicht sein. Auch das war für Stadtwerke-Geschäftsführer Gunar Friedrich ein Grund, neben dem bereits vielseitigen Engagement des Unternehmens auch dieses Projekt zu unterstützen. "Wir wollten was Neues machen. Der Cross liegt im Trend und ist bissel verrückt, daher passt es zu uns", sagt er und liebäugelt damit, ein eigenes Team durch den Schlamm zu schicken. "Wir sind eine junge Truppe, da ist das vorstellbar." Wer das Ziel erreicht, erhält eine Medaille. "Ansonsten geht es vor allem um Ruhm, Ehre und Spaß beim Laufen", so Wahlstadt. www.crossdeluxe-erzgebirge.de


"Für viele ist es wie Medizin"

Jörg Eißmann (49) ist amtierender Weltmeister im Hindernislauf. Den Cross De Luxe in Schneeberg will der Kirchberger als Vorbereitung nutzen.

Freie Presse: Was braucht es, um den Cross De Luxe zu überstehen?

Jörg Eißmann: Ein bisschen Lauftraining im Vorfeld und vor allem viel Vorfreude auf den abwechslungsreichen Parcours.

Warum ist der Sport so angesagt?

Weil es viel um Team-Gefühl geht und einer dem anderen hilft. Natürlich gibt es harte Läufe, bei denen verbissen gekämpft wird. Solche bestreite ich ja auch. Aber der Cross De Luxe eignet sich für jedermann, der mal so richtig Spaß mit Freunden haben will.

Empfehlenswert also?

Natürlich! Für viele ist es sogar wie Medizin, weil sie den Kopf frei kriegen und Stress abbauen. Es gibt Selbstbewusstsein für den Alltag.

Sind Frauen im Nachteil?

Keineswegs, sie sind sogar oft eisenhart. Meine Frau zum Beispiel hat vor ihrem ersten Start erst drei Tage vorher mit dem Training begonnen - und lief dann im vorderen Drittel ins Ziel.

Starten Sie im Juni 2020 auch?

Ja. Ich nutze den Lauf in Schneeberg als Abschlusstraining für die Europameisterschaft, bei der ich dann eine Woche später antreten werde.

Wie kamen Sie zum Hindernislauf?

Ich bin viel gelaufen, hielt aber mit der Jugend irgendwann nicht mehr mit. Beim Hindernislauf steche ich die jungen Wilden dagegen noch gut aus. So landete ich beim Strongman unter 15.000 Startern auf Anhieb auf Rang 16 - ein irrer Erfolg für mich. Derzeit baue ich zuhause in Kirchberg ein Trainingszentrum auf, um durch diesen Sport auch anderen und vor allem jungen Leuten Biss und Durchhaltevermögen für alle Lebenslagen zu vermitteln.

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