Neue Gesichter auf dem Gipfel

Parallelen zu Vorjahren, aber der Fichtelberglauf war 2018 ein besonderer. Nicht nur, weil er zugleich eine Meisterschaft war.

Neudorf.

Bei blauem Himmel und Sonnenschein haben zwei "Neulinge" den Fichtelberglauf gewonnen. Im tags zuvor noch gesperrten Gebiet waren über 9,1 Kilometer mit 550 Höhenmetern Marc Schulze aus Dresden und Ivana Sekyrová vom AK Sokolov am schnellsten auf dem Gipfel, der mit zunehmender Renndauer in einer Nebelwand verschwand.

Einer, dem dies nichts ausmachte, war Schulze. Der 33-Jährige vom Citylauf-Verein Dresden krönte seine Fichtelberglauf-Premiere mit dem Gesamtsieg. Der Langstrecken-spezialist, der 2018 beim Oberelbe-Marathon seinen Titel verteidigt hatte, wies in 36:34 Minuten die Konkurrenz deutlich in die Schran-ken. Gut zweieinhalb Minuten dahinter kam 2008-Gewinner Benjamin Lindner aus Leipzig ins Ziel. Dieser wiederum hatte knapp eine halbe Minute Vorsprung auf Stefan Seidel von der SG Adelsberg. Als beste Annaberger duellierten sich Johannes Neuber und SC-Norweger-Kollege Ruben Kretzschmar um Platz 5. Mit drei Sekunden Vor-sprung hatte der ein Jahr jüngere Neuber die Nase vorn und siegte zugleich in der U 18. Immerhin auf Platz 7 lief Lukás Bauer, der trotz des fehlenden Trainings zufrieden war.

"Es war gut, dabei zu sein. Danke den Organisatoren. Im nächsten Jahr bin ich wieder hier, dann aber mit einigen Laufkilometern mehr in der Tasche", schrieb der 41-jährige Tscheche am Abend auf Facebook. Seine Landsfrau Ivana Sekyrová vom AK Sokolov war schnellste Dame. Die 46-Jährige, die 2012 beim olympischen Marathon in London auf Rang 67 eingekommen war, benötigte 44:49 Minuten und lag damit deutlich vor ihren Konkurrentinnen. Als zweitschnellste Frau schaffte es Biathletin Hanna-Michéle Hermann aufs Plateau, die Dritte unter 56 Damen war zugleich jüngste Teilnehmerin: Selina Franz vom Dorfchemnitzer SV, Jahrgang 2004.

Kräftigen Applaus auf dem Gipfel gab es allerdings für alle, so auch für den einstigen Biathlon-Weltmeister Dieter Speer. Der 76-Jährige wurde 1971 im finnischen Hämeenlinna Bester des Erdballs und hatte sich mit Andreas Roscher, der ebenso ein "Haudegen im Sportgeschäft" ist, verabredet. "Dieter hatte mich im Vorfeld angerufen. Ich habe mich sehr gefreut, ihn zu treffen", erzählte Roscher, der auf gut 40 Helfer bauen konnte - darunter auch vom Sehmataler Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes und der Jungen Gemeinde - die sich im eigens für den Lauf errichteten Festzelt um das leibliche Wohl der Teilnehmer kümmerten.

Dass die Teilnehmerzahl von 242 im vorigen Jahr auf 225 sank - obwohl die 32. Auflage des Fichtelberglaufs als Sachsenmeisterschaft galt -, passt nicht so recht ins Gesamtbild. Denn 2015 hatten jene Landestitelkämpfe den Neudorfern mit 300 Startern noch den Teilnehmerrekord beschert. Doch die Umplanung von Samstag auf Sonntag wegen einer Drückjagd des Forstes, die erst 40 Tage vor dem Rennen bekannt gemacht wurde, forderte ihren Tribut.

"Viele hätten am Samstag mitgemacht, auch eine Reihe von Helfern hat dies betroffen", so Chef-Organisator Roscher, der angesichts des zunächst schönen Wetters mit einigen Teilnehmern mehr gerechnet hatte. Innerhalb der Läuferfamilie hatte sich der neue Termin jedoch herumgesprochen. So gab es neben den Dauerteilnehmern Werner Fankhänel von der LG Vogtland und Heinz Wöhlert aus Aschersleben - beide ließen keine Ausgabe seit 1987 aus - viele bekannte Gesichter zusehen. (mit mas)

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