Sanierung führt zu Weltcup-Niveau

Mit Ende der Junioren-WM sind die Investitionen am Fichtelberg nicht abgeschlossen. Derzeit wird die Schießanlage in Oberwiesenthal versetzt - und danach die höchstgelegene in Deutschland sein.

Oberwiesenthal.

Die Biathleten dürfen sich auf bessere Bedingungen freuen, die Zuschauer können die Schießleistungen bald direkt beobachten: Grund ist die Verlegung, Erweiterung und Einbettung des Schießstandes in die Langlaufarena Oberwiesenthal. "Dann wird es für alle einfacher, es müssen nicht mehr zwei Stellen beobachtet werden", sagt der Geschäftsführer des WSC Erzgebirge, Christian Freitag.

Mit dem Bau der Schießanlage blicken die Wintersportler des Erzgebirges in die Zukunft. Denn die neue Anbindung bringt mehrere Vorteile. "Erstmals werden Start- und Zielbereich sowie die Scheiben von einer Stelle aus einsehbar sein. Die Zeitnahme kann aus dem Gebäude der Skiarena heraus erfolgen, die Trainer bekommen einen eigenen Stand, und Zuschauer sowie Medienvertreter können alles besser verfolgen", erklärt Trainer Heiko Helbig. "Bisher mussten Betreuer und Beobachter teilweise die Laufstrecke queren, um zum Schießstand zu gelangen", ergänzt er.

Alles wird demzufolge auch sicherer, und methodisch liegen die Vorteile ebenso klar auf der Hand: "Wir haben kürzere Wege, deshalb bleibt mehr Zeit fürs Training. Und wir sparen einen ganzen Batzen Geld, weil wir die bisherige Extraschleife von 500 Metern nicht mehr beschneien und präparieren müssen", erläutert Helbig. "Und eine wirtschaftliche Betreibung wird immer wichtiger", ergänzt Geschäftsführer Freitag.

Aus Kostengründen wird die alte Scheibenlage zunächst verlegt, später soll sie von 25 auf 30 Schießbahnen erweitert werden. Etwa 90 mal 50 Meter betragen die Abmessungen, die zugleich die von der Internationalen Biathlon-Union (IBU) geforderten 2,75 Meter Breite pro Bahn zulassen. "Mit den 30 Scheiben wäre zudem die Weltcup-Norm erreicht, doch unsere restliche Infrastruktur reicht für ein solche Großveranstaltung keinesfalls aus", gibt sich Freitag keinen Illusionen hin. Gleichwohl werden in Form von Leerrohren Medienanschlüsse vorbereitet, um dennoch im Fall der Fälle gerüstet zu sein. "Im nordischen Skisport ist sie uns ja gelungen - und vielleicht bleibt ja die Ausrichtung einer Junioren-Weltmeisterschaft im Biathlon kein unerfüllbarer Traum", so der WSC-Geschäftsführer.

In Verbindung mit der homologierten Langlaufstrecke werde jedenfalls ein Standard erreicht, der nahe an dem für Weltcups liegt. "Und der Schießstand liegt auf fast 1000 Metern Höhe - höher als jeder andere in Deutschland", sagt Freitag, der damit auf das relativ schneesichere Gebiet am Fichtelberg anspielt. Ein Fakt, der zumindest für Alpen- und andere Cupwettkämpfe Bedeutung gewinnen könnte. "Seit Jahren wird der Auftakt zur Deutschlandpokalserie ins Ausland verlegt, weil Mitte Dezember kein Ort der Bundesrepublik mit Schnee aufwarten kann. Wir wären in der Lage, dies zu ändern", versichert er.

Und für Trainingscamps zwischen November und Januar werde die Sparkassen-Skiarena am Fichtelberg nicht nur für Skilangläufer, sondern bald auch für Biathleten interessant sein. Gleich recht, wenn das Schneedepot und ein Wasserspeicher für die Beschneiungsanlage fertig sind. Doch dies sind Vorhaben, die später umgesetzt werden und den Skikomplex abrunden sollen. Und dieser kostet natürlich Geld. 1,4Millionen Euro gibt der Freistaat, der Erzgebirgskreis steuert 500.000 Euro zu. "Davon fließt jetzt rund ein Drittel in den neuen Schießstand samt Einbindung ins Stadion", erklärt der Geschäftsführer, der trotz aktueller Hitzegrade eine Menge Potenzial im Skigebiet am Fichtelberg sieht.

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