Nachwuchs-Duo zeigt es den Männern

Ein junges Team aus Hohenstein-Ernstthal hat sich beim 1. Ronny-Lohse- Gedenkturnier den Sieg gesichert. Sachsenmeister Nick Neumann-Manz (16) und sein erst 13-jähriger Partner waren in Zschopau nicht zu schlagen.

Zschopau.

Vor etwa einem Jahr ereilte Philipp Weber die schreckliche Nachricht vom Tod seines Cousins Ronny Lohse. Wie alle anderen Familienmitglieder konnte er es nicht fassen. Und auch die lokale Tischtennis-Szene, in der Ronny Lohse als erfolgreicher und sympathischer Spieler bekannt war, befand sich von einem Moment auf den nächsten in tiefer Trauer. Wie viele ehemalige Weggefährten schaute Philipp Weber am vergangenen Samstag wieder positiv drein. Anlass war das 1. Ronny-Lohse-Gedenkturnier, das der SSV Zschopau auf Initiative von Veikko Bartsch in der Nexö-Halle auf die Beine gestellt hatte.

Resultate werden zu Nebensache

"Eine tolle Idee. Ich war echt überrascht, als ich zum ersten Mal davon hörte", erzählt Philipp Weber. Der 17-jährige Zschopauer, der beim TSV 1888 Falkenau in der 1. Bezirksliga spielt, sagte sofort sein Kommen zu. Und mit ihm 45 weitere Tischtennis-Spieler aus der Region sowie aus der Elite Sachsens. Bis hinauf zur Regionalliga fanden sich Akteure, die im Gedenken an die einstige Zschopauer Nummer 1 zur Kelle griffen. In diesem Zweier-Mannschaftsturnier hatten die Duos sowohl Einzel als auch Doppel zu absolvieren. Nach einem Rückblick auf das allzu kurze Leben mitsamt einer Schweigeminute ging's los.

"Die Ergebnisse waren dabei Nebensache", sagt Philipp Weber. Trotzdem gab er mit seinem Partner Tommy Schulz Vollgas, qualifizierte sich mit einer starken Vorrunde fürs A-Turnier und drang dort immerhin bis ins Viertelfinale vor. Und der Ehrgeiz war auch allen anderen Teilnehmern anzumerken. So schauten viele ausgeschiedene Akteure bis zum Schluss den Schlägen von Nick Neumann-Manz zu. Der 16-jährige Regionalliga-Spieler vom SV Sachsenring Hohenstein-Ernstthal, der in diesem Jahr den Sachsenmeistertitel der Männer gewinnen konnte, dominierte das Turnier zusammen mit seinem erst 13-jährigen Partner Johann Koschmieder.

Finale bietet tolle Ballwechsel

"Für mich war das ein schöner Saisonabschluss", kommentiert Nick Neumann-Manz den Teamerfolg. Nach dem Ende der Liga-Saison war er noch im Deutschland-Pokal, bei der nationalen U-18-Meisterschaft sowie bei diversen anderen Turnieren gefordert. Erst jetzt könne der Zehntklässler vom Sportgymnasium Dresden drei Wochen Urlaub machen. Allerdings nicht, ohne sich mit tollen Ballwechseln zu verabschieden. Vor allem im Endspiel gegen den unterlegenen Bezirksmeister Stefan Meiner (TSV Elektro- nik Gornsdorf) und Lars Zirngibl (TTV Burgstädt) waren einige Punkte lange umkämpft. Platz 3 des A-Turniers ging an die Ex-Marienberger Steffen Schreiter und Oliver Nimtz (jetzt TTC Annaberg), die sich im kleinen Finale gegen Roman Macak und Jaroslav David (TSV 1872 Pobershau) durchsetzten.

Viele Erzgebirgs-Vertreter, die während der Gruppenphase den Sprung in die obere Hälfte verpasst hatten, lieferten sich derweil im B-Turnier packende Duelle. Während die Zschopauer ohne Podestplatz blieben, konnte sich der TTV Amtsberg doppelt freuen. In einem fast vereinsinternen Finale bezwangen der Amtsberger Thomas Müller und Steffen Bochmann (Dresden) das TTV-Gespann Kay und Sven Haase. Letzterer konnte mit Silber vor Toni Krauß/Philipp Krauß (Pobershau) und Sascha Flemming/ Tommy Kreutzberg (Fürstenfeldbruck/ Zschopau) gut leben. "Es war ein tolles Turnier mit schönem Modus, bei dem man sich von den höherklassigen Spielern einiges abschauen konnte", sagt Sven Haase, der einst bei Turnieren Ronny Lohse kennengelernt hatte: "Er war ein ruhiger und sympathischer Typ."


"Das hat Ronny verdient"

Veikko Bartsch hat das Ronny-Lohse-Gedenkturnier ins Leben gerufen. Andreas Bauer sprach mit dem 37-jährigen Zschopauer über die Premiere.

Freie Presse: Wie lautet Ihre Bilanz nach der ersten Turnierauflage?

Veikko Bartsch: So etwas hat Ronny verdient. Schön, dass seine Familie mit dabei war. Wir als Veranstalter sind sehr zufrieden, und auch die Spieler zeigten sich begeistert. Die Zuschauer haben ein hohes Niveau erlebt, wobei sich die Favoriten fast immer durchsetzten. Es gab aber in der Gruppenhase auch einige Überraschungen. So schafften es Tino Jablinski und Jens Kretzschmar vom Bezirksklasse-Aufsteiger SG Sorgau nach dem längsten Spiel des Tages über fast zwei Stunden ins A-Turnier.

Wird es das Turnier 2015 in dieser Form wieder geben?

Wir planen auf jeden Fall eine Fortsetzung. Erneut so ein Klasse-Feld nach Zschopau zu bekommen, dürfte aber schwer werden. Nicht wegen der Spieler, sondern aufgrund des großen organisatorischen Aufwands. Gut möglich, dass wir keine Einladungen mehr verschicken. Stattdessen könnte es eine offene Ausschreibung geben. Außerdem überlegen wir, ob wir das Turnier auf zwei Tage ausdehnen und in der Turnhalle am Zschopenberg ausrichten.

Profitiert auch der Verein von solch einem Wettkampf?

Das war eine große Sache, über die man sicherlich reden wird. Dazu wollen wir, also der SSV Zschopau, in der neuen Bezirksklasse-Saison für Furore sorgen. Der Ehrgeiz ist so groß, dass wir uns zu den Aufstiegsanwärtern zählen. Ich selbst will meinen Teil dazu beitragen, denn nach einigen schönen Jahren beim TSV 1872 Pobershau kehre ich zu meinem Heimatverein zurück. Meine Zeit auf Landesebene mit den vielen langen Fahrten war abgelaufen.

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