Mit links an die nationale Spitze

Erst mit 50 Jahren hat Peter Luthe seine Golf-Leidenschaft entdeckt. Schnell erarbeitete sich der Spieler des Zschopauer Vereins einen Schwung, der ihn von vielen anderen unterscheidet.

Zschopau.

Ob man Links- oder Rechtshänder ist, spielt in vielen Sportarten keine Rolle. Im Golf schon, denn die Spieler stehen auf der anderen Seite des Balls und brauchen andere Schläger. Die rar gesäten Linkshänder schwingen spiegelverkehrt zu den Rechtshändern, was allerdings keinen Einfluss auf den Erfolg hat. Den muss sich jeder Aktive hart erarbeiten. Peter Luthe ist dies gelungen, auch wenn er ein Spätstarter ist. Obwohl er erst mit 50 Jahren einen Golfschläger in die Hand nahm, hat der Spieler des Zschopauer Golfvereins bewiesen, dass man es auch mit links in die nationale Spitze schaffen kann.

Schon zu DDR-Zeiten hätte der inzwischen 62-Jährige gern Golf gespielt. "Aber damals gab es hierzulande ja keine Plätze", erzählt er. Also widmete er sich als junger Erzgebirger in seiner damaligen Heimat Schlettau den herkömmlichen Sportarten wie Skifahren. Später, als die Mauer gefallen war, fehlte Luthe die Zeit für die kleinen weißen Bälle. Der Diplom-Bauingenieur hatte sich selbstständig gemacht und leitete einen eigenen Betrieb. Weihnachten 2004 schlug dann aber die große Stunde. "Getarnt" als Geschenk für seine Frau und deren Schwiegereltern gab es eine Runde Schnuppergolf in Thüringen. Sofort erkannte der Trainer damals das Naturtalent in Peter Luthe - und auch er selbst war Feuer und Flamme.

Seither geht der inzwischen in Kleinolbersdorf wohnende Unternehmer mindestens zweimal die Woche auf den Golfplatz, um an seinen Fähigkeiten zu arbeiten. War es anfangs in Gahlenz der gebürtige Nepalese Rithe Sapkota, so steht Peter Luthe in Zschopau nun Didier Willems als Trainer zur Seite. "Hinweise braucht man schon immer wieder mal", sagt der 62-Jährige, obwohl er die Grundlagen längst verinnerlicht hat und inzwischen selbst anderen Tipps gibt.

In erster Linie konzentriert sich Peter Luthe aber auf den eigenen Schwung. "Golf ist eine ehrliche Sportart. Man spielt gegen sich selbst und gegen den Platz", beschreibt er den besonderen Anreiz. Gewinnen könne man dabei eigentlich nie, denn "es geht immer noch einen Tick besser". Egal, wie gut die Runde auch war: Irgendwo wäre garantiert ein Schlag weniger nötig gewesen, um einen Ball zu versenken.

Es verwundert nicht, dass der Erzgebirger vor allem die anspruchsvollen Plätze liebt. Geneigte Spielbahnen, Bunker, Wasserhindernisse - davon kann Peter Luthe nicht genug bekommen. Und er weiß, solche Hürden zu meistern, wie kürzlich im bayrischen Fahrenbach zu sehen war. Bei der Deutschen Meisterschaft für Linkshänder wurde der Zschopauer Starter Vizemeister im Seniorenbereich. Es war sein bisher größter Erfolg. Auch bei vielen anderen Turnieren hat er schon gezeigt, warum er sein Handicap von 54 auf 12,3 nach unten schrauben konnte. Gestillt ist der Erfolgshunger aber noch lange nicht. Als nächste Herausforderung hat Luthe die Weltmeisterschaft für Linkshänder 2019 im Visier, zumal diese in Deutschland ausgetragen wird. "Ich bin nun mal ein Wettkampftyp", erklärt er.

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