Premiere trifft ins Schwarze

Der Bundesliga-Golf-Cup hat in Bad Schlema ein gelungenes Debüt gefeiert. Rund 30 Duos vertraten auf dem satten Grün die Farben von verschiedenen Fußballclubs aus 1. und 2. Bundesliga würdig.

Aue-Bad Schlema.

Haben die Auer ausgerechnet die Roten Bullen vergessen? So zumindest vermeldete es vorige Woche das Nachrichtenportal des Clubs unter der Schlagzeile "Doch kein Golf: RB Leipzig weiß nichts von einem Turnier bei Erzgebirge Aue". Dem widersprach Jens Karluß am Sonnabend vehement. RB habe für den 1. Bundesliga-Golf-Cup ebenso eine Einladung erhalten wie alle anderen Vereine aus 1. und 2. Fußball-Bundesliga.

"Ich habe das gelesen und mich sofort mit Ulrich Wolter von RB in Verbindung gesetzt", so Karluß als Chef-Organisator der Turnierpremiere in Bad Schlema. An Wolter aus dem RB-Management sei die Einladung gegangen. "Das hat er mir auch bestätigt und erklärt, dass es irgendwie untergegangen sei." Trotzdem war der Erstligist aus Sachsen letztlich auf dem Golfplatz im Kurort vertreten. Sponsoren von RB gehörten zum Feld der 30 Duos, die jeweils eine 18-Loch-Runde spielten.

Die Premiere erwies sich als Volltreffer. "Genauso hatten wir uns das vorgestellt", sagte Karluß. Als Marketingbeauftragter des Golfclubs Bad Schlema organisierte er mit Ideengeber Michael Voigt als Geschäftsführer von Zweitligist FC Erzgebirge Aue das Turnier. Es soll Jahr für Jahr auf Wanderschaft gehen. "Jeder Bundesligist kann Gastgeber werden", so Karluß. 2020 bleibt der Cup noch einmal in Sachsen. Am Sonnabend übernahm Holger Scholze, Präsident von Dynamo Dresden, den Staffelstab von Aues Präsident Helge Leonhardt, der bei der Premiere selbst den Schläger schwang. Am erfolgreichsten waren mit Jean-Claude Aparisi und Yvonne Hiltscher zwei Sympathisanten des SC Freiburg - sie sicherten sich den Pokal.

Neben dem sportlichen Ehrgeiz standen die Geselligkeit und das Miteinander obenan. "Wir fühlen uns sehr wohl und prima aufgenommen", sagte Volker Fürderer, der bei Schalke 04 als Direktor im Bereich "Fans und Service" tätig ist. In Aue sei er schon mal gewesen. "Im Zuge eines Freundschaftsspiels." Doch damals habe er nicht viel mehr als Stadion gesehen. "Das ist diesmal anders - und beeindruckend." Das Städtchen sei schön, vom idyllisch gelegenen Golfplatz mit Super-Aussicht ganz zu schweigen. "Die Atmosphäre ist klasse. Wir nehmen es sportlich nicht allzu ernst, auch wenn eine gesunde Portion Ehrgeiz dabei ist", so Fürderer.

Der frühere Weltklasse-Schwimmer Stev Theloke aus Chemnitz - er war als Ehrengast dabei - fand in Michael Voigt den perfekten Golf-Partner. Wie lief die erste Runde? "So mancher würde sagen traumhaft", erklärte Theloke und schmunzelte vielsagend. Er war im himmelblauen Trikot des Chemnitzer FC angereist, ließ sich aber rasch von einer lilafarbenen Alternative überzeugen. Zwischen Schwimmer und Fußballer stimmte die Chemie spürbar. "Das war ja auch Ziel des Turniers: Dass ein reger Austausch, Kontakte und vielleicht Freundschaften entstehen", so Voigt. Golf verbinde - das zeige sich eindrucksvoll.

Gelaufen seien sie gut, nur geschlagen haben sie schlecht, gaben einige in der Mittagsrunde zum Besten. Der Moderator hakte nach: Gibt es Verletzte, körperlich - oder auch seelischer Natur? Gelächter. Der Auftakt mit Kanonenknall, Applaus für die Vertreter von Aufsteiger Union Berlin, Showtruck und vielen anderen Details stimmte aufs Turnier ein, das Veilchen Jan Hochscheidt als einziger Profi-Fußballer bestritt. "Wir sind in einer tollen Gruppe unterwegs, lustig und sehr kommunikativ - mit Vertretern von RB und Stuttgart", sagte er. Das mache richtig Spaß. Golf spielt Hochscheidt seit vier Jahren. Der Reiz? "Im Prinzip spielt jeder gegen sich selbst. Und für Fehler ist man ganz allein verantwortlich." Dass der wunderschöne Platz sein Spiel noch annimmt, darauf hoffte Stefan Nicodemus in den Farben des Hamburger SV für Runde zwei. "Der Cup ist eine tolle Idee, die hoffentlich Zukunft hat. Ich jedenfalls wäre sofort wieder mit dabei."

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