Silber in der Hauptstadt nach einem "Kampf des Lebens"

Zwei Ausdauersportler des SC Norweger Annaberg haben in Berlin den Marathon bestritten. Einer erhielt sogar eine Medaille.

Königswalde.

"Meine Beine haben noch nie so geschmerzt, wie sie es jetzt tun", sagte Johannes Neuber sechs Stunden nach seinem ersten Berlin-Marathon am Sonntagabend. Nach 2:56:40 Stunden ist der 18-Jährige unter 46.000 Startern auf Rang 1726 eingekommen, hatte aber in der Jugendklasse Rang 2 belegt und seine Wunschzeit von unter drei Stunden geschafft.

Bis zu Kilometer 31 sei es eigentlich ein normaler Lauf gewesen, doch dann wären ihm die vielen Kilometer in die Beine gefahren. Über die letzten drei Kilometer war es für den jungen ehrgeizigen Athleten aus Königswalde, der schon bei einigen bedeutenden Wettkämpfen aufs Siegerpodest laufen konnte, mehr oder weniger eine Qual. Er bezeichnete sie als "Kampf seines Lebens". Ans Aufgeben hätte er aber nie gedacht. Im Ziel war es ihm kalt, der ganze Körper sei verkrampft gewesen. "Die Unterstützung meiner Eltern, Verwandten und Freunde an der Strecke haben mir sehr viele moralische und physische Kraft verliehen", sagt er. Nach einem Eukalyptusbad zu Hause freut er sich nun bereits auf seinen nächsten Marathon. "Es ist eben ein großartiges und unvergessliches Erlebnis, bei einer der größten Laufveranstaltungen der Welt dabei zu sein", schildert Neuber seine Eindrücke. Bereits vor dem Start hätte er ein Gänsehautfeeling verspürt, das sich speziell beim Lauf durch das Brandenburger Tor fortsetzte. Die vielen Anfeuerungsrufe von den zahlreichen Zuschauern an der Strecke habe er als Höhepunkt empfunden.

Sein Freund und Vereinskamerad Marco Häßler - beide starten für den SC Norweger Annaberg - schaffte es über die 42,195 Kilometer sogar noch um einiges schneller als Johannes Neuber ins Ziel. Für Häßler blieb die Uhr bei 2:48:15 Stunden stehen, was Rang 944 bedeutete. Für den 30-jährigen Annaberger war es nach dem Lauf in Dresden im vergangenen Jahr der zweite Auftritt über so einen langen Kanten. "Ich bin mit meiner Zeit und meinem Platz absolut zufrieden. Während des Laufes habe ich regelmäßig gegessen und getrunken, weil ich wusste, dass dies ganz wichtig ist", so der Ausdauersportler. "Ab Kilometer 35 haben mir die Beine wehgetan, ab da musste ich richtig kämpfen. Die Begeisterung der Berliner, wo die ganze Stadt auf den Beinen zu sein schien, hat mich aber förmlich vorwärts getrieben", erzählte er während der Heimfahrt. Neben dem tollen Flair lobte Marco Häßler die super Organisation. "Wenn ich gesund bleibe und es zeitmäßig passt, möchte ich natürlich im nächsten Jahr wieder dabei sein", fügt er an. Nun gelte es erst einmal, das Finale im Westsachsencup zu bestreiten und die dortige Führung zu behaupten.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...