Sieg sichert Silber zur Halbzeit

Knapp mit 14:12 haben die Regionalliga-Ringer des RV Thalheim bei der WKG Pausa/Plauen gewonnen. Dabei avancierte einer zum Matchwinner, der sonst nur in der zweiten Mannschaft kämpft.

Thalheim.

Das war echte Spannung, die am Samstag auf der Matte der schicken neuen Zweifeldhalle im vogtländischen Pausa geboten wurde. Erst im allerletzten Duell kam es zur Entscheidung zwischen dem gastgebenden Bundesliga-Absteiger und dem RV Thalheim. Niklas Ohff machte den sprichwörtlichen Sack zu, nachdem die Begegnung nach neun Kämpfen mit 12:12 auf des Messers Schneide gestanden hatte.

Der 24-jährige RVT-Neuzugang agierte taktisch klug gegen den ehemaligen Kadetten-EM-Teilnehmer und Deutschen Jugendmeister Nils Buschner. Noch vor dem Halbzeitgong hatte er seinen Vorsprung mit Rollen und einem Wurf aus der Bodenlage auf 9:0 nach oben geschraubt. Doch ganz ohne Schrecksekunde ging der Sieg nicht über die Bühne. In Durchgang zwei rannte Ohff in einen Kopfhüftschwung des Pausaers. Geistesgegenwärtig entkam der Thalheimer einer Bodenfesthalte, sodass sich sein Vorsprung zwar verringerte, das 11:4 aber den von mehr als 50 mitgereisten Fans bejubelten Gesamtsieg des Teams aus dem Erzgebirge bedeutete.

Dass die Spannung bis zum Schluss hielt, war zwei recht unterschiedlichen Halbzeiten zu verdanken. Zunächst gerieten die Gäste mit 3:8 ins Hintertreffen. Dabei ging es in den Niederlagen stets sehr eng zu. So verpasste Fabien Martin im niedrigsten Limit seinen ersten Saisonsieg denkbar knapp. Richtig ärgerte sich vor allem 98-Kilo-Mann Radek Dublinowski über das 2:5 gegen seinen polnischen Landsmann Dawid Peplowski. "Ich kritisiere sonst ungern Kampfrichter-Leistungen, aber bei Radeks letzter Aktion habe ich, wie viele andere, klar eine Wertung für uns gesehen", so Thalheims Trainer Steffen Richter, dem der Unmut anzumerken war. Insgesamt lag sein Team aber zur Pause noch im Soll, denn mit den drei Zählern des kraftvoll auftrumpfenden Ondrej Dadák (130 kg) und den nur knappen Niederlagen von Nick Löffler (61 kg) und Mario Koch (66 kg) gegen jeweils favorisierte Gegner konnten die Zwönitztaler sehr zufrieden sein.

Die Aufholjagd begann mit Chris Schneider, der seine Pflichtaufgabe gegen den jungen Christian Bächer mit technisch exzellenten und sehenswerten Aktionen erfüllte. Dann schlug die Stunde des Thalheimer Matchwinners an diesem Abend. Alois Stürmer (71 kg), eigentlich Stammkader der zweiten Mannschaft, schaffte ein 11:2 gegen Tobias Knittel, immerhin Dritter der Junioren-DM 2018. "Ich hatte schon mit einem Sieg geliebäugelt, aber dass Alois den Kampf so dominieren kann, hatte ich nicht erwartet. Er hat konsequent unsere Vorgaben umgesetzt und das zahlte sich aus", lobte Steffen Richter seinen Schützling. Der Coach hatte seinen Kapitän Tobias Löffler wegen dessen andauernder Knieverletzung geschont, sodass es am Ende sogar wie ein taktischer Schachzug schien, Neuzugang Ohff ins 75-kg-Limit zu schicken und Alois Stürmer dafür auf die 71-kg-Marke abkochen zu lassen. Zum Sieg trug darüber hinaus Benjamin Opitz bei, der den Ex-Thalheimer Maximilian Kahnt klar bezwang. Dessen Bruder Lucas auf RVT-Seite war mit einem lädierten Knie angeschlagen und so chancenlos gegen den Plauener Magomed Dadaev.

Mit einen Punkt Vorsprung bleiben die Drei-Tannen-Städter zur Regionalliga-Halbzeit damit auf dem Silberrang hinter Markneukirchen. Ärgster Verfolger ist die Kampfgemeinschaft Frankfurt/Eisenhüttenstadt, danach folgen in Schlagweite Gelenau und Leipzig.

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