Mit Mut gegen einen Großen

Die Handballer des EHV Aue erwarten an diesem Sonnabend den Absteiger VfL Gummersbach zum Zweitliga-Duell. Eine harte Nuss. Allerdings wirken die favorisierten Gäste im neuen Umfeld durchaus noch nicht sattelfest.

Lößnitz.

Wie zuletzt daheim gegen Ex-Erstligist Bietigheim locker flockig ein 8:2 herauswerfen und dann den Vorsprung elegant bis zum Abpfiff verwalten: Das wäre der Traum von Stephan Swat, wenn sein EHV Aue an diesem Sonnabend in der Lößnitzer Erzgebirgshalle im Zweitliga-Duell auf Absteiger Gummersbach trifft. "Verstecken werden wir uns gegen den VfL keinesfalls", sagt Swat. Warum auch? "Schließlich reisen auch unsere Gegner mit Respekt vor uns und vor der Stimmung in unserer Halle an. Das nutzen wir, so gut es geht."

Dass die Auer genug Schwung haben, bewiesen sie unlängst gegen Bietigheim. So mündete eine tolle Anfangsphase in die 8:2-Führung, ehe es am Ende doch eine deutliche Angelegenheit zugunsten der Gäste wurde. Auswärts hätte der EHV vorige Woche beinahe wichtige Zähler liegen lassen. Nach klarer Dominanz bei Aufsteiger Krefeld folgte ein Einbruch. Bis zur letzten Sekunde zitterten die Erzgebirger um den hauchdünnen Sieg. "45 Minuten hatten wir alles im Griff. Dann büßten wir unsere Souveränität urplötzlich ein", so Swat. Es fehle teils an Spielführung. "Da befinden wir uns noch im Lernprozess."

Gegen Gummersbach wünscht sich Swat Mut und Leidenschaft von seinen Jungs. Nach wie vor muss er auf Ladislav Brykner und Bengt Bornhorn verzichten, die noch ihre Fußprobleme kurieren. Einen guten Eindruck habe in Krefeld Kevin Lux hinterlassen, der nach langer Verletzung wieder am Kreis einstieg. "Vielleicht kann er Petr Slachta auf dieser Position entlasten", so Swat. Den VfL hat er als Gegner mit wuchtigem Rückraum auf dem Zettel. "Gute Kreisläufer, tolle Konter über Marvin Sommer und eine starke Abwehr - das sagt viel." Es sei ein harter Brocken. "Aber wir halten dagegen."

Das könnte sich auszahlen. Mit 5:5 Punkten und Rang 8 nach fünf Spieltagen sind die Gummersbacher längst noch nicht voll in Fahrt. Erst zwei Siege nach dem Abstieg aus dem Oberhaus - da rechneten einige mit mehr. Zuletzt gelang ein 29:26 gegen den früheren Bundesligakonkurrenten Hamburg. Dem eigenen Anspruch entspreche die aktuelle Lage nicht, wird VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler zitiert. Vor allem die Niederlagen gegen Lübeck-Schwartau (20:22) und Coburg (26:31) schmerzen den Ex-Bundesliga-Dino. Dabei steht das Ziel, in den nächsten zwei Jahren wieder aufzusteigen. Das neu formierte Team jedoch scheint sich noch finden zu müssen. Vom Status eines Aufstiegsaspiranten ist der VfL aktuell weit entfernt. Trainer Torge Greve sieht es realistisch. Die zweite Liga sei das, was er erwartet hat. "Hier bekommt man nichts geschenkt, und auch wir müssen uns jeden Sieg hart erarbeiten." Das gilt mit Sicherheit auch für die zwei Punkte in Aue.

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